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    Neugeborene wären ohne diese Antikörper nach der Geburt schutzlos Infektionen ausgeliefert.

     

Impfschutz für Schwangere und Neugeborene – aktueller Stand

Die Berufsordnung für Ärzte enthält in § 1 Abs. 2 u. a. die Verpflichtung des Arztes, „die Gesundheit zu schützen“. Recht auf Infektionsschutz ist im Infektionsschutzgesetz (IfSG von 2001) festgeschrieben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin gibt jährlich im Heft 34 des Epidemiologischen Bulletins öffentliche Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung und besonders auch der Schwangeren und Neugeborenen heraus. Die Verantwortung, diese Empfehlungen umzusetzen, liegt bei den Ärzten. Im Falle der Schwangeren und Neugeborenen besonders bei den Frauenärzten.

 

Impfungen sollen neben dem Schutz der Schwangeren und der Ungeborenen schließlich auch für den Schutz der Neugeborenen sorgen, die in den ersten Lebensmonaten auf die Leihimmunität durch maternale Antikörper angewiesen sind. Neugeborene wären ohne diese Antikörper nach der Geburt schutzlos Infektionen ausgeliefert.

 

Dieser sog. Nestschutz kann aber nur von Schwangeren übertragen werden, die selber über Antikörper verfügen, sei es durch früher durchgemachte Infektionen oder durch vollständigen Impfschutz vor der Schwangerschaft.

 

Schon bei der Vorbereitung einer Schwangerschaft sollte der Frauenarzt auf Schließung aller Impflücken achten. Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch (früher: Sonstige-Hilfen-Richtlinie) enthält die Beratungspflicht über die Risiken einer Röteln- und Varizelleninfektion, die Verpflichtung zur Kontrolle des Impfausweises und die Empfehlung zur Schließung aller Impflücken.

 

Impfausweiskontrolle

Da heute die Praxis des Frauenarztes schon im jungen Alter zur HPV-Impfung, zur Schwangerschaftsverhütung oder Fragen der Sexualität aufgesucht wird, bietet sich für den Frauenarzt die Möglichkeit, bei diesem ersten Kontakt bereits auf den Infektions- und Impfschutz hinzuweisen und notwendige Impfungen zeitnah durchzuführen. Spätestens sollte aber im Rahmen der präkonzeptionellen Beratung eine Impfausweiskontrolle erfolgen und fehlende Impfungen ergänzt werden.

 

Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Impfungen

 

Dr. Michael Wojcinski

Aus: GebFra 02/2014

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