Schwangerschaften und Geburten in Deutschland - Eine Darstellung in Bildern

Jährlich kommen in Deutschland rund 675.000 Kinder zur Welt.

Und jede einzelne Schwangerschaft ist ein kleines Wunder. Was passiert während der neun Monate? Entdecken Sie interessante Fakten rund um die Geburten in Deutschland. 

  • Schwangerschaft: das passiert in den einzelnen Monaten

    Schwangerschaft - das passiert in den einzelnen Monaten

     

Befruchtung

Die Eizelle wird innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach der Ovulation befruchtet. Erfolgt in dieser Zeit keine Befruchtung, so kommt es 24 Stunden nach der Ovulation zur Degeneration der Eizelle. Im Gegensatz dazu sind Spermien langlebiger: sie überleben 48 bis 72 Stunden im weiblichen Genitaltrakt. Welches Geschlecht der Embryo hat wird dadurch bestimmt, mit welchem Chromosom (Y für männlich oder X für weiblich) das Spermium, welches in die Eizelle eindringt, ausgestattet ist. Teilt sich die Eizelle nach der Befruchtung oder werden zwei Eizellen befruchtet, dann entstehen Zwillinge.

  • Mehrlingsgeburten in Deutschland

    Knapp 12.000 Mehrlingsgeburten gab es 2012

     

Nach der Befruchtung in den Tuben wandert die befruchtete Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter.
Dort nistet sie sich ein und die Plazenta entwickelt sich am sechsten bis siebten Tag post conceptionem.

Gerade die Phase der Anhaftung und der initialen Implantation ist eine besonders kritische: Experten gehen von einem Verlust von bis zu 60 Prozent der implantationsfähigen Keime aus.

  • Tubenwanderung befruchtete Eizelle

    Der Weg der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter

     

Tubenwanderung in der ersten Woche

1 Oozyte direkt nach der Ovulation | 2 Befruchtung ca. 12 bis 24 Stunden nach der Ovulation | 3 Stadium mit männlichem und weiblichem Vorkern  | 4 Zwei Zellen Stadium (ca. 30 Stunden alt) | 5 Morula mit 12 bis 16 Blastomeren | 6 Blastozyste (nach ca. 4,5 Tagen)

Organogenese
(15-60 Tage ab Befruchtung)

Innerhalb der Blastozyte entwickeln sich die Organe aus den drei Keimblättern Ektoderm, Endoderm und Mesoderm. Jetzt werden alle Zellen auf die künftige körperliche Gestalt zugeordnet.

Aus dem Ektoderm (dem äußeren Keimblatt) entstehen die Organe, die den Kontakt zur Außenwelt aufrechterhalten, u.a. das zentrale und periphere Nervensystem. Aus den paraaxialen Abschnürungen des Mesoderms (des mittleren Keimblattes) entstehen die Somiten (Ursegmente), aus diesen entwickeln sich u.a. die Knochen, die Skelettmuskulatur sowie die Herz- und Blutgefäße. Aus dem Endoderm (dem inneren Keimblatt) entsteht die epitheliale Auskleidung des Gastrointestinaltraktes, des Respirationstraktes sowie der Harnblase.

Das Fehlbildungsrisiko ist während der Organogenese besonders hoch: zwei bis vier Prozent aller angeborenen Anomalien lassen sich auf Einflüsse von Arzneimitteln, Genussmitteln und Alkohol in dieser Phase zurückführen. Die meisten Fehlbildungen resultieren aus Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.

Herzschlag

Ende der vierten Woche beginnt das embryonale Herz zu schlagen. Linsenbläschen, Nasengrube und Großhirnbläschen haben sich Ende der fünften Woche entwickelt.

Nach acht Wochen sind Nase, Augenlider und äußeres Ohr deutlich ausgeprägt, die Finger und Zehen sind getrennt.

Die Embryogenese ist nun abgeschlossen, jetzt beginnt die Fetalperiode, die bis zur Geburt dauert.

  • Anzahl Geburten jährlich in Deutschland

    Rund 676.000 Kinder wurden 2012 in Deutschland geboren

     

Fetalperiode
(ab der 9. Woche)

Im dritten Monat beschleunigt sich das Wachstum des Körpers, während das Wachstum des Kopfes sich verlangsamt. Der Kopf ist jedoch noch immer relativ groß, er misst etwa die Hälfte der Scheitel-Steiß-Länge. Verschiedene Körperfunktionen werden nun aktiv, so beginnt zum Beispiel die Urinproduktion durch die Nieren. Außerdem treten erstmals bestimmte Bewegungen auf: der Fötus kann Saugen und Schlucken, er gähnt, hat Schluckauf und kann Arme, Beine und Kopf bewegen.

