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    Hat die Operation mit Robotertechnik Einfluss auf die Lebensqualität von Karzinompatientinnen?

     

Lebensqualität nach robotergesteuerter gynäkoonkologischer Operation

Hintergrund: Die Lebensqualität von gynäkologischen Karzinompatientinnen wird immer wieder im Hinblick auf Schmerzen, Allgemeinbefinden aber auch die Einschränkungen der Sexualfunktion und hormonelle Veränderungen untersucht. Wie die Durchführung der Operation mit Robotertechnik die Lebensqualität dieser Patientinnen beeinflusst, wurde im Rahmen einer kanadischen Studie erfragt.

Abitbol J et al. Prospective Quality of life outcomes following robotic surgery in Gynecologic Oncology. Gynecol Oncol 2014; 134: 144–149

 

Methoden: In einem Zentrumsspital wurden zwischen Dezember 2009 und 2012 Patientinnen, die sich einer gynäkoonkologischen Operation unterziehen mussten, eingeschlossen. Einschlusskriterien waren Endometrium-, Zervixoder Ovarialkarzinom und geplante gynäkoonkologische Operation. Nach Einverständnis der Patientinnen füllten sie eine Woche postoperativ sowie 3, 6 und 12 Monate postoperativ einen FACT-G-Fragebogen zur Messung der Lebensqualität aus. Mit der „Body Image Scale“ (BIS) wurde die Eigenwahrnehmung gemessen. Hierbei wurde zur besseren Vergleichbarkeit der beiden Fragebögen der BIS-Score von 30 abgezogen. Ausschlusskriterien waren fehlende Fragebögen, mehr als 2 nicht beantworte Fragen pro Bogen und Konversion zur Laparotomie. Die Operateure hatten keinerlei Zugriff auf die Datenbank.

 

Ergebnisse: 211 Patientinnen konnten für die Studie rekrutiert werden. Das mittlere Alter betrug 61 Jahre. Der BMI lag bei 1 Drittel der Patientinnen über 30 und die meisten (70 %) litten an einem Endometriumkarzinom. 56 % hatten Abitur und / oder einen Universitätsabschluss, 87 % waren Nichtraucherinnen. Die Gesamt-Lebensqualität im Bezug auf Gesundheit war bei allen Frauen 1 Woche postoperativ signifikant niedriger als präoperativ, erreichte aber nach 3 Monaten wieder die Ausgangswerte. Ebenso verhielten sich die Werte in Bezug auf körperliches und funktionelles Wohlbefinden. Das emotionale Wohlbefinden stieg 1 Woche postoperativ bereits signifikant an, und war während des Untersuchungszeitraumes stets höher als bei der Ersterhebung. Das Körperbild war 1 Woche postoperativ schlechter in der Eigenwahrnehmung, die Werte stiegen aber 3 Wochen postoperativ signifikant an und erreichten die Baseline. Narbenspezifische Fragen zeigten, dass 62 % der Frauen 1 Woche postoperativ und 82 % 3 Wochen postoperativ überhaupt nicht durch dieselbe beeinträchtigt waren. Anhand einer Kruskal-Wallis-Analyse konnte das Alter von 70 Jahren als kritische Grenze erkannt werden:
Frauen, die jünger waren, hatten signifikant höhere Werte in Bezug auf das emotionale Wohlbefinden als ältere Frauen, wohingegen diese signifikant höhere Werte bei der Bewertung des eigenen Körperbildes hatten. Verheiratete Frauen wiesen signifikant höhere Werte in Bezug auf soziales und funktionelles sowie Gesamt-Wohlbefinden auf, wohingegen der Beziehungsstatus keinen Einfluss auf das Körperbild hatte. Körperliches Wohlbefinden und Körperbild waren aber hingegen in der Gruppe der Frauen, die irgendeine Form von adjuvanter Therapie erhielten, am schlechtesten. Frauen, die den Fragebogen nach 12 Monaten beantworteten, hatten signifikant schlechtere Werte bei Körperbild und Wohlbefinden – ohne Unterschied zu den Analysen nach 3 und 6 Monaten bei eben diesen Frauen.

 

Folgerung: Das gesundheitliche Wohlbefinden der Patientinnen 1 Woche postoperativ war reduziert, mit allerdings ansteigender Tendenz nach 3 Wochen und Normalisierung bis 3 Monate postoperativ. Die Autoren schließen, dass robotergesteuerte Operationstechniken eine schnelle Wiederherstellung der Lebensqualität auch bei onkologischen Patientinnen erlauben.

Dr. S. Johann

Aus der Zeitschrift GebFra Geburtshilfe und Frauenheilkunde

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