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Palliative Care – Versagen oder Chance?

In den letzten Jahren ist die palliativmedizinische Versorgung fester Bestandteil des deutschen Gesundheitswesens geworden. Sowohl ambulante als auch stationäre Strukturen wurden geschaffen, z. T. gesetzlich verankert und in die Regelfinanzierung aufgenommen. Noch vor 15 Jahren war diese Entwicklung nicht absehbar. Palliativmedizin wurde von vielen kritisch beäugt, nicht als eigenes Fachgebiet anerkannt und eher als „das machen wir immer schon so“ abgewertet. Nicht nur die aktuelle Diskussion über den ärztlich assistierten Suizid, sondern die Einführung einer Zusatzbezeichnung, die Etablierung als akademisches Fach und die zunehmende Evidenzbasierung, haben viel zur Anerkennung der Palliativmedizin beigetragen.

Die palliativmedizinische Betreuung wird – trotz der in der Einleitung beschriebenen Entwicklung – von Patienten, Angehörigen und auch Ärzten immer noch als ein Versagen der Akutmedizin und der krankheitsorientierten Therapien gesehen. Der Kontakt zu palliativmedizinischen Einrichtungen oder Palliativmedizinern wird daher eher vermieden bzw. so lange wie möglich hinausgezögert. Damit wird aber auch die Chance vergeben, Schmerzen und andere unkontrollierte Symptome frühzeitig zu lindern, Unterstützung bei psychischen Belastungen und existenziellen Nöten anzubieten und für die verbleibende Lebenszeit zu planen.

Die Konzepte der palliativmedizinischen Betreuung haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert, was aber noch wenig bekannt ist. Dies dürfte einer der Gründe dafür sein, dass Palliativmedizin immer noch überwiegend mit dem Lebensende und der alleinigen Therapie von Schmerzen verbunden wird. Palliativmedizin wird in der Zwischenzeit unterschieden in allgemeine und spezialisierte Palliativversorgung, und die Einbindung sollte frühzeitig stattfinden [3]. Außerdem verbessert sich auch in der Palliativmedizin die Evidenzlage, was die Publikation der S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit nicht heilbaren Krebserkrankungen“ Anfang 2015 zeigt.

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Aus der Zeitschrift Geburtshilfe und Frauenheilkunde 3/2015

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