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    Obwohl sich der überwiegende Teil querliegender Föten spontan in die anteriore Position dreht, erfolgt bei rund 5 % eine solche Drehung nicht.

     

Manuelle Rotation bei posteriorer Position oder Querlage des Fötus

Hintergrund: Bei etwa einer von 5 aller Schwangerschaften befindet sich der Fötus während der Geburtswehen in einer occipito-posterioren Position. Obwohl sich der überwiegende Teil der Föten spontan in die anteriore Position dreht, erfolgt bei rund 5 % eine solche Drehung nicht. Im Rahmen einer Studie aus Frankreich wurde bei solchen Fällen untersucht, wie sich eine manuelle Rotation auf die Rate der operativen Entbindungen auswirkt.

Obstet Gynecol 2013; 122: 634–640

 

Methoden: An der prospektiven Studie nahmen 2 Universitätskliniken in Frankreich teil. In Klinik 1 wurde bei posteriorer Position bzw. Querlage des Fötus die manuelle Rotation nicht favorisiert, in Klinik 2 hingegen schon. Die Autoren nutzten für ihre Untersuchung Daten der multizentrischen, randomisiert-kontrollierten Studie TRACOR, die zwischen Januar 2010 und Januar 2011 stattfand. Der wichtigste Endpunkt war die operative Entbindung (vaginal-operative Entbindung, Entbindung durch Kaiserschnitt). Zudem wurde untersucht, ob eine unabhängige Assoziation besteht zwischen der Durchführung einer manuellen Rotation und der Reduktion operativer Entbindungen.

 

Ergebnisse: Die Zahl der Föten, die sich bei vollständigem Muttermund in einer posterioren Position oder in Querlage befanden, war in beiden Kliniken gleich (111 [15,9 %] in Klinik 1 und 220 [15,3 %] in Klinik 2; p = 0,75). Innerhalb von Klinik 1 wurde eine manuelle Rotation bei 0,9 % der Fälle durchgeführt und innerhalb von Klinik 2 bei 78,9 %. Von den 172 Versuchen einer manuellen Rotation in Klinik 2 waren 155 (90,1 %) erfolgreich. Im Fall der Klinik, die manuelle Rotationen favorisierte, stellten die Autoren eine signifikant geringere Rate an operativen Entbindungen gegenüber der Vergleichsklinik fest (23,2 vs. 38,7 %; adjustierte Odds Ratio [OR] 0,52). Zuletzt wurde der unabhängige Effekt einer manuellen Rotation auf die Rate an operativen Entbindungen untersucht, und zwar ungeachtet der Klinik. Im Rahmen einer multivariablen Analyse erwies sich das Risiko einer operativen Entbindung als signifikant geringer, wenn eine manuelle Rotation erfolgte (adjustierte OR 0,45).

 

Folgerung: Die Studienergebnisse zeigen, dass die Durchführung einer manuellen Rotation bei Föten, die sich in einer posterioren Position befinden, bzw. bei Föten in Querlage die Raten an operativen Entbindungen reduziert. Die Autoren empfehlen, Geburtshelfer und Hebammen zu schulen, um dieses Manöver durchführen zu können.

 

Dr. Frank Lichert, Weilburg

Aus: GebFra 01/2014

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