• Peri- und postpartale Blutungen

     

Peri- und postpartale Blutungen

Während der Schwangerschaft resultiert als physiologisches Geschehen eine Hyperkoagulabilität. Prä- und postpartale Blutungen im Zusammenhang mit bestimmten Krankheitsbildern werden häufig in ihrer Tragweite zunächst unterschätzt. Kommt es zur Koagulopathie, verringert nur ein rasches interdisziplinäres Handeln die maternale Morbidität und Mortalität.

In der normalen Schwangerschaft kommt es zu weitreichenden Veränderungen der Hämostase, welche die plasmatischen Gerinnungsfaktoren und -inhibitoren, das fibrinolytische System und die Thrombozyten betreffen und insgesamt in einen Zustand der Hyperkoagulabilität führen.

Gerinnungsparameter. Fibrinogen ist erhöht und kann bis auf das 2- bis 3-Fache des Normalwerts ansteigen. Die Gerinnungsfaktoren VII, IX, X und XII steigen ebenfalls an und können zwischen 20 und 300 % erhöht sein. Prothrombin (Faktor II) scheint sich in der Schwangerschaft nicht zu ändern. Der Gerinnungsfaktor V steigt in der Schwangerschaft leicht an und fällt im 3. Trimenon auf Normalwerte ab. Die Gerinnungsfaktoren XI und XIII fallen in der Schwangerschaft leicht ab.

Thrombin-Antithrombin-Komplexe (TAT-Komplex), Fibrinmonomere, das Prothrombinfragment 1 + 2 (F 1 + 2) und das Fibrinopeptid A (FPA) zeigen erhöhte Werte. Sie sind das Resultat einer aktivierten Gerinnung.

Die Veränderungen von Gerinnungsinhibitoren betreffen in erster Linie das Protein-C-Protein-S-System. 
In der Schwangerschaft ist das Protein S vermindert; es fungiert als Kofaktor von Protein C. Dies resultiert in einer erhöhten Resistenz gegen aktiviertes Protein C. Die Spiegel von Protein C und Antithrombin sind in der Schwangerschaft im Wesentlichen unverändert.

In der Schwangerschaft kann ein Anstieg der pro- und der antifibrinolytischen Aktivität verzeichnet werden. 

Sowohl Tissue-Plasminogen-Aktivator (t-PA) als auch Plasminogen-Aktivator-Inhibitor 1 und 2 (PAI-1 und PAI-2) steigen an. Erhöhte D-Dimere zeigen, dass insgesamt das Fibrinolysesystem aktiviert ist.

Die Thrombozyten fallen gegen Ende der Schwangerschaft im Mittel um 10 % ab. Der Thrombozytenabfall kann als Zeichen der Thrombozytenaktivierung und des dadurch bedingten Thrombozytenverbrauchs aufgefasst werden.

Hypervolämie. Physiologischerweise kommt es in der Schwangerschaft durch die Zunahme des zirkulierenden Blutvolumens um ca. 1,5 l zu einer Hypervolämie, wobei die Zunahme des Plasmavolumens stärker ausgeprägt ist als die Erythrozytenmasse (Schwangerschaftshydrämie). Der Hämatokrit sinkt.

Durch die zusätzliche postpartale Umverteilung des Blutes aus den venösen Kapazitätsgefäßen können problemlos mehrere Hundert ml Blutverlust kompensiert werden. 

In Terminnähe beträgt die Durchblutung des uterinen Gefäßbetts zwischen 500 und 750 ml/min. Daher können aus dem offenen Gefäßbett des