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Betreuung von Frühgeborenen und Neugeborenen mit Erkrankungen von Schwangerschaft bis Wochenbett

Auch in den Wochen nach einer Frühgeburt sind Eltern mit ihrem Kind vielfach noch unsicher. Deshalb ist es im frühen Wochenbett bedeutsam, die Eltern-Kind-Bindung zu fördern. In Teil 2 der Serie vermittelt die Autorin, wie Sie Familien nach der Frühgeburt und Klinikentlassung adäquat begleiten. Lesen Sie, wie es mit den in Teil 1 vorgestellten Familien weiterging, und finden Sie in den Kommentaren zu den Fallbeispielen Handlungsempfehlungen für die Praxis.

Fallbeispiel: Lena* & Felix*

Lena* (alle mit * markierten Namen sind redaktionell verändert) wird am Tag nach der Geburt von einer Hebamme auf der Wochenbettstation erklärt, wie und wie oft sie Milch abpumpen soll. Felix* hat sich für den Rest der Woche krankschreiben lassen und kommt morgens in die Klinik. Lena* wartet schon sehr auf ihn, denn sie möchte nicht ohne ihn zu den Kindern auf die Neo gehen. Heute Morgen hat sie dort bereits angerufen und nach Laura* und Sophie* gefragt. Die Kinder seien „soweit stabil“ wurde ihr gesagt. Felix* schiebt Lena* im Rollstuhl zur Neo. Mit einem ängstlichen Gefühl betreten sie die Station. Nun wird ihnen gezeigt, wo sie sich die Hände waschen sollen und wie man sich die Hände desinfiziert. Danach bringt eine Kinderkrankenschwester beide in einen Raum mit vielen Inkubatoren. Sie zeigt ihnen, wo Laura* und Sophie* stehen. Lena* nimmt heute zum ersten Mal die ganzen Monitore, Infusionsgeräte und Geräusche wahr. Ständig scheint etwas zu piepen. Die Kinderkrankenschwester zeigt, wie man die Klappen am Inkubator öffnet und wie sie die Babys anfassen können. Nun erst erkennt Lena*, wie zart und klein ihre Babys sind, und sie muss weinen. Die Kinderkrankenschwester nimmt Lenas* Hände und legt sie auf Laura*. Lena* kann Lauras* Wärme und ihre Bewegungen spüren. Felix* fasst Sophies* Händchen an. Nach einer Stunde merkt Lena*, dass ihre Sectionaht schmerzt. Trotzdem fühlt sie sich etwas besser. Das Sehen und Spüren der Kinder gibt ihr etwas Zuversicht.

Fallbeispiel: Johanna* & Samuel*

Johanna* hat die erste Nacht nach der Geburt sehr unruhig geschlafen. Sie macht sich Gedanken, wie die nächsten Wochen werden sollen. Samuel* ist noch in der Probezeit und kann keinen Urlaub nehmen. Sie weiß nicht, wie sie sich zugleich um Charlotte*, ihre dreijährige Tochter, und Robert* in der Klinik kümmern soll. Charlotte* war noch nie lange von ihrer Mutter getrennt und Johanna* macht sich Sorgen, dass sie unter der neuen Situation leiden wird. Sie geht in den ersten Tagen immer wieder zu Robert* und darf ihn nach zwei Tagen bereits känguruen. Sie genießt diese Zeit und döst manchmal ein wenig dabei. Nach anfänglichen Hemmungen lernt sie schnell, wie sie ihn im Inkubator selbst wickeln kann und fühlt sich im Umgang mit ihm nach wenigen Tagen bereits relativ sicher. Sie pumpt Muttermilch ab, wie es ihr von der Hebamme der Klinik gezeigt wurde. Weiterhin rät ihr die Hebamme, für die Zeit zu Hause eine nachbetreuende Hebamme zu suchen. Lena* ruft einige Hebammen an, bekommt aber meist Absagen oder kann nur Nachrichten auf Anrufbeantwortern hinterlassen. Da sie bei Charlotte* keine Probleme mit dem Stillen hatte, beschießt sie, es erst einmal alleine zu probieren.

Nach 6 Tagen wird sie aus der Klinik entlassen. Von nun an ist ihr Tagesablauf straff organisiert: Morgens um 6 Uhr Milch abpumpen, anschließend Hausarbeit, Frühstück und Charlotte* zum Kindergarten bringen. Danach fährt sie gleich weiter in die Klinik. Wenn sie Glück hat, ist sie rechtzeitig für die 9-Uhr-Versorgung da. Wenn die Zeit reicht, pumpt sie in der Klinik wieder Muttermilch ab, wickelt Robert* und känguruht anschließend mit ihm. Nach knapp 3 Stunden wird Robert* wieder in den Inkubator gelegt, denn Lena* muss wieder zum Kindergarten und Charlotte* abholen. Am Nachmittag beschäftigt sich Lena* mit Charlotte*, versucht nebenbei etwas im Haushalt zu tun und pumpt noch einmal Milch ab. Am späten Nachmittag kommt Samuel* nach Hause. Nun fährt einer von beiden wieder in die Klinik zu Robert*, der andere versorgt Charlotte* und bringt sie ins Bett. Abends vor dem Schlafengehen pumpt Lena* ein letztes Mal ab und stellt fast jeden Tag fest, dass sie nicht oft genug abgepumpt hat.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Betreuung von Frühgeborenen und Neugeborenen mit Erkrankungen von Schwangerschaft bis Wochenbett

Aus der Zeitschrift: Die Hebamme 04/2019

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