• Geburtshilfliche Terminologie - Ulrike Harder - Forum Hebammenarbeit 2019

     

Empathisch oder unverständlich und manchmal ängstigend?

Unreflektiert benutztes Fach-Vokabular einer Berufsgruppe kann über die Sprache Macht ausüben und befremdliche Fachtermini während der Geburt für die Eltern belastend sein. Unter Umständen kommt es sogar zu einem verzögerten Geburtsverlauf, weil die Mutter sich ängstlich verspannt, nachdem sie gehört hat, dass bald „ ihre Blase gesprengt“ werden soll.

Leider werden in unseren Geburtshilfe-Lehrbüchern und im Kreißsaal-Alltag etliche zum Teil sehr robuste Begriffe verwendet. Erst wird „die Frau gelagert,“ dann „klafft der After“ und „der Kopf schneidet ein“. Eventuell findet sich am kindlichen Kopf ein „mittelgradiges Geburtsgeschwulst“ oder am Rücken einen „Mongolenfleck“ und schließlich wird die Mutter vor der Verlegung „fertig gemacht“.

Erfreulicherweise hat sich die Sprache mittlerweile in den von Hebammen verfassten Lehrbüchern gewandelt. In der Praxis halten sich aber leider viele alte Fachtermini hartnäckig weiter, denn Sprache verändert sich nur sehr langsam.

Es ist hilfreich, wenn Hebammen ihren täglichen Sprachgebrauch im Umgang mit schwangeren Frauen, Vätern und Wöchnerinnen aber auch mit Ärzten und Krankenschwestern überprüfen und wo immer möglich zeitgemäß verändern. Wir müssen positive Fachtermini entwickeln und verwenden, damit unsere Sprache von den Frauen gut verstanden wird, sie nicht ängstigt sondern eine empathische Wirkung hat.

Leipzig: Freitag, 10:00 - 11:00 Uhr
Wiesbaden: Samstag, 16:30 - 17:30 Uhr

Referentin: Ulrike Harder, Hebamme, Dozentin, Fachautorin, Berlin-Friedenau

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