Samstag

Programmübersicht

09:00 - 10:00 Notfälle im Kreißsaal

10:00 - 11:00 Es war eine schwere Geburt

11:00 - 12:30 Mittagspause und Besuch der Industrieausstellung

12:30 - 13:30 Kleine Frühgeborene – Chancen und Perspektiven

13:30 - 14:30 Der souveräne Auftritt

14:30 - 15:30 Kaffeepause und Besuch der Industrieausstellung

15:30 - 16:30 Haltungsasymmetrien bei Säuglingen

16:30 - 17:30 Schwangerenvorsorge (Leipzig)

16:30 - 17:30 Geburtshilfliche Terminologie (Wiesbaden)

Themen und Referenten

  • Notfälle im Kreißsaal

    Prof. Dr. Franz Kainer

    09:00 - 10:00

    Die Qualität der Behandlung von Notfallpatienten ist von der Leistungsfähigkeit des gesamten Teams abhängig. Um eine ausreichende fachliche Kompetenz in Notfallsituationen gewährleisten
    zu können, ist eine adäquate Strukturqualität, sowie eine kontinuierliche Anpassung der Therapiekonzepte erforderlich. Neben der fachlichen Kompetenz ist jedoch auch die Interaktion zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen ein entscheidender Faktor, um Fehler in Notfallsituationen zu vermeiden. Es müssen
    in akuten Notfallsituationen ausgearbeitete und im Training gelernte Lösungsstrategien vorhanden sind, um schnell und zielgerichtet handeln zu können. Die Simulation von Notfällen hat hier einen hohen Stellenwert erlangt. Es werden typische Szenarien eines Simulationstrainings vorgestellt und es werden Konzepte aufgezeigt, wie eine Umsetzung des Trainings in den klinischen Alltag möglich ist.

  • Es war eine schwere Geburt – Auswirkungen traumatischer Erfahrungen rund um die Geburt und Möglichkeiten der Unterstützung auf dem Heilungswege.

    Hebamme Viresha Bloemeke

    10:00 - 11:00

    Der Vortrag wendet sich an Hebammen, die immer wieder Eltern und Neugeborene begleiten, denen die Erlebnisse der Schwangerschaft, während der Geburt oder in der Zeit nach der Geburt noch „in den Gliedern sitzen“.

    Die Gedanken kreisen um Schuld und Warums, Szenen werden erinnert und bringen die Gefühle der erlebten Überwältigung mit sich, Träume stören den Schlaf, das tägliche Leben fühlt sich nur wie Funktionieren an und Überforderung und Gereiztheit sind eine häufige Reaktion. Auch depressive Gefühle können sich entwickeln. Die Symptome zeigen sich oft noch lange, nachdem doch „alles wieder gut“ ist!

    Sie werden an Hand von Bildern und Fallbeschreibungen nachfühlen können, wie die Auswirkungen zu verstehen sind, und auch „Handwerkszeug“ bekommen, wie Sie die Betroffenen unterstützen können, wieder zu einem wohligeren Lebensgefühl zurückzufinden.

  • Kleine Frühgeborene – Chancen und Perspektiven damals und heute

    Dr. Ralf Pallacks

    12:30 - 13:30

    Die Neonatologie, Lehre der Pathologie und Physiologie des Neugeborenen, ist noch ein sehr neuer Zweig der Kinderheilkunde und medizinischen Forschung. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Medizin in diesem Bereich immense Fortschritte gemacht. Sie befasst sich mit den speziellen Problemen in der Behandlung von Frühgeborenen (FG) und kranken Neugeborenen (NG).

    Laut einer Studie der WHO werden weltweit ca. 10-12 % aller NG zu früh geboren (ca. 10 Mio FG weltweit /Jahr). Auch in den hochentwickelten Industrieländern beträgt die FG-Rate knapp 10% (ca. 65.000 FG in Deutschland/Jahr). Von diesen werden ca. 8000 Kinder sogar vor der 30. SSW als extrem kleine FG geboren. Vor über 100 Jahren betrug die Säuglingssterblichkeit in Deutschland über 25%. Zur Zeit  liegt sie bei 3 o/oo (3 Kinder von 1000 Lebendgeburten).Aktuell beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit extrem kleiner FG (26-28 SSW) über 80%.

    In dem Vortrag sollen sowohl die geschichtliche Entwicklung der NG Medizin als auch die aktuellen Aspekte der FG Versorgung an der Grenze der Lebensfähigkeit dargestellt werden unter dem Aspekt der Mortalität und Morbidität.

  • Der souveräne Auftritt – Kompetenz und Leistung sichtbar machen

    Gianna Possehl

    13:30 - 14:30

    Ich gehe davon aus, dass Sie ihren Job lieben. Dass Sie engagiert sind, intrinsisch motiviert, dass Sie sich weiterbilden, viel Zeit investieren, sich viele Gedanken um ihre Patienten machen, manches Thema mit nach Hause nehmen. Aber manchmal fehlt es Ihnen vielleicht an Wertschätzung, wird Ihnen nicht richtig
    zugehört, wenn Sie Ihre Kompetenz einbringen wollen.

