• Muttermundlippe mit Randwall

    Kolposkopie 16.SSW mit Ulkus der vorderen Muttermundslippe mit Randwall.

     

Zervixkarzinom in der Frühschwangerschaft - Erfolgreiche Geburt per Sectio mit anschließender radikaler Hysterektomie

Zusammenfassung

Bei einer 32-jährigen Patientin wurde in der 17. Schwangerschaftswoche ein Zervixkarzinom diagnostiziert. Die histologische Sicherung ergab ein gut differenziertes Plattenepithelkarzinom. Es handelt sich um ein klinisches Tumorstadium Ib1, bildgebend ohne vergrößerte Lymphknoten. Nach Staging-MRT, intensiver Aufklärung der Patientin und Falldiskussion im interdisziplinären Tumorboard sowie Absprache mit den Neonatologen wurde die Prolongation der Schwangerschaft unter engmaschiger Kontrolle vereinbart. Das Karzinom blieb im weiteren Schwangerschaftsverlauf auf die Zervix beschränkt. Die elektive Entbindung wurde nach 32 SSW geplant. Die primäre Sectio caesarea mit anschließender radikaler Hysterektomie nach Piver II verlief ohne Komplikationen. Bei regelrechtem postoperativem Verlauf der Mutter wurde zeitgerecht die Brachytherapie durchgeführt. Das prämature Neugeborene wurde bei guter postnataler Adaptation neonatologisch betreut. Mutter und Kind konnten gesund nach Hause entlassen werden.

 

Einleitung

In den letzten Jahren ist eine zunehmende Inzidenz von Karzinomen während der Schwangerschaft zu beobachten. Dabei ist das Zervixkarzinom das häufigste solide Karzinom in der Schwangerschaft mit einer geschätzten Inzidenz von 1–2 pro 1200–10000 Schwangerschaften. Die Zytologie ist Bestandteil der Schwangerenvorsorge in Deutschland. Ca. 3% aller neu diagnostizierten Zervixkarzinome betreffen schwangere Patientinnen. Das synchrone Auftreten von Schwangerschaft und Zervixkarzinom stellt ein Dilemma für die betroffenen Paare, Ärzte und Angehörigen dar und erfordert eine besondere Expertise zur Beratung und Behandlung dieser 

Patientinnen, insbesondere, wenn die Schwangerschaft ausgetragen werden soll. Optimale Voraussetzungen bietet hier eine Klinik, die sowohl Perinatalzentrum als auch gynäkoonkologisches Zentrum ist. Die überwiegende Mehrheit der Zervixkarzinome (ca. 70%) wird im Stadium I diagnostiziert, sodass häufiger ein operables Stadium vorgefunden wird als außerhalb der Schwangerschaft. Außerhalb der Schwangerschaft ist die Therapie des Zervixkarzinoms gut definiert, jedoch existieren nur wenige Empfehlungen zum Vorgehen bei Zervixkarzinom in der Schwangerschaft. In Deutschland gibt es aktuell keine Leitlinien zur Vorgehensweise bei schwangeren Frauen mit einem Zervixkarzinom (S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung Zervixkarzinom in Bearbeitung). Große, randomisierte Studien gibt es zu diesem Thema ebenfalls nicht, die meisten Erwähnungen in der Literatur sind Einzelfallberichte oder retrospektive Überblicke. Das Vorgehenwährend der Schwangerschaft wird durch das Schwangerschaftsalter, das Tumorstadium, Risikofaktoren wie Lymphknotenbefall und den Patientenwunsch beeinflusst. Zur Beurteilung der Lymphknoten wird im 1. Schwangerschaftstrimenon neben der nativen MRT-Untersuchung auch die Staging-Laparoskopie diskutiert. In diesem Fallbericht beschreiben wir den Fall einer Patientin, bei der in der Frühschwangerschaft ein Zervixkarzinom diagnostiziert wurde und mit 33 SSW die primäre Sectio caesarea mit anschließender radikaler Hysterektomie (Piver II) durchgeführt wurden.

 

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel

Aus: GebFra 3/14

Call to Action Icon
Kostenlos testen Hier GebFra probelesen
  • Melden Sie sich zum Gyn-Newsletter an!

Wir empfehlen

Palliativmedizin in der Gynäkologie
Bernhard UhlPalliativmedizin in der Gynäkologie

EUR [D] 39,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Medizinische Genetik für die Praxis
Ute Moog, Olaf RießMedizinische Genetik für die Praxis

Diagnostik, Beratung, Fallbeispiele

EUR [D] 99,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.