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    Das Hygienemanagement in Arztpraxen beruht auf gesetzlichen Forderungen und ist durch die Gesetzgebung normativ geregelt und nachzuweisen.

     

Hygienemanagement in Arztpraxen

Ergebnisse einer Ist-Analyse

Einleitung

Infektionsprävention als ein Teil der Patientensicherheit steht zunehmend im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Folgende Prozesse gestalten die Situation in der niedergelassenen Arztpraxis zunehmend anspruchsvoller:

  • eine sich verändernde Bevölkerungsstruktur
  • die zunehmende Verlagerung der medizinischen Versorgung in den ambulanten Sektor des Gesundheitswesens
  • das vermehrte Auftreten von Erregern mit Multiresistenzen gegen Antibiotika

In diesem Kontext steigen auch die Anforderungen an die Hygiene. Sowohl Medien als auch die Patienten selber hinterfragen kritisch und achten vermehrt auf hygienische Rahmenbedingungen und „hygienisches“ Verhalten des medizinischen Personals.

Zudem häufen sich Berichte über sog. „Hygieneskandale“, die in den Medien publik gemacht werden. Die Rechtsprechung betrachtet „Hygienefehler“ als „voll beherrschbare Risiken“ und stuft diese damit als vermeidbar ein, was im Schadensfall beim Nachweis von jeglichen Hygienemängeln per se in der Regel sehr schnell zur Beweislastumkehr führen kann.

 

Fazit für die Praxis

Als Folge der Entwicklungen im Gesundheitssystem rücken die Anforderungen an die Hygiene auch in der ambulanten Versorgung in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Es liegt im Eigeninteresse des Praxisinhabers, zur Gewährleistung der Patientensicherheit auf ein gut funktionierendes Hygienemanagement in seiner Praxis zu achten.

 

Rechtliche Grundlagen

Das Hygienemanagement in Arztpraxen beruht auf gesetzlichen Forderungen und ist durch die Gesetzgebung normativ geregelt und nachzuweisen. Im Sozialgesetzbuch V (Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversorgung) wird im Rahmen der Qualitätssicherungsvereinbarungen von Vertragsärzten, medizinischen Versorgungszentren und zugelassenen Krankenhäusern gefordert, einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement einzuführen. Seit 2011 wird dies durch die kassenärztliche Vereinigung überprüft.

Die gesetzliche Verpflichtung zum Qualitätsmanagement für Arztpraxen besteht nach SGB V §§ 135 a und § 137. Verantwortlich sind die Träger bzw. die Leiter der medizinischen Einrichtung. Das Hygienemanagement ist integrativer Bestandteil dieser Forderung.

Medizinische Einrichtungen sind zum Qualitätsmanagement und damit auch zum Hygienemanagement verpflichtet.

 

Bundesebene

Gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) besteht nach § 23 die Verpflichtung zur Etablierung eines Hygienemanagements in medizinischen Einrichtungen. Die Gesamtverantwortung für das praxisinterne Hygienemanagement liegt dabei ausschließlich beim Betreiber der Praxis, was impliziert, dass dieser auch für die Schaffung der geeigneten organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen zuständig und verantwortlich ist.

 

Infektionsschutzgesetz § 23

Die Leiter von … Arztpraxen, Zahnarztpraxen … haben sicherzustellen, dass die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um nosokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern, insbesondere solcher mit Resistenzen, zu vermeiden.

 

Länderebene

Auch die länderspezifischen Regelwerke (Hygieneverordnungen, Krankenhausgesetze) einiger Bundesländer fordern verpflichtend die Etablierung eines Hygienemanagements in Einrichtungen des Gesundheitssystems, so z. B. in:

  • Bayern
  • Berlin
  • Bremen
  • Sachsen

Im Juni 2011 hat der Bundestag das Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze verabschiedet mit der Zielsetzung, die Hygienequalität in Krankenhäusern und bei medizinischen Behandlungen zu verbessern. Darin werden die Bundesländer verpflichtet, bis zum 31.03.2012 auf dem IfSG basierende Länderverordnungen zur Infektionshygiene und zur Prävention von resistenten Krankheitserregern in medizinischen Einrichtungen zu erlassen.

Berufsgenossenschaftliche Ebene. In den Berufsgenossenschaftlichen Regelungen (BGR, BGR 250) für das Gesundheitswesen werden die medizinischen Einrichtungen ebenfalls angehalten, „innerbetriebliche Verfahren zur Infektionshygiene“ festzulegen und in Hygieneplänen schriftlich zu fixieren.

 

Fazit für die Praxis

Medizinische Einrichtungen müssen ein Hygienemanagement etablieren, das auf alle infektionsrelevanten Prozesse der Einrichtung abgestimmt ist und dem Stand des Wissens und der Technik entspricht.

 

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel.

Aus: Krankenhaushygiene up2date

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