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Zustand nach Sectio: Management und bildgebende Diagnostik

Aufgrund steigender Sectio-Raten, insbesondere in den Industrieländern, stellen sich heute immer mehr Frauen mit wenigstens einer Sectio in der Anamnese zur Geburtsplanung vor. Waren es laut Statistischem Bundesamt im Jahr 1993 in Deutschland lediglich 16,9 %, so entbanden im Jahr 2003 bereits 25,5 % und im Jahr 2013 bereits 31,8 % aller Frauen mittels einer Sectio.

Ein Grund für die ansteigenden Sectio-Raten ist der Wunsch nach Sicherheit für Mutter und Kind und nicht zuletzt die gute Planbarkeit der Methode. Da primäre Komplikationen nur selten auftreten, genießt die operative Entbindung durch eine Sectio Vertrauen bei Ärzten und Patientinnen. Transfusionsbedürftige Blutungen (1,3 %) und Wundinfektionen mit Wundheilungsstörungen (6 %) zählen dabei zu den häufigsten perioperativen Komplikationen.

Neben den meist gut beherrschbaren primären Komplikationen erfordern sekundäre Komplikationen in Folgeschwangerschaften immer häufiger eine entsprechende geburtsmedizinische Diagnostik und Therapie. Zu den wesentlichen Sekundärkomplikationen zählen:

  • Implantations- und Nidationsstörungen
  • Plazentationsstörungen
  • Defekte der Uterotomienarbe

Die hiermit verbundenen, nicht selten lebensbedrohlichen Risiken für Mutter und Kind erfordern ein adäquates geburtsmedizinisches Management. Dieses umfasst die pränatale Diagnostik, eine intensive Geburtsplanung und eine angemessene Geburtsleitung. Hierbei ist u. a. zu berücksichtigen, dass die Risiken für Sekundärkomplikationen mit jedem erneuten Kaiserschnitt zunehmen.

Die Indikation zur Re-Sectio sollte insbesondere bei weiter bestehendem Kinderwunsch streng gestellt werden.

Der hohe Stellenwert der Schwangerenbetreuung bei Z. n. Sectio macht die Auseinandersetzung mit diesem wichtigen geburtsmedizinischen Thema dringend notwendig. Dieser Artikel soll dem Leser die wichtigsten Komplikationen bei Z. n. Sectio und den optimalen Ablauf der Schwangerenbetreuung und Geburtsleitung bei Z. n. Sectio vermitteln.

Sekundäre Sectio-Komplikationen bei Folgeschwangerschaften

Narbenschwangerschaften

Definition und Inzidenz

Eine besondere Form der ektopen Schwangerschaften ist die Narbenschwangerschaft. Die Implantation der Blastozyste findet hierbei direkt im Narbenbereich statt. Mit zunehmendem Schwangerschaftsalter steigt das Risiko für eine Uterusruptur und damit auch das Risiko für eine lebensbedrohliche maternale Blutung. Neben anderen transmuralen Uterusoperationen ist der Z. n. Sectio der wichtigste Risikofaktor für das Auftreten von Narbenschwangerschaften [2]. Eine Narbenschwangerschaft betrifft 0,15 % der Frauen mit Z. n. Sectio und macht 6,1 % aller ektopen Schwangerschaften bei Patientinnen mit wenigstens einer Sectio in der Anamnese aus. Mit einer Inzidenz von 1 : 2226–1 : 1800 Schwangerschaften im 1. Trimenon sind Narbenschwangerschaften zwar selten, doch ist bei zunehmender Sectio-Rate von einer steigenden Inzidenz auszugehen [3], [4]. Ob das Auftreten von Narbenschwangerschaften mit der Anzahl der Kaiserschnitte in der Vergangenheit korreliert oder nicht, ist noch nicht eindeutig belegt.

Diagnostik

Kennzeichnend ist die Einnistung der Schwangerschaft direkt im Narbenbereich. Für die primäre Diagnostik ist die Sonografie die Methode der Wahl. Insbesondere bei unklaren Befunden oder auch zur OP-Planung sollte die Diagnostik mit einer MRT vervollständigt werden. Je früher eine Narbenschwangerschaft diagnostiziert wird, desto besser ist das Outcome für die Frau. Deshalb sollte die Implantationsstelle des Embryos bei Patientinnen mit Z. n. Sectio so früh wie möglich in der Frühschwangerschaft identifiziert werden.

Therapie

Bei Vorliegen einer Narbenschwangerschaft ist ein Schwangerschaftsabbruch indiziert. Aufgrund der geringen Inzidenz sind einheitliche Behandlungsstandards bis heute nicht verfügbar. Prinzipiell stehen operative Maßnahmen zur Exzision der Schwangerschaft oder die Hysterektomie sowie medikamentöse Behandlungsstrategien mit Methotrexat lokal, systemisch oder kombiniert zur Verfügung [4], [5]. Wegen der guten Chancen für einen Fertilitätserhalt und der geringeren Invasivität wird die medikamentöse Therapie in vielen Zentren bevorzugt.

 

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Aus der Zeitschrift Frauenheilkunde up2date 4/2015

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