• Laparoskopie: Umbilikale Inzision unbeliebt

    Viele gynäkologische Eingriffe bei benigner Indikation werden laparoskopisch durchgeführt. Damit verbundene Inzisionen können durch einen umbilikalen Zugang auf einen Schnitt verringert werden.

     

Laparoskopie: Umbilikale Inzision unbeliebt

Hintergrund: Viele gynäkologische Eingriffe bei benigner Indikation werden laparoskopisch durchgeführt. Die damit verbundenen Inzisionen können durch einen umbilikalen Zugang auf einen einzigen Schnitt verringert werden. Wie Frauen die Zahl und Lokalisationen der Einschnitte überhaupt bewerten, haben Benjamin Tuschy und Kollegen untersucht.

Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2013; 169: 84–87

 

Methoden: An der Studie der Universitätsklinik Mannheim nahmen 141 Frauen teil, die zwischen November 2010 und November 2011 wegen benigner gynäkologischer Indikationen einer laparoskopischen Operation mit 4 Inzisionen unterzogen wurden. Frauen mit malignem Befund in der Histologie wurden aus der Auswertung ausgeschlossen. Die Autoren analysierten demografische Parameter, Art und Dauer der Operation, perioperative Komplikationen und die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Außerdem befragten sie die Patientinnen frühestens 22 Wochen nach dem Eingriff in einem standardisierten Telefoninterview nach der Zahl der Inzisionen, der postoperativen Schmerzen und welche Inzision am ehesten entfallen sollte.

Bei den laparoskopischen Eingriffen handelte es sich am häufigsten um eine totale Hysterektomie (23 %), die Entfernung eines Uterusmyoms (20,7 %) oder eine Salpingo-Oophorektomie (17 %).

 

Ergebnisse: 86 Frauen (61,7 %) beantworteten die Fragen des Telefoninterviews. Weniger als die Hälfte erinnerten sich dabei korrekt an die Zahl der Schnitte: 38 Frauen (43,7 %) gaben die richtige Zahl von Inzisionen an, 45 (51,7 %) glaubten dagegen, weniger Schnitte gehabt zu haben und 4 (4,6 %), sie hätten mehr gehabt, als tatsächlich durchgeführt worden waren. Auf die Frage, welcher Schnitt am ehesten entfallen sollte, äußerten 28 Patientinnen (32,2 %) keine Präferenz hinsichtlich der Lokalisation, 44 (74,6 %) würden allerdings bevorzugen, wenn der umbilikale Schnitt, der besonders schmerzhaft sein kann, wegfiele. Tatsächlich gaben 64 Patientinnen (74 %) an, dass ein Schnitt schmerzhafter als die übrigen war und 37 (43 %), dass dies die umbilikale Inzision war.

 

Folgerung: Viele Frauen erinnern sich an weniger Inzisionen als tatsächlich durchgeführt wurden. Das zeigt, dass die Schnitte, ihre Heilung und eventuelle Narbenbildung möglicherweise für Frauen weniger relevant sind, als manchmal von Ärzten angenommen. Viele Frauen gaben an, dass sie bevorzugen würden, wenn der umbilikale Schnitt entfallen würde. Es ist also zu diskutieren, ob die Reduktion auf eine umbilikale Inzision bei laparoskopischen Eingriffen der richtige Weg ist. Andererseits ist die Nachfrage nach laparoskopischen Prozeduren mit möglichst wenig Narben gerade bei jüngeren Frauen steigend, sodass Techniken mit möglichst wenigen und kleinen Narben ohne Frage von Bedeutung sind.

Friederike Klein, München

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