• Ist die Spirale auch für junge Frauen geeignet?

    Ist die Spirale auch für junge Frauen geeignet?

     

IUP zur Empfängnisverhütung bei jungen Frauen?

Die „Spirale“ ist in Deutschland die dritthäufigste Methode zur Empfängnisverhütung. Allerdings kommt das Intra-Uterin-Pessar (IUP) mit etwa 16 Prozent ungleich häufiger bei Frauen über 30 Jahren zum Einsatz, wo hingegen bei nur ca. 3 Prozent der jüngeren Frauen die Wahl auf diese Verhütungsmethode fällt. Insbesondere wenn junge Frauen noch keine Kinder geboren haben, fürchten sie häufig mögliche Komplikationen wie Uterusperforationen, Expulsion oder Infektionen. Auch einige Gynäkologen verhalten sich deshalb teilweise mit dem Einsatz des IUPs bei Nulliparae zurückhaltend. Dabei ist die Komplikationsrate vergleichsweise gering.

 

Kupferdrahtspirale, Kupferkette oder Hormonspirale

Im Prinzip stehen drei Varianten von Intra-Uterin-Pessaren zur Auswahl:

  1. Kupferspirale: Die Kupferdrahtspirale besteht aus einem Kunststoffstäbchen, das am unteren Ende von einem Kupferdraht umwickelt ist. Die Spirale existiert in unterschiedlichen Größen und Formen. Die empfängnisverhütende Wirkung rührt zum einen aus der spermiziden Wirkung der Kupfer-Ionen. Zum anderen wirkt das IUP selbst als Fremdkörper und schafft so ungünstige Verhältnisse für die Implantation einer eventuell vorhandenen befruchteten Eizelle. Der Pearl-Index liegt zwischen 0,3 und 0,8. Die Liegedauer beträgt zwischen drei und fünf Jahren.
  2. Kupferkette: Dabei handelt es sich um zylindrisch geformte Kupferteile, die auf einen Nylonfaden aufgezogen sind. Die Wirkweise folgt dem Prinzip der Kupferspirale, der Pearl-Index ist somit vergleichbar. Die Kupferkette kann bis zu fünf Jahre in der Gebärmutter verbleiben.
  3. Hormonspirale: Das Intra-Uterin-System (IUS) besteht, wie die Kupferspirale, aus Kunststoff. Zusätzlich ist der kontrazeptive Effekt durch die protrahierte Abgabe des Gestagens Levonorgestrel gekennzeichnet. Das Hormon bewirkt einen reduzierten Endometriumaufbau und verdickt den Zervixschleim, wodurch die Aszension der Spermien erschwert wird. Sie verfügt über die höchste Sicherheit mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,3. Ihre Liegedauer beträgt ebenfalls fünf Jahre.

Vorteile der Verhütung mit IUPs für junge Frauen

Gerade junge Frauen, deren Kinderwunsch noch in einiger Ferne liegt und die keine Hormone einnehmen wollen, können von der Anwendung eines IUPs profitieren. Neben dem hohen Pearl-Index, der bei allen Typen gegeben ist, sind Anwendungsfehler – wie sie beispielsweise bei oralen Kontrazeptiva nicht selten vorkommen – praktisch ausgeschlossen. Zudem stellt das Intra-Uterin-Pessar eine gute Alternative dar, wenn medizinische Kontraindikationen bei der Anwenderin gegen die „Pille“ vorliegen.

So steigt das Risiko für thrombotische Ereignisse weder bei den Kuper-Varianten noch bei dem Levonorgestrel-haltigen IUP. Die Hormonwirkung schwächt zudem die Stärke und Dauer der Menstruation nach einiger Zeit ab, beziehungsweise unterbindet sie vollständig. Daraus beziehen vor allem Frauen mit Menstruationsbeschwerden wie Dysmenorrhö und Hypermenorrhö einen Vorteil.

 

Nachteile, Risiken und Kontraindikationen von Intra-Uterin-Pessaren

Bei jungen Frauen mit relativ starker, schmerzhafter Regelblutung ist die Kupferspirale wenig geeignet, da sie die genannten Beschwerden meist verstärkt. Risiken, die mit den IUPs in Verbindung stehen sind:

  • Expulsion der Spirale
  • Perforationen des Uterus
  • Aszendierende Infektionen

Die genannten Komplikationen treten insgesamt jedoch selten auf. Bei jungen Frauen, die nicht in einer festen Partnerschaft leben, erhöht sich durch wechselnde sexuelle Kontakte zusätzlich das Infektionsrisiko. Daher ist für diese Frauen ein zusätzlicher Schutz durch Kondome ratsam.

Die kontrazeptive Sicherheit kann sich in der ersten Zeit nach dem Einsetzen der Spirale verringern, wenn das IUP verrutscht – durch eine zeitnahe sonografische Kontrolle lässt sich dieses Risiko jedoch minimieren. Zu den Kontraindikationen des IUPs zählen: 

  • Uterusmyome
  • Lageanomalien
  • Überempfindlichkeit gegenüber Levonorgestrel
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