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    Bei Ovarialkarzinom-Patientinnen kommt es in 20 % der Fälle zu einem platinresistenten Rezidiv.

     

Wie kosteneffektiv ist die frühe palliativmedizinische Intervention bei Patientinnen mit platin-resistentem Ovarialkarzinom?

Hintergrund: Bei Ovarialkarzinom-Patientinnen kommt es in 20 % der Fälle zu einem platinresistenten Rezidiv. Multiple Chemotherapeutika erzielen in diesen Fällen nur einen moderaten Gewinn in der Lebenserwartung. Gemäß Leitlinien des National Comprehensive Cancer Network sollte eine palliativmedizinische Intervention bei Diagnosestellung vom onkologischen Team eingeleitet und in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team von palliativmedizinischen Experten fortgeführt werden. Lowery et al. haben eruiert, wie sich die frühe palliativmedizinische Intervention (FPMI) bei rezidiviertem platinresistentem Ovarialkarzinom auf die Kosten auswirkt.

Gynecol Oncol 2013; 208: 457–462

 

Methoden: Anhand eines Entscheidungsmodells mit einem Zeithorizont von 6 Monaten wurden 2 klinische Management-Strategien bei Frauen mit platinresistentem Ovarialkarzinom evaluiert: Die routinemäßige Therapie und die zusätzliche frühe Überweisung an einen Spezialisten für FPMI. Modellparameter beinhalteten die Raten an Klinikeinweisungen, Behandlungen in der Notaufnahme, Chemotherapiegaben und Lebensqualität.

Anhand von bereits veröffentlichten Daten zum Ovarialkarzinom waren folgende Baseline-Raten nach 6 Monaten Ausgangspunkt:

  • Klinikaufenthalt 70 %,
  • Chemotherapie 60 % und
  • Therapie in der Notaufnahme 30 %.

Basierend auf Daten einer Studie über FPMI bei metastasiertem Lungenkarzinom wurde das Chancenverhältnis (OR) für potentielle Kürzungen modelliert. Die Kosten von Klinikaufenthalt, Notaufnahme, Chemotherapie und FPMI basierten auf veröffentlichten Daten. Der Umfang wurde für die Sensitivitätsanalyse verwendet. Die Wirksamkeit wurde in qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALY) quantifiziert. Das Überleben wurde zwischen beiden Strategien als äquivalent angenommen.

 

Ergebnisse: Verglichen mit der routinemäßigen Behandlung wurde die FPMI mit einer Kostenersparnis von 1285 US$ pro Patient verbunden. In der Sensitivitätsanalyse unter Einbeziehung der Lebensqualität war die FPMI entweder dominant oder kostengünstiger, mit einem zusätzlichen Kosten-Nutzen-Verhältnis von < 50 000 US$ pro QALY, soweit die Kosten der ambulanten FPMI 2400 US$ überschritten. Auch wenn kein weiterer klinischer Nutzen außer eine verbesserte Lebensqualität angenommen wurde (keine Änderung der Chemotherapie, Krankenhausaufenthalte oder Notfallbehandlungen), blieb die FPMI kostengünstig mit einem inkrementellen Kosten-Nutzen-Verhältnis von 37 344 US$ pro QALY.

 

Folgerung: Palliativmedizin gilt oft als Synonym für die Unterbringung im Pflegeheim. Dabei beinhaltet die palliativmedizinische Versorgung das komplette Management von Symptomen von Anbeginn der Erkrankung. Lowery und Kollegen zeigten, dass bei Frauen mit Ovarialkarzinomrezidiv eine FPMI im Zusammenhang mit der Sterbebegleitung das Potential zur Kosteneinsparung hat: Es zeigte sich kosteneffektiv und kostenreduzierend. Weitere prospektive Studien sind nötig, um die tatsächlichen Auswirkungen eines Programms zu etablieren, das die FPMI auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und von Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität mit einbezieht, so die Autoren.

 

Dr. Ana Habedank, Darmstadt

Aus: GebFra 01/2014

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Palliativmedizin in der Gynäkologie
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