„Normale Geburt‘‘ soll immaterielles Kulturerbe werden

Die „Normale Geburt‘‘ - eine ohne mechanische und medikamentöse Unterstützung erfolgte physiologische Geburt - soll in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. Dafür haben Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof, sowie die Hebamme und Stillberaterin Bettina Kraus bei der Berliner Senatskulturverwaltung geworben.

Seit Juli 2013 ist Deutschland Vertragsstaat des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes. Das Übereinkommen fördert und erhält in allen Weltregionen überliefertes Wissen, Können und Alltagskulturen. Das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes wird derzeit erstellt. 

Prof. Dr. Michael Abou-Dakn bringt die Hintergründe der Bewerbung auf den Punkt: „Schwangere haben aufgehört, guter Hoffnung zu sein, stattdessenbestimmen häufig Ängste die Geburtsplanung.‘‘Das Wissen um die natürlichen Prozesse und die menschlich zugewandteBetreuung während der Geburt gingen zunehmend verloren - zugunsten einertechnik-orientierten Überwachung. „Was Schwangeren häufig fehlt, ist dasVertrauen und die Kenntnis über die eigenen körperlichen Möglichkeiten, eine Geburt gut zu meistern‘‘, ergänzt Hebamme Bettina Kraus. 

Erhebungen des AQUA - Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen zufolge gebären weniger als 60 Prozent derdeutschen Frauen ohne operative Unterstützung. Derzeit liegt die Kaiserschnittrate hierzulande bei 33 Prozent und auch weltweit nehmen die operativen Entbindungen weiter zu. Die WHO geht jedoch lediglich von einer medizinisch zu begründenden Kaiserschnittrate von 15 Prozent aus. Abou-Dakn: „Diese Zahlen alarmieren uns. Ein Austausch über die steigenden Kaiserschnittraten findet auf fachlicher Ebene seit langem statt, nun ist es an der Zeit, auch die Gesellschaft in die Diskussion einzubeziehen. Die Geburt ist ein natürliches Ereignis und nicht Teil einer Krankheit.‘‘ 

Mit ihrem Antrag zur Aufnahme der „Normalen Geburt‘‘ in die Liste des immateriellen Kulturerbes wollen Prof. Abou-Dakn und Bettina Kraus auf dieaktuelle Entwicklung aufmerksam machen. Der Gynäkologe und die Hebamme plädieren dafür, dass die Geburtshilfe wieder von dem Grundsatz bestimmt ist, im Notfall auf die ganze Bandbreite des menschlichen und medizinischen Wissens zurückzugreifen, im Regelfall jedoch nichts davon zu brauchen. Im April 2014 wählt die Berliner Senatskulturverwaltung aus allen lokalen Einsendungen zwei Bewerbungen aus, die an die Deutsche UNESCO Kommissionweitergeleitet werden. Voraussichtlich im Dezember nächsten Jahres werden die ersten Einträge in das bundesweite Verzeichnis präsentiert. 

Quelle: St. Joseph Krankenhaus, Berlin Tempelhof

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