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    Eine Behandlung schwangerer Frauen, die unter Vitamin-D-Mangel leiden, verbessert die fetalen Wachstumsindizes.

     

Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft: Behandlung verbessert Wachstumsindizes des Fetus

Hintergrund: Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Calcium im Darm und ist von essenzieller Bedeutung für den Knochenstoffwechsel und Knochenaufbau. Verschiedene Studien haben die Effekte von Vitamin-D-Mangel und -Supplementierung auf das fetale Wachstum untersucht, die Ergebnisse waren allerdings inkonsistent. S. Hashemipour et al. sind der Frage nachgegangen, ob eine Behandlung von schwangeren Frauen mit Vitamin-D-Mangel die Wachstumsindizes der Föten verbessert.

Europ J Obstet Gynecol Reprod Biol 2014; 172: 15–19

 

Methoden: Die randomisierte, klinische Open-label-Studie fand zwischen Dezember 2011 und März 2012 im Iran statt. Berichten zufolge liegt dort bei 40–80 % aller schwangeren Frauen ein Vitamin-D-Mangel vor. Die Untersuchung schloss 130 Frauen mit Vitamin-D-Mangel ein (25[OH]-Vitamin-D < 30 ng / ml), diese befanden sich in der 24.–26. Schwangerschaftswoche. Die Studienteilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in 2 Gruppen unterteilt: Die Mitglieder der Interventionsgruppe erhielten über 8 Wochen täglich 200 mg Calcium plus Multivitamin (enthielt 400 U Vitamin D3) sowie wöchentlich 50 000 U Vitamin D3, während die Mitglieder der Kontrollgruppe täglich lediglich 200 mg Calcium plus Multivitamin (ebenfalls mit 400 U Vitamin D3) zu sich nahmen. Zum Zeitpunkt der Geburt wurden die 25(OH)-Vitamin-D-Werte bei der Mutter sowie im Nabelschnurblut bestimmt. Zudem ermittelten die Autoren die maternale Gewichtszunahme sowie die Länge, das Gewicht und den Kopfumfang des Säuglings und verglichen die Ergebnisse zwischen beiden Gruppen.

 

Ergebnisse: Für die Auswertung standen vollständige Daten von 55 Frauen aus der Interventionsgruppe und 54 aus der Kontrollgruppe zu Verfügung. Zum Zeitpunkt der Geburt stellten die Autoren in der Interventionsgruppe ein signifikant höheres maternales Vitamin-D-Siegel im Serum fest als in der Kontrollgruppe (p = 0,0001). Die durchschnittliche Länge des Säuglings (Interventionsgruppe: 49 ± 1,6 cm, Kontrollgruppe: 48,2 ± 1,7 cm; p = 0,001), der Kopfumfang (Interventionsgruppe: 35,9 ± 0,7 cm, Kontrollgruppe: 35,3 ± 1,0 cm; p = 0,001) sowie das Gewicht (Interventionsgruppe: 3429 ± 351,9 g, Kontrollgruppe: 3258,8 ± 328,2 g; p = 0,01) waren in der Interventionsgruppe signifikant höher im Vergleich zu der Kontrollgruppe. Auch die durchschnittliche maternale Gewichtszunahme erwies sich in der Interventionsgruppe als höher (13,3 ± 2,4 vs. 11,7 ± 2,7 kg; p = 0,006). Eine multivariate Regressionsanalyse zeigte, dass eine unabhängige Beziehung zwischen dem maternalen Vitamin-D-Wert und der maternalen Gewichtszunahme, der Länge des Säuglings, des neonatalen Gewichts und Kopfumfangs bestand.

 

Folgerung: Eine Behandlung schwangerer Frauen, die unter Vitamin-D-Mangel leiden, verbessert die fetalen Wachstumsindizes wie Länge, Gewicht und Kopfumfang sowie die maternale Gewichtszunahme während der Schwangerschaft. Zudem besteht ein signifikanter unabhängiger Zusammenhang zwischen dem maternalen Vitamin-D-Wert und den fetalen Wachstumsindizes.

Dr. F. Lichert, Weilburg

 

Aus: GebFra 5/14

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