• Symbolbild, Quelle: PhotoDisc

    Zwillingsschwangerschaften nach füher transvaginaler Reduktion einer Mehrlingsschwangerschaft sind mit nicht-reduzierten Zwillingsschwangerschaften hinsichtlich des Outcomes vergleichbar.

     

Perinatales Outcome nach transvaginaler Reduktion einer Mehrlingsschwangerschaft

Hintergrund: In den letzten 30 Jahren ist die Anzahl der Mehrlingsschwangerschaften durch den vermehrten Einsatz reproduktiver Methoden enorm angestiegen. Einige Studien haben bereits gezeigt, dass eine Reduktion der Mehrlingsschwangerschaft (MPR) von 3–4 auf 2 Feten ein besseres Outcome erzielt. Derzeit werden 2 Verfahren, ein transabdominales und ein transvaginales durchgeführt. Haas et al. haben im Rahmen ihrer Studie das Outcome (Rate der Fehlgeburten, Inzidenz von Gestationshypertonie und intrauteriner Wachstumsretardierung) bei reduzierten und nicht-reduzierten Zwillingsschwangerschaften verglichen.
Fertil Steril 2014; 101: 1344–1348

 

Methoden: Für diese prospektive Kohortenstudie wurden 77 Mehrlingsschwangerschaften für die Interventionsgruppe und 78 dichorial-diamniote Zwillingsschwangerschaften für die Kontrollgruppe rekrutiert. Die Reduktion wurde bei den Frauen der Interventionsgruppe zwischen der 7.–8. SSW mit dem gleichen Verfahren in Allgemeinanästhesie transvaginal durchgeführt. Nach ca. 1 Woche wurde ein Kontrollultraschall durchgeführt und alle Patientinnen in einem routinemäßigen Follow-up beobachtet.

 

Ergebnisse: Drillingsschwangerschaften (n = 55), die zu einer Zwillingsschwangerschaft reduziert wurden, zeigten ein vergleichbares Outcome zu nicht-reduzierten Zwillingsschwangerschaften (35,12 vs. 31,7 SSW; p < 0,01). Die Zahl der Frühgeburten nach ≤ 32 SSW (1,9 vs. 1,4 %) und ≤ 34 SSW (15,1 vs. 19,2 %) war in beiden Gruppen vergleichbar. Es zeigten sich keine Unterschiede im mittleren Gestationsalter bei Geburt (36,54 vs. 36,35 SSW) oder dem mittleren Geburtsgewicht (2365 vs. 2365 g). Auch das Auftreten eines Gestationsdiabetes (15,1 vs. 14,1 %) und einer intrauterinen Wachstumsretardierung (IUGR; 1,9 vs. 9 %) zeigte keine signifikanten Unterschiede. Einzig die Anzahl der Frauen mit einer Gestationshypertonie war in der Interventions- höher als in der Kontrollgruppe (24,5 vs. 9 %), es bestand aber keine Assoziation mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburt oder IUGR.

 

Folgerung: Zusammenfassend scheint das Outcome von Zwillingsschwangerschaften nach früher transvaginaler Reduktion mit dem Outcome nach nicht-reduzierten Zwillingsschwangerschaften vergleichbar zu sein. Allerdings stellt sich eine MPR von viert- oder höhergradigen Mehrlingsschwangerschaften nicht positiver dar.

M. Lehrian

Aus: GebFra 9/14

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