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Das ovarielle Überstimulationssyndrom

Das ovarielle Überstimulationssyndrom (OHSS) ist eine – meist iatrogen induzierte – potenziell lebensbedrohliche Komplikation der ovariellen Stimulationstherapie. Das klinische Spektrum dieser selbstlimitierenden Erkrankung ist vielschichtig. Pathophysiologisch können die Symptome aufgrund einer gesteigerten Kapillarpermeabilität erklärt werden, welche wiederum durch Zytokine und Wachstumsfaktoren (v. a. durch VEGF = Vascular endothelial Growth Factor) getriggert werden.

Prädiktive Faktoren für ein OHSS:

  • erhöhtes Anti-Müller-Hormon (AMH)
  • hoher antraler Follikelcount (AFC)
  • Vorliegen eines polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS)
  • junges Alter der Patientin
  • OHSS in der Vorgeschichte

Ein Bericht der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) von 2014 bestätigte erneut, dass das OHSS immer noch eine der Hauptkomplikationen der ovariellen Stimulation im Rahmen von Maßnahmen assistierter Reproduktion darstellt.

In den letzten Jahren hat die Entwicklung neuer Strategien dazu geführt, dass die Inzidenz des OHSS reduziert werden konnte. Bei drohendem OHSS kann eine Ovulationsinduktion durch einen GnRH-Agonisten (bei Durchführung eines Antagonistenprotokolls) mit konsekutiver Kryokonservierung der Vorkernstadien zu einer signifikanten Senkung des OHSS-Risikos beitragen. Weitere Therapiestrategien zielen auf eine Modulation der VEGF-Sekretion (Dopaminagonisten) ab.

Als Möglichkeit einer primären Prävention wurde der Einfluss von Metformin bei der OHSS-Hochrisikogruppe der Patientinnen mit PCOS untersucht. Dabei konnte eine Risikoreduktion der ovariellen Überstimulation in der Metformingruppe festgestellt werden.

Der Einsatz des GnRH-Antagonistenprotokolls bei erhöhtem OHSS-Risiko sollte als Standard angesehen werden, da hier durch Ovulationsinduktion mittels eines GnRH-Agonisten und anschließendem „freeze all“ aller Vorkernstadien die Inzidenz des OHSS auf „0“ gesenkt werden kann.

Hauptziel der Zukunft sollte eine weitere Senkung der Inzidenz des OHSS darstellen. Möglicherweise könnte die Entwicklung neuer Medikamente zur Ovulationsinduktion (Kisspeptin-Signaltransduktion?) zu einer weiteren Reduktion der OHSS-Rate führen.

Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die aktuellen Konzepte zur Diagnostik und Therapie dieses Krankheitsbildes.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag Das ovarielle Überstimulationssyndrom – OHSS.


Aus der Zeitschrift Frauenheilkunde up2date 2/2015

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