• Uterusruptur

Blickdiagnose: Uterusruptur

Eine hochschwangere Frau gibt trotz PDA Schmerzen an. Sie hat das Gefühl, dass ihr Kind "nach oben steigt". Innerhalb kürzester Zeit kommt es bei kräftiger Wehentätigkeit zu einer "Bauchverformung". Der CTG-Verlauf ist unauffällig.

Leitsymptom Blickdiagnose
Intraoperativer Befund: Zerreißung der Uteruswand 

Pathophysiologie 

Vorkommen: 1:1500. In 95% der Fälle sind Mehrgebärende betroffen.

Schwerste Komplikation in der Schwangerschaft oder während der Geburt mit Zerreißung der Uteruswand (komplette Ruptur: Serosa zerrissen; inkomplette Ruptur: Serosa intakt). Das Kind wird durch die Ruptur in die Bauchhöhle geboren.

Mögliche Ursachen

  • Narbenruptur (nach vorausgegangener Uterusoperation)
  • bei Adenomyosis uteri: Schwachstelle in der Uteruswand
  • Traumatische Ruptur (Unfall, instrumentelle Perforation)
  • Überdehnungsruptur (Mehrlingsschwangerschaft, unüberwindliches Geburtshindernis, geburtsunmögliche Lage/Einstellung, Überdosierung von Wehenmitteln)


Klinisches Bild

Cave: auch bei Erstgebärenden möglich!

1. Stille Ruptur

  • plötzliche unerträgliche Schmerzen, evtl. schon im Schwangerschaftsverlauf (typisch für Narbenruptur)
  • tritt plötzlich und ohne vorhergehende Symptome auf
  • auch bei normaler Wehentätigkeit möglich

2. Drohende Ruptur

  • unerträgliche Wehenschmerzen
  • Todesangst der Gebärenden
  • Hochsteigen der Bandl-Furche bis über Nabelhöhe
  • hyperfrequente Wehen, evtl. Dauerkontraktion
  • Druckschmerz im Bereich zwischen Nabel und Symphyse

3. Uterusruptur

  • "Vernichtungsschmerz" (kann trotz PDA auftreten)
  • schlagartiges Sistieren der Wehentätigkeit
  • schwere innere Blutungen, evtl. vaginale Blutung
  • akute CTG-Veränderungen: Bradykardie oder keine kindlichen Herztöne mehr nachweisbar
  • evtl. kindliche Teile direkt unter der Bauchdecke tastbar


Erstmaßnahmen/Erstversorgung

  • Sofortige Notsectio, unabhängig davon, ob das Kind noch lebt, und unabhängig davon, ob es sich um eine gedeckte oder komplette Ruptur handelt.
  • Evtl. kann eine Hysterektomie erforderlich sein
  • Sofortige Alarmierung des neonatalogischen Teams


Prognose

Die Uterusruptur führt zu einer hohen mütterlichen und kindlichen Morbidität und Mortalität. Wenn die Ruptur außerhalb einer Klinik erfolgt, ist die Prognose ungünstig. Schnelles Handeln ist entscheidend. Oft kommt es zu einer vorzeitigen Plazentalösung mit IUFT (intrauterinem Fruchttod)

Bei einer Blutung aus dem unteren Plazentabett und Ruptur ist die vitale Bedrohung für die Mutter groß.

Mehr Informationen zu den jeweiligen Krankheitsbildern und relevante Hintergrundinformationen für die Aufklärung und Beratung der Eltern finden Sie im Buch: Blickdiagnosen in Geburtshilfe und Neonatologie von Kerstin Steiner

 

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Quelle

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