• Unterstützung

     

Die Notwendigkeit der psychosozialen Begleitung von Eltern in der Neonatologie

Erhebliche Fortschritte in der medizinisch-technischen Versorgung haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass immer mehr früh- und risikogeborene Kinder überleben. Oft geht diese positive Entwicklung jedoch mit einer erhöhten psychosozialen Belastung für die betroffenen Familien einher. Der Aufbau einer stabilen Eltern-Kind-Bindung ist aufgrund der besonderen Umstände häufig erschwert, sodass neben der neonatologischen Versorgung psychosoziale Unterstützungsangebote wünschenswert sind.

In einigen Kliniken werden solche Unterstützungsangebote als Reaktion auf das zunehmende Bewusstsein von elterlichen Belastungen auch bereits umgesetzt. In der Regel sind sie jedoch sehr allgemein umschrieben und es erfolgt keine Darstellung spezifischer Maßnahmen oder konkreter Wirkungsweisen. „Stattdessen ist weitgehend unbekannt, wie viele Kliniken in welchem Ausmaß Stellen zur psychosozialen Versorgung eingerichtet haben oder dies planen, wie diese finanziert werden und mit welchem Umfang, nach welchen Grundsätzen, mit welchem Berufsabschluss und Ausbildungshintergrund die Stelleninhaber arbeiten“. Angesichts wirtschaftlicher Aspekte werden die bereits implementierten Unterstützungsangebote zudem meist ausschließlich den durch das neonatologische Behandlungsteam subjektiv als stark belastet eingeschätzten Eltern zur Verfügung gestellt. Dieses Hilfsangebot entspricht in vielen Fällen jedoch nicht dem tatsächlichen Bedarf der betroffenen Familien.

Basierend auf den Befunden aus Bindungsforschung und Entwicklungspsychologie geht es in diesem Review um die Notwendigkeit der psychosozialen Begleitung von Eltern in der Neonatologie. Die Erhebung des Datenmaterials erfolgte auf Basis einer systematischen, recht komplexen Literaturrecherche zu einer Vielzahl von Suchbegriffen wie z. B. Neonatologie (neonatology), Eltern (parents) bzw. Vater (father), Mutter (mother) und Familie (family); psychosoziale Intervention (psychosocial intervention), Familienunterstützung (family support intervention) sowie der Verbindung dieser Wörter mithilfe der Boolschen Operatoren in den Datenbanken Pubmed und Psyndex, ebenso wie CINAHl und medpilot. Google Scholar wurde allein für eine orientierende Suche genutzt.

Auch die Referenzlisten der bereits gefundenen Artikel wurden überprüft, um auf diese Weise weitere Artikel zu finden, die die Suchkriterien (Inhaltliche Relevanz, Sprachen Englisch und Deutsch, Erscheinungsjahre 1975–2015) erfüllen. Eine anschließende Freitextsuche hatte die Ergänzung der Schlagwortsuche zum Ziel. Insgesamt wurden auf diese Weise letztlich 78 Publikationen ausgewertet. Der vorliegende Beitrag stellt ausgewählte Erkenntnisse aus der Untersuchung in einem zusammenfassenden Überblick dar.

Die Gebiete der Entwicklungspsychologie und klinischen Psychologie wurden in den letzten Jahrzehnten vorrangig als 2 nicht miteinander vereinbare Disziplinen angesehen. Dabei verbindet die Entwicklungspsychopathologie diese beiden Disziplinen. Sie beruht auf einer biopsychosozialen Sichtweise und nutzt diese, um etwaige Risiken für die kindliche Entwicklung zu identifizieren . In den Fokus der Bindungsforschung gelangen daher frühkindliche Beziehungs- und Bindungserfahrungen sowie ihr Einfluss auf die weitere Entwicklung des Kindes. Um ergründen zu können, warum diese ungünstigen Bedingungen entstehen, müssen frühe Ausgangssituationen in Entwicklungsprozessen genauer betrachtet werden.

Mit Bezug auf eine biopsychosoziale Sichtweise gerät v. a. das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept in den Fokus der Betrachtung von Entwicklungsprozessen. Insbesondere die erste Zeit im Leben stellt für das sich entwickelnde Kind einen äußerst vulnerablen Lebensabschnitt dar, in dem es zahlreichen Risikofaktoren ausgesetzt ist. Für zu früh und kranke neugeborene Kinder lassen sich biologisch-medizinische Risiken, Risiken innerhalb der Eltern-Kind-Interaktion und familiäre sowie sozio-demografische Risiken unterscheiden


Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Die Notwendigkeit der psychosozialen Begleitung von Eltern in der Neonatologie

Aus der Zeitschrift ZGN - Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie

Call to Action Icon
Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie Jetzt abonnieren!

Newsletter Gynäkologie

  • Jetzt anmelden und Poster sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt kostenlos zum Newsletter an und sichern Sie sich das Poster: Hurra, das Baby kommt!

Quelle

Buchtipps

Physiotherapie in der Gynäkologie
Ulla Henscher, Antje Hüter-Becker, Mechthild DölkenPhysiotherapie in der Gynäkologie

physiolehrbuch Praxis

EUR [D] 29,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe
Thomas Weyerstahl, Manfred StauberDuale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe

EUR [D] 59,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe
Michael Kirschbaum, Karsten Münstedt, Nikoletta Athanassiou, Geert Braems, Anke Britta Brössner-LangCheckliste Gynäkologie und Geburtshilfe

EUR [D] 49,95Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.