Die Uterusruptur und andere „hausgemachte“ Notfälle

Nur ein kleiner Teil der geburtshilflichen Notfallsituationen tritt schicksalhaft ein. Diesen Komplikationen müssen wir mit Professionalität und möglichst gelassen begegnen.

Die meisten Notfälle stehen jedoch im unmittelbaren Zusammenhang mit unserem Handeln bzw. Nicht-Handeln und sind somit vermeidbar. Zu den bedeutsamsten Vertretern dieser Gruppe gehört die Uterusruptur, mit der wir in den letzten Jahren immer häufiger konfrontiert werden.
Am Beispiel der Uterusruptur lassen sich besonders gut die Prinzipien einer umsichtigen, Risiken vermeidenden Geburtshilfe erklären:
• Strenge Indikationsstellung zum Kaiserschnitt: Die Sectio ist der wichtigste Risikofaktor der Uterusruptur. Eine Vermeidung von Kaiserschnitten z.B. bei Beckenendlage, „großem Kind“ oder bei Gemini-Geburten ist zugleich Prävention der Uterusruptur.
• Strenge Indikationsstellung zur Geburtseinleitung: Einleitung nur bei Nachweis einer Plazenta-Insuffizienz – das gilt für alle Schwangerschaften, insbesondere aber bei Zustand nach Sectio.
• Vermeidung jedes Eingriffs in die Selbstregulation der Gebärmutteraktivität, insbesondere während der Latenzphase und während der Übergangsphase. Konkret meine ich damit eine absolut strenge Indikationsstellung für die Gabe von Oxytocin.

Die Uterusruptur und andere "hausgemachte" Notfälle
Freitag, 13.05.2017 13:45 – 14:45
mit Prof. Dr. Sven Hildebrandt

  • Prof. Dr. Sven Hildebrandt, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

      vergrößern