• Vaginalring

    Bei vaginal verabreichtem Progesteron, z.B. per Vaginalring, zeigen die Patientinnen eine höhere Compliance als bei oraler Gabe (Symbolbild, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Verh%C3%BCtungsring, Urheber: Sakky / Lyrl).

     

Progesteron-Vaginalring vs. Vaginal-Gel zur Unterstützung der Lutealphase bei IVF

Hintergrund: Progesteron ist das Mittel der Wahl zur Unterstützung der Gelbkörperfunktion in der assistierten Reproduktion, da hCG mit einem höheren Risiko der ovariellen Überstimulation verbunden ist. Die verschiedenen Applikationsformen (oral, i. m. oder vaginal) haben Vor- und Nachteile. Die orale Gabe wird nicht bevorzugt. Große Kontroverse besteht jedoch über die i.m.- und die vaginale Verabreichung. Die vaginale Gabe von Progesteron ermöglicht die einfache und gezielte Verabreichung des Wirkstoffes direkt am Uterus bei niedrigerem, kontinuierlichem und stabilem Serumspiegel sowie wenigen Nebenwirkungen. So wird ein hohes Niveau an Progesteron am Endometrium erreicht. Vaginales Progesteron – als Tablette, Gel (PVG) oder Ring (PVR) – hat im Vergleich zu oral oder i. m. angewendetem Progesteron eine bessere Patientencompliance. Stadtmauer et al. haben die Wirksamkeit und Sicherheit der Gabe von PVR und PVG in der Unterstützung der Lutealphase bei IVF verglichen.

Fertil Steril 2013; 99 (6):1543–1549

 

Methoden: 1297 unfruchtbare Patientinnen wurden in diese multizentrische, prospektive, randomisierte, einfachblinde, klinische Phase-III-Studie einbezogen. Am Tag nach der Punktion wurden die Patientinnen randomisiert in eine Gruppe mit wöchentlicher PVR-Gabe (n=646) oder in eine Gruppe mit täglicher 8%-iger-PVG-Applikation (n=651). Die Therapie wurde am Tag nach der Eizellentnahme begonnen und für 10 Wochen fortgeführt. Bei Mangel an ß-hCG-Anstieg bzw. bei Abort wurde die Patientin aus der Studie gestrichen. Primärer Endpunkt war die klinische Schwangerschaftsrate nach der 8. und 12. SSW. Sekundäre Endpunkte waren die Rate an biochemischen Schwangerschaften, Lebendgeburten, Fehlgeburten, EUGs, Therapieabbruchrate, Sicherheit und Verträglichkeit.

 

Ergebnisse: Die klinischen Schwangerschaftsraten bei 8 und 12 Wochen waren in beiden Gruppen hoch und vergleichbar: In der PVR-Gruppe betrug sie 48 % in der 8. Woche und 46,4% in der 12. Woche. Für die PVG-Gruppe waren es 47,2% in der 8. SSW bzw. 45,2% in der 12. SSW. Die Rate an Lebendgeburten betrug in der PVR-Gruppe 45% und in der PVG-Gruppe 43%. Die Nebenwirkungen (z.B. Infektionen, Zystitis, vaginale Irritationen, Ausfluss oder Blutung) waren in beiden Gruppen vergleichbar. Die Progesterondosen, die über den Vaginalring und das Vaginalgel abgegeben wurden, sind vergleichbar. Für beide primären Endpunkte wurde somit keine Minderwertigkeit des Prüfpräparates (Ring) im Vergleich zum zugelassenen Gel demonstriert.

 

Folgerung: Unter IVF-Patientinnen, die zur Unterstützung der Lutealphase vaginal Progesteron erhielten, konnten Stadtmauer und Kollegen keine Unterschiede bei der Verabreichung über einen Vaginalring oder ein Vaginalgel in Bezug auf die Schwangerschaftsrate oder auf die Sicherheit feststellen. Die beobachteten Ergebnisse liefern zusätzliche Hinweise, dass die Verwendung eines komfortablen, 1-mal wöchentlich zu wechselnden Vaginalringes eine angemessene Gelbkörperunterstützung bietet, die unbedenklich ist und die Notwendigkeit mehrerer täglicher intramuskulärer Injektionen überflüssig macht, so die Autoren.

 

Dr. Ana Habedank, Darmstadt

Aus GebFra Geburtshilfe und Frauenheilkunde 09/2013

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