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Evidenzstufen und Empfehlungsgrade: Was Studien wert sind

Je besser das Design einer Studie ist, desto höher ist ihre Qualität. Je höher ihre Qualität ist, desto höher ist ihre Evidenzstufe. Und je höher ihre Evidenzstufe ist, desto eher können Wissenschaftler daraus eine Therapieempfehlung ableiten.

Ob eine Studie aussagekräftig und auf andere Patienten übertragbar ist, hängt vorwiegend von ihrem Design ab. Stehen Experten bei der Erstellung von Leitlinien viele Studien mit gutem Design zur Verfügung, wirkt sich das positiv auf den Grad ihrer Therapieempfehlungen aus.

Design bestimmt Evidenzstufe

Wissenschaftliche Arbeiten, deren Aussagekraft begrenzt ist, sind zum Beispiel Einzelfallstudien (engl.: case studies): Wenn der Autor darin beispielsweise feststellt, dass sich die Hyperemesis der schwangeren Patientin im Verlauf der Akupunktur-Behandlung verbessert, kann er dieses Ergebnis nicht auf alle Schwangeren mit Hyperemesis übertragen. Denn er weiß weder, ob alle Schwangeren mit Hyperemesis von Akupunktur profitieren, noch kann er belegen, dass die Behandlung an sich diese Verbesserungen erbracht hat. Aus Einzelfällen erfährt man lediglich etwas über die beobachteten und dargestellten Veränderungen, weitere Überlegungen sind nur Mutmaßungen. Einzelfallstudien haben somit eine niedrige Evidenzstufe. Zu den Arbeiten mit hohen Evidenzstufen gehören zum Beispiel randomisierte kontrollierte Studien, da sie eine höherwertige wissenschaftliche Basis bieten, um über die Wirksamkeit einer Therapie urteilen zu können.

Evidenzstufen nicht einheitlich

Je hochwertiger das Design einer Studie also ist, desto höher ist ihre Evidenzstufe. Je nachdem, welche Institution diese Einordnung vornimmt, können sich die einzelnen Evidenzstufen allerdings voneinander unterscheiden.

Die Agency for Health Care Policy and Research (AHCPR) – ein Forschungszweig des amerikanischen Gesundheitsdienstes – verwendet beispielsweise sechs Evidenzgrade. Die höchste Aussagefähigkeit haben nach dieser Einteilung Studien der Evidenzstufe Ia. Dazu gehören systematische Reviews randomisierter kontrollierter Studien.

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aus der Zeitschrift Die Hebamme 05/2020

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