• Amenorrhö

Zusammenhang zwischen FHA und PCOS

Die funktionelle hypothalamische Amenorrhö (FHA) nimmt in den meisten Fällen ihren Anfang im Erwachsenenleben, Auslöser ist häufig ein belastendes Ereignis. Einige dieser Patientinnen weisen Merkmale des polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) auf wie z. B. erhöhte Werte des Anti-Müller-Hormons (AMH) sowie eine veränderte Morphologie und Größe des Ovariums. Eine Studie aus Italien hat am Beispiel einer Gruppe von FHA-Patientinnen untersucht, ob bei diesen zusätzlich ein PCOS vorliegt.

Methoden: Die Autoren analysierten retrospektiv 40 Frauen mit einer FHA. 28 nach Alter gematchte gesunde Frauen dienten als Kontrolle. Nach Blutentnahme wurden die Werte von AMH, Androgenen und anderen Hormonen im Serum bestimmt. Zudem unterzogen sich alle Frauen einer morphologischen Untersuchung des Ovariums mittels Ultraschall.

Ergebnisse: Im Vergleich zu den gesunden Kontrollen waren FHA-Patientinnen durch einen niedrigeren Body-Mass-Index sowie niedrigere Werte von luteinisierendem Hormon und Estradiol aber durch höhere Werte von AMH und ein größeres ovarielles Volumen gekennzeichnet. 13 Patientinnen (32,5%) wiesen AMH-Konzentrationen > 4,7 ng / ml auf, was mit der Situation beim PCOS übereinstimmte. Diese Frauen zeigten ein signifikant größeres Ovariumvolumen als die verbliebenen Patientinnen mit FHA. Bei 4 von 13 Frauen mit FHA und erhöhten AMH-Konzentrationen (10%) stellten die Autoren ovarielle Volumina ≥ 10 cm3 fest (ebenfalls in Übereinstimmung mit dem PCOS). Im Fall dieser Patientinnen bewegten sich die Androgen-Werte im oberen Normalbereich oder waren leicht erhöht, trotz niedriger bzw. normaler Gonadotropin-Werte. Die durchschnittlichen Testosteron-Werte erwiesen sich im Vergleich zu anderen Patientinnen mit erhöhten AMH-Konzentrationen und normaler ovarieller Größe als signifikant erhöht. 6 weitere FHA-Patientinnen, die erhöhte Werte von AMH aufwiesen, zeigten auch höhere Konzentrationen bei einigen Androgenen, die Testosteron-Werte und die Ovariumgrößen waren hingegen normal.

Folgerung: Innerhalb der Studie lag bei 10% der FHA-Patientinnen möglicherweise zusätzlich ein PCOS vor. Die Patientinnen wiesen erhöhte AMH-Konzentrationen sowie ein ovarielles Volumen ≥ 10 cm3 auf. Da die Frauen vor dem Auftreten der Amenorrhö keine Symptome zeigten, scheint die Assoziation zwischen FHA und PCOS nach Meinung der Autoren nicht zufälliger Natur zu sein. Sie empfehlen, die zugrunde liegenden Mechanismen aufzuklären, möglicherweise seien psychologische Faktoren daran beteiligt.

 

Aus der Zeitschrift Geburtshilfe und Frauenheilkunde; Zusammenhang zwischen FHA und PCOS; Frank Lichert

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Quelle

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