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Begleitung von Frauen mit postpartalen psychischen Erkrankungen

Viele Mütter entwickeln in den ersten Tagen nach der Geburt ein Stimmungstief. Geprägt von Traurigkeit und Schuldgefühlen hüllt es diese vermeintlich so glückliche erste Zeit mit dem Baby in graue Wolken. Dauert die trübe Stimmung lange an oder tritt sie wiederholt auf, könnte eine postpartale Depression (PPD) vorliegen.

Hebamme Anne Wiecker hat viele Frauen mit psychischen Erkrankungen nach der Geburt begleitet. Mit praktikablen Tipps und einem Fallbeispiel erklärt sie, was für die Wochenbettbetreuung dabei wichtig ist.

Die Rolle der Hebamme bei einer Wochenbettdepression

Symptome für eine Wochenbettdepression bei der Frau können schwerwiegende Folgen für die ganze Familie nach sich ziehen. In dieser empfindsamen Zeit der Schwangerschaft, Geburt und des Wochenbetts ist keiner Berufsgruppe so ein tiefer Einblick in das Befinden der Frau möglich wie uns Hebammen. Wir begleiten Frauen und Männer, wenn die Geburt ihres Kindes sie zu einer Familie macht. Und wir haben hier die Möglichkeit, gezielt Hilfestellung zu bieten. Aus diesem Privileg erwächst gleichsam eine Pflicht: Es gilt, depressive Episoden zu erkennen, zu begleiten und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zu generieren, um die Familie zu schützen.

In meiner Hebammentätigkeit erlebe ich eine deutliche Zunahme psychischer Vorerkrankungen und Depressionen nach der Geburt. Die Gründe dafür sind aus meiner Sicht vielschichtig. So führte u.a. eine vermehrte Aufklärung in den vergangenen Jahren dazu, dass dieses Thema medial bearbeitet wird. Prominente erzählen öffentlich von ihren Depressionen und Printmedien enthalten immer häufiger Artikel zu diesem Thema. Die Depression wird sozusagen gesellschaftsfähig. Die Aufklärung trägt positiver Weise dazu bei, dass sie als ernstzunehmende Krankheit wahrgenommen wird. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass ein enormer gesellschaftlicher Druck auf Müttern und jungen Familien lastet.

Häufig erlebe ich Frauen, die zweifeln, ob sie die mit der Mutterschaft verbundenen Erwartungen und Anforderungen erfüllen können. Der persönliche Leistungsdruck, einem gesellschaftlichen Idealbild zu entsprechen, ist nie höher gewesen als heute. Gleichzeitig fällt vielfach der familiäre Rückhalt weg, den in früheren Zeiten etwa die Großeltern boten. Familien wohnen oft nur im engsten Kreis beieinander und die komplette Verantwortung für die Kinder und deren Erziehung wird bei den Eltern gesehen. In einer Gesellschaft, in der Leistungsbereitschaft die höchste Maxime darstellt, liegen die Erwartungen an eine Mutter sehr hoch. Viele Mütter, die ich als Beleghebamme betreue, haben zusätzlich psychische Vorerkrankungen.

Es stellt sich die Frage, wie wir Hebammen diese Frauen und Familien an dieser Stelle unterstützen können: Welche Frühwarnsysteme und welche Möglichkeiten der Hilfestellung können wir nutzen?

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Aus der Zeitschrift: Die Hebamme 03/2019

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