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Wie beeinflusst die körperliche Aktivität von Schwangeren die Geburtsgröße?

Während der letzten Jahrzehnte war bei Kindern weltweit ein Anstieg der Raten von Fettleibigkeit zu verzeichnen. Derzeit ist unklar, inwieweit die körperliche Aktivität von Schwangeren in der Freizeit („Leisure Time physical Activity“, LTPA) die Größe der Neugeborenen beeinflusst. Eine Studie hat nun die Zusammenhänge zwischen der LTPA während der frühen und späten Schwangerschaft und anthropometrischen Ergebnissen unter den Neugeborenen untersucht.

Innerhalb der Metaanalyse fanden Daten aus 8 populationsbasierten Studien zu der körperlichen Aktivität von Frauen während der Schwangerschaft und den neonatalen Outcomes Berücksichtigung. Bei den Studien handelte es sich um ALSPAC (Vereinigtes Königreich), ABCD (Niederlande), DNBC (Dänemark), GECKO (Niederlande), HSS (USA), REPRO_PL (Polen), ROLO (Irland) und SWS (Vereinigtes Königreich). Die Studien schlossen insgesamt 72 694 Frauen ein. Mithilfe von generalisierten linearen Modellen ermittelten die Autoren Assoziationen zwischen der LTPA (nach Angaben der Frauen) während der frühen (8. – 18. Schwangerschaftswoche [SSW]) und späten Schwangerschaft (ab der 30. SSW) und den Outcomes. Folgende Störfaktoren wurden berücksichtigt: das Gestationsalter, das Geschlecht, die Parität, das Alter und die Ausbildung der Mutter, die Ethnie, der Body-Mass-Index (BMI), das Rauchverhalten sowie der Alkoholkonsum. Als primäre Ergebnisvariablen wählten die Autoren das Geburtsgewicht, „Large for gestational Age“ (LGA), „Small for gestational Age“ (SGA), Makrosomie, den prozentualen Körperfettanteil sowie den Ponderal-Index.

Ergebnisse

Bei den männlichen Neugeborenen lag das durchschnittliche Geburtsgewicht zwischen 3356 und 4135 g und bei den weiblichen Neugeborenen zwischen 3217 und 3963 g. Innerhalb der DNBC stellten die Autoren sowohl in der frühen als auch in der späten Schwangerschaft die niedrigsten Werte an LTPA fest – laut Aussagen der Frauen, zeigten 64% überhaupt keine LTPA. Ansonsten bewegte sich die mediane LTPA in der frühen Schwangerschaft zwischen 2,0 und 6,5 Stunden pro Woche, gegenüber 1 – 7 Stunden pro Woche in der späten Schwangerschaft. Die medianen Niveaus einer moderaten bis intensiven körperlichen Aktivität lagen zwischen 0 und 4 Stunden pro Woche innerhalb der SSW 8 – 18 und zwischen 0 und 0,8 Stunden pro Woche ab SSW 30. Die Autoren konnten zeigen, dass eine moderate bis intensive körperliche Aktivität, eine intensive Aktivität sowie der LTPA-bedingte Energieverbrauch der Mutter in der späten Schwangerschaft, wenn auch in bescheidenem Ausmaß, invers mit dem Geburtsgewicht, LGA, Makrosomie und dem Ponderal-Index assoziiert waren (Heterogenität für alle: I2 = 0%). Für den Zeitraum der frühen Schwangerschaft bestanden diese Assoziationen nicht. Das Geburtsgewicht reduzierte sich mit jeder weiteren Stunde an moderater bis intensiver körperlicher Aktivität pro Woche um 6,4 g und der Ponderal-Index um 0,02 kg/m3. Die relativen Risiken für Makrosomie und LGA verringerten sich jeweils um 4% (p < 0,001) und 3% (p < 0,01). Ein Zusammenhang zwischen der LTPA der Mutter und dem SGA-Risiko bestand nicht.

Aus der Zeitschrift: Geburtshilfe und Frauenheilkunde 06/2019

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Quelle

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