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    Das Zervixkarzinom-Screening hilft Vorstufen des Karzinoms zu erkennen und soll somit die Entwicklung von invasiven Karzinomen verhindern.

     

Zervixkarzinom-Risiko deutlich durch HPV-basiertes Screening bei Frauen ab 30 Jahren reduziert

Hintergrund: Das Zervixkarzinom-Screening soll die Entwicklung von invasiven Karzinomen verhindern, indem es dazu verhilft, Vorstufen des Karzinoms zu erkennen. Die vorhandenen Studien, die das HPV-Screening im Vergleich zum konventionellen untersuchen, haben als Endpunkt meist die Detektion von Vorstufen. Um eine Aussage zum Präventionseffekt in Bezug auf das Zervixkarzinom des HPV-basierten Screenings im Vergleich zum konventionellen Screening machen zu können, haben die Autoren um Ronco die Patientinnen aus 4 europäischen Studien nachuntersucht.

Lancet 2014; 383: 524–532

 

Methoden: Nachuntersucht wurden Patientinnen aus den Studien NTCC (Italien), POBASCAM (Niederlande), ARTISITIC (England) und Swedescreen (Schweden). In allen Studien waren die Frauen entweder zum konventionellen oder zum HPV-Screening randomisiert. Je nach Studiendesign wurden die Frauen in der 1. Runde nach positivem Ergebnis kolposkopiert oder nur nachkontrolliert. Bei unauffälligen Befunden wurden die Frauen jeweils entsprechend der nationalen Vorgaben weiterkontrolliert. Die Autoren analysierten die Studien speziell unter dem Aspekt des Auftretens von Zervixkarzinomen und berechneten dessen kumulative Inzidenz aus allen Studien. Die studienadaptierte Detektionsrate im Kontrollarm vs. HPV-Arm wurde ermittelt. Eingeschlossen wurden dabei ausschließlich Frauen, die bei Studienbeginn im HPV-Arm HPV-negativ waren und im konventionellen Arm eine unauffällige Zytologie hatten.

 

Ergebnisse: Insgesamt konnten die Daten von 176 464 Frauen ausgewertet werden. Epidemiologisch ergab sich innerhalb und zwischen den Studien kein Unterschied bei den rekrutierten Patientinnen. Das Follow-up betrug gesamt 1 214 415 Lebensjahre. Insgesamt wurden 107 Zervixkarzinome entdeckt. In den ersten 2 Jahren war die Detektionsrate in beiden Armen gleich, divergierte danach aber zugunsten des konventionellen Arms mit 46,7 / 100 000 versus 93,6 / 100 000 nach 8 Jahren.

 

Folgerung: Die kumulierten Daten der Studie zeigen, dass im Arm mit HPV-Typisierung nach 5,5 Jahren die Zervixkarzinom-Inzidenz niedriger ist als 3,5 Jahre nach konventioneller Zytologie. Daher sei das 5-Jahresintervall im Screening mit HPV sicherer als das 3-Jahresintervall mit Zytologie. Ebenso könnten damit die Zahl unnötiger Kolposkopien und Biopsien und somit die entstehenden Kosten reduziert werden. Insbesondere in der Gruppe der 30–34-Jährigen zeigte sich in dieser Studie zumindest kein Nachteil, sondern tendenziell sogar ein Vorteil für das HPV-Modell. Zusammenfassend schließen die Autoren, dass ein HPV-basiertes Screening ab 30 Jahren das Risiko für ein Zervixkarzinom um 60–70 % reduzieren kann.

Dr. S. Johann

Aus: GebFra 6/14

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