Im vierten Monat wird das Gesicht immer menschenähnlicher und das Wollhaar bildet sich. Das Lanugohaar bedeckt den Körper des Kindes und fällt vor der Geburt wieder aus. Die Talgdrüsen des Lanugohaars produzieren die Käseschmiere (Vernix caseosa) welche das Aufweichen der Haut im Fruchtwasser verhindern.

Bewegungen des Fötus sind spürbar

Ab der 17. Woche spürt die Mutter die ersten Bewegungen des Kindes. Von außen sind diese noch nicht spürbar. Der Fötus kann jetzt z.B. den Herzschlag oder die Darmperistaltik der Mutter wahrnehmen, das Kind beginnt zu hören.

Geschlecht kann bestimmt werden

Mittels Ultraschall kann nun festgestellt werden, ob es sich bei dem Ungeborenen um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. 

  • Anzahl der Jungen und Mädchen die jährlich in Deutschland geboren werden

    2012 kamen etwas mehr Jungen als Mädchen zur Welt

     

Halbzeit

Die Hälfte der Schwangerschaft ist nach 20 Wochen vorbei, das Wachstum des Kindes verlangsamt sich nun etwas. Die Proportionen stimmen jedoch noch nicht ganz: Die halbe Körperlänge machen Kopf und Oberkörper mit einer Scheitel-Steiß-Länge von circa 15 Zentimetern aus. Bis zur Geburt werden sich die Proportionen normalisieren, sodass der Kopf am Ende etwa ein Viertel der Gesamtkörperlänge ausmacht und die Körperhälfte sich knapp über den Bauchnabel des Babys verschoben hat.

  • Körpergröße Fötus im 3., 5. und 9. Monat

    Die Proportionen des fetalen Körpes verändern sich im Lauf der Schwangerschaft stark

     

Sechster Monat

Das Gewicht des Fötus nimmt beträchtlich zu. Finger- und Zehennägel sind jetzt fast vollständig entwickelt, der Fötus reagiert auf optische Reize. So können zum Beispiel Blinzel- oder Schreckreflexe ausgelöst werden.

Zwischen den Bewegungsphasen treten nun zunehmend längere Ruhepausen auf. Die Lungenentwicklung ist nun soweit fortgeschritten, dass eine Atmung bedingt möglich ist. Kommt das Kind nun zur Welt, kann es theoretisch unter intensivmedizinischer Betreuung überleben.

Übungswehen

Der Körper der Frau beginnt sich auf die Geburt vorzubereiten. Mittels erhöhter Blutzirkulation und gezielter Anspannung der Uterusmuskulatur „trainiert“ die Gebärmutter die Geburt. Diese sogenannten Übungswehen treten bis zur Geburt auf.

  • Geburtenreichste Monate Deutschland

    In den Sommermonaten kommen die meisten Kinder zur Welt

     

Das Kind im siebten Monat

Der Fötus befindet sich die meiste Zeit, ca. 80 bis 90 Prozent des Tages, in einem Schlafzustand. Er kann nun auch akustische Geräusche von außen hören und die Augenlider öffnen sich. Das Kind nimmt ca. 200 Gramm wöchentlich zu.

Der Fötus ist überlebensfähig

Die Lungen sind nun zum Gasaustausch fähig, sodass Kinder die jetzt geboren werden sehr gute Überlebenschancen haben, intensivmedizinische Betreuung vorausgesetzt.

Achter Monat

Der Fötus nimmt stark an Gewicht zu. Subkutanes Fettgewebe wird zunehmend ausgebildet, was dazu führt, dass sich die Körperform des Kindes abrundet und die Haut rosig und glatt erscheint.

In den Pupillen kann der Lichtreflex ausgelöst werden.
Alle Organe außer der Lunge sind nun vollständig entwickelt.

  • Durchschnittliches Alter bei der Geburt

    Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt erhöht sich kontinuierlich

     

Endspurt

Jetzt haben alle Organsysteme ihre vollständige Funktionsfähigkeit. Der Fötus kann zugreifen und orientiert sich spontan zum Licht.Die Wachstumsrate verlangsamt sich bis zum Geburtstermin. Bei der Geburt beträgt die Kopfgröße nun etwa ein Viertel der Gesamtgröße (Scheitel-Fersen-Länge). In Vorbereitung auf die Geburt senkt sich die Gebärmutter und der Kopf des Kindes tritt in das kleine Becken ein.

Geburtsgewicht

Bei männlichen Neugeborenen beträgt das Geburtsgewicht ca. 2800 bis 4100 Gramm. Weibliche Neugeborene sind in der Regel etwas leichter.

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    Die beliebtesten Babynamen der Deutschen

     
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