    Vielleicht ist es immer mal wieder ein Angang, dass werdende oder frische Eltern direkt Vertrauen fassen, dabei wäre grade das so hilfreich und nötig. Was dahinter steckt und wie Sie dafür Sorge tragen
    können das Vertrauen schnell zu gewinnen und die Wertschätzung zu erhalten, die Sie verdienen – darüber möchte ich in meinem Vortrag sprechen und Ihnen ganz pragmatische Tipps geben, die Sie schon morgen umsetzen können. Ich freue mich auf Sie!

  • Haltungsasymmetrien bei Säuglingen

    Physiotherapeut Kai Stoevesandt

    15:30 - 16:30

    Gerade im frühen Säuglingsalter verankert eine Vorzugshaltung falsche Informationen im zentralen Nervensystem. Entwickelt sich daraus eine Haltungsasymmetrie, entstehen langfristig gravierende Funktions- und Strukturstörungen, die den Gleichgewichtssinn und die Mobilität betreffen. Dies geschieht oftmals, wenn ein Säugling sein Köpfchen überwiegend auf dieselbe Seite legt und sich dadurch der Schädel verformt (Plagiozephalus).

    In dem Vortrag werden die körperlichen Befunde von Plagiozephalus und Haltungsasymmetrie sowie die Möglichkeiten einer therapeutischen Behandlung vorgestellt, die sich unter anderem aus Bauchlagentraining, dem Handling nach Bobath und einer bewussten Lagerung in der Schlafphase zusammensetzt.

    Mit diesem Wissen erkennen Sie, ob Handlungsbedarf besteht, und können die Eltern mit den notwendigen Maßnahmen unterstützen.

  • Schwangerenvorsorge

    Prof. Dr. Christiane Schwarz

    Leipzig: Samstag, 30.03.2019 16:30 Uhr - 17:30 Uhr

    Wiesbaden: Freitag, 08.11.2019 10:00 Uhr - 11:00 Uhr

    Eigentlich funktioniert das Konzept „Schwangerschaft“ beim Menschen gar nicht so schlecht. Frauen werden schwanger, brüten ein (oder mehrere) Kind(er) aus, gebären und stillen sie, und voilá, die Menschheit ist wieder um ein paar Mitglieder reicher. Gelegentlich gibt es allerdings ein paar Störungen in diesem
    Prozess, und eine Mutter oder ein Kind kommen – vorübergehend oder dauerhaft – zu Schaden.

    Damit das möglichst selten passiert, hat sich vor etwa 50 Jahren in vielen Ländern der Welt eine strukturierte Schwangerenvorsorge entwickelt, die allen Frauen angeboten wird. Ziel ist die Vermeidung oder Früherkennung von Komplikationen; die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit dafür („Risiko“); und die
    Linderung von Krankheit. Wer allerdings wann was genau wie oft und bei wem tun muss, damit der Plan funktioniert, ist unklar.

    Hebammen und Ärzte haben als Berufsgruppen und individuelle Personen oft unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen dazu. Wissenschaftliche Erkenntnisse wiederum können nochmals abweichen. In diesem Vortrag werden Maßnahmen der Schwangerenvorsorge, ihre Anwendung und ihr Nutzen im
    Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis beleuchtet.

  • Geburtshilfliche Terminologie: Emphatisch oder manchmal unverständlich und ängstigend?

    Hebamme Ulrike Harder

    16:30 - 17:30

    Unreflektiert benutztes Fach-Vokabular einer Berufsgruppe kann über die Sprache Macht ausüben und befremdliche Fachtermini während der Geburt für die Eltern belastend sein. Unter Umständen kommt es sogar zu einem verzögerten Geburtsverlauf, weil die Mutter sich ängstlich verspannt, nachdem sie gehört hat, dass bald „ ihre Blase gesprengt“ werden soll.

    Leider werden in unseren Geburtshilfe-Lehrbüchern und im Kreißsaal-Alltag etliche zum Teil sehr robuste Begriffe verwendet. Erst wird „die Frau gelagert,“ dann „klafft der After“ und „der Kopf schneidet ein“. Eventuell findet sich am kindlichen Kopf ein „mittelgradiges Geburtsgeschwulst“ oder am Rücken einen „Mongolenfleck“ und schließlich wird die Mutter vor der Verlegung „fertig gemacht“.

    Erfreulicherweise hat sich die Sprache mittlerweile in den von Hebammen verfassten Lehrbüchern gewandelt. In der Praxis halten sich aber leider viele alte Fachtermini hartnäckig weiter, denn Sprache verändert sich nur sehr langsam.

    Es ist hilfreich, wenn Hebammen ihren täglichen Sprachgebrauch im Umgang mit schwangeren Frauen, Vätern und Wöchnerinnen aber auch mit Ärzten und Krankenschwestern überprüfen und wo immer möglich zeitgemäß verändern. Wir müssen positive Fachtermini entwickeln und verwenden, damit unsere Sprache von den Frauen gut verstanden wird, sie nicht ängstigt sondern eine empathische Wirkung hat.

     

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