• Mammakarzinom in der Schwangerschaft

     

Mammakarzinom und Schwangerschaft

Die Häufigkeit, in der es zu einer Koinzidenz von Mammakarzinom und Schwangerschaft kommt, beträgt 0,7 – 3,9%. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus der normalen Altersverteilung für Frauen mit einer Mammakarzinomerkrankung. So treten 10% aller Mammakarzinome bei Frauen unter 45 Jahren auf. Zahlen aus Europa beschreiben ein Durchschnittsalter von 33 Jahren, bei einem mittleren Gestationsalter von 21 Wochen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung.

Bösartige Erkrankungen in der Schwangerschaft sind insgesamt selten, für das Mammakarzinom ist von einer Inzidenz von 0,33 pro 1000 auszugehen.

Das Mammakarzinom ist das häufigste Karzinom bei Frauen mit einem Alter unter 35 Jahren. Die zunehmende Inzidenz (3% aller Mammakarzinome werden in der Schwangerschaft diagnostiziert) resultiert nicht zuletzt daraus, dass eine Alterszunahme in der Gruppe der potenziell schwangeren Patientinnen zu verzeichnen ist. Dabei sind 2 Faktoren zu beachten:

  • Mammakarzinome in der Schwangerschaft sind nicht aggressiver, die Verläufe sind nicht schlechter,
  • aber die Diagnosestellung erfolgt häufig erst in einem fortgeschrittenen Tumorstadium.

Während ältere Studien von einer zeitlichen Verzögerung im Durchschnitt von 6 Monaten ausgegangen sind, bestätigen neuere Studien ein Zeitintervall von max. 1 – 2 Monaten bis zur eigentlichen Diagnosestellung. Ursachen für eine verzögerte Diagnostik sind eine erschwerte Beurteilbarkeit durch schwangerschaftsspezifische Veränderungen wie:

  • Hypervaskularisation des Drüsenkörpers
  • zunehmende Ödemneigung
  • keine Zyklusdynamik bzw. Zyklusabhängigkeit

 

MERKE

Die Diagnosestellung von Mammakarzinomen in der Schwangerschaft erfolgt häufig erst in einem fortgeschritteneren Stadium.

Die häufigste Differenzialdiagnose bzw. Fehldiagnose lautet Mastitis. Dennoch ist die Rate an inflammatorischen Karzinomen nicht höher als außerhalb einer Gravidität und beläuft sich in der Regel auf 3%. Bereits 1991 erhobene Daten zeigen, dass trotz des etwas fortgeschrittenen Tumorstadiums (Tumorgröße < 2 cm bei Schwangeren nur in 31%, bei Nichtschwangeren 50%) sich das 5-Jahres-Gesamtüberleben in beiden Gruppen nicht unterscheidet. In dieser Gruppe war das 5-Jahres-Gesamtüberleben für nodal-negative Patientinnen in beiden Gruppen 82%, bei nodal-positiven Patientinnen in der Schwangerschaft 47% und bei nicht schwangeren 59%. Dies bestätigt ebenfalls, dass sich eine Erkrankung in der Schwangerschaft nicht von einer Erkrankung außerhalb einer Schwangerschaft unterscheidet.

 

MERKE

Mammakarzinome unterscheiden sich, wenn in der Schwangerschaft diagnostiziert, biologisch nicht von denen außerhalb der Schwangerschaft.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Mammakarzinom und Schwangerschaft

Aus der Zeitschrift Frauenheilkunde up2date 02/2020

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