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Schwangerschaftsdauer und Frühgeburtlichkeit: Welche Rolle spielen die Gene?

Dass die mütterliche und kindliche Genausstattung den Geburtstermin beeinflussen, wird schon länger vermutet. Nun ist es US-Forschern gelungen, verschiedene maternale Genvarianten zu identifizieren, die nachweislich mit der Schwangerschaftsdauer und dem Frühgeburtsrisiko assoziiert sind.

Die Dauer einer Schwangerschaft sowie das Risiko für eine spontane Frühgeburt sind von genetischen Faktoren abhängig, das belegen die Ergebnisse einer im New England Journal veröffentlichten Arbeit. Die Wissenschaftler haben im Rahmen einer genomweiten Assoziationsstudie 43 568 Frauen (mehrheitlich europäischer Abstammung) genotypisiert. Von allen Probandinnen lagen Informationen zur Dauer der ersten ausgetragenen Einlingsschwangerschaft vor. Frauen mit einer Frühgeburt aufgrund einer medizinischen Indikation wurden von der Analyse ausgeschlossen.

Anschließend wurden die Ergebnisse anhand der Daten von weiteren 8643 Müttern und 4090 Kindern überprüft. Dieses Bestätigungskollektiv umfasste eine große Anzahl von Frühgeburten. Ferner wurde überprüft, ob die gefundenen Single-Nukleotid-Polymorphismen (SNPs) zuvor bereits in einem anderen Zusammenhang funktionell charakterisiert worden waren.

Im Primärkollektiv hatten 86,8% der Frauen in Terminnähe (37 – 42 SSW) entbunden, 7,6% vor 37 SSW und 5,6% nach 42 SSW. Das mütterliche Alter erwies sich als signifikanter Einflussfaktor bezüglich der Schwangerschaftsdauer. In beiden maternalen Testkollektiven konnte für 6 verschiedene Genloci ein signifikanter Zusammenhang mit dem Gestationsalter nachgewiesen werden: EBF1, EEFSEC, AGTR2, WNT4, ADCY5 sowie RAP2C. Für EBF1, EEFSEC sowie AGTR2 bestand zudem ein signifikanter Zusammenhang mit dem Frühgeburtsrisiko. Im Bestätigungskollektiv der Kinder zeigten sich dieselben Assoziationen wie in den maternalen Kollektiven, allerdings fielen die Effektstärken geringer aus. Die Analyseergebnisse der Mutter-Kind-Paare deuteten darauf hin, dass der Einfluss der genetischen Varianten auf die Schwangerschaftsdauer und das Frühgeburtsrisiko nicht auf den fetalen, sondern auf den maternalen Genotyp zurückzuführen ist.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Schwangerschaftsdauer und Frühgeburtlichkeit: Welche Rolle spielen die Gene?

Aus der Zeitschrift: Frauenheilkunde up2date 06/2017

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