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Einschlafen an der Brust – schlechte Gewohnheit oder sinnvolle Einrichtung der Natur?

Wie schläft ein Baby am besten ein? Wo soll es (ein)schlafen? Wann soll es lernen, alleine und/oder ohne Hilfsmittel einzuschlafen? Darf es an der Brust einschlafen? Da die Empfehlungen diesbezüglich sehr widersprüchlich sind, ist es hilfreich, Eltern zu ermutigen, bei Verunsicherung nach der fachlichen Begründung zu fragen.

Ein Fallbeispiel

„Meine Tochter ist 6 Monate alt und bisher immer an der Brust eingeschlafen. Gestern war ich zur Kontrolle bei der Mütterberaterin und berichtete ihr davon. Sie riet mir, mein Kind ab sofort nicht mehr an der Brust einschlafen zu lassen; das sei eine schlechte Gewohnheit, die ich später nur noch schwer abgewöhnen könne. Also stillte ich meine Tochter gestern Abend vor dem Zu-Bett-Gehen und legte sie dann noch wach in ihr Bettchen. Sie regte sich dabei aber furchtbar auf und schrie so lange, bis ich sie herausnahm und herumtrug. Als sie sich wieder beruhigt hatte, stillte ich sie noch einmal und dabei schlief sie friedlich ein. Habe ich es bisher falsch gemacht und wie wird meine Tochter lernen, ohne Brust einzuschlafen?“

Welche Vorteile bietet das Einschlafen an der Brust?

Nach der Geburt ist es für den Beginn einer erfolgreichen Stillbeziehung sehr förderlich, wenn das Neugeborene seiner Mutter möglichst rasch im Haut-zu-Haut-Kontakt auf den Bauch und innerhalb kurzer Zeit zum ersten Mal an die Brust gelegt wird. Aus verschiedenen Gründen ist es in den ersten Tagen (und auch später) wichtig, ein Kind häufig und nach Bedarf zu stillen: So kann es das Saugen an der Brust optimal erlernen, die mütterliche Milchbildung wird gut angeregt und eine unangenehme Brustdrüsenschwellung wird verhindert.

Da ein Neugeborenes in den ersten Wochen tagsüber noch viel schläft, ist es bei einem Stillkind ganz normal, dass es auch regelmäßig an der Brust einschläft.

Das Saugen ist einerseits ermüdend, andererseits wirken der Körperkontakt (aufgrund der ausgeschütteten Endorphine und Oxytozin) und Inhaltsstoffe in der Muttermilch beruhigend bis einschläfernd. Aber auch die Mutter kann sich beim Stillen – sofern dieses gut läuft und schmerzfrei ist – entspannen. Idealerweise lernen stillende Mütter nach der Geburt, bequem liegend zu stillen, damit sie sich dabei optimal erholen können.
Mit der Zeit verschieben sich die Schlafphasen des Säuglings zunehmend in die Nachtstunden. Interessant ist hierbei, dass die Zusammensetzung der Muttermilch sich nicht nur mit dem Alter des Kindes verändert, sondern auch innerhalb eines Tages. Am Morgen finden sich Stoffe, die wach machen, während abends schlafmittelähnliche Substanzen darin enthalten sind. Dazu gehören verschiedene Aminosäuren, u. a. Tryptophan, das im kindlichen Organismus zu Melatonin umgebaut wird. Melatonin hat eine schlaffördernde Wirkung.

Lesen Sie den gesamten Beitrag Einschlafen an der Brust – schlechte Gewohnheit oder sinnvolle Einrichtung der Natur? hier.

Quelle: Die Hebamme 01/2014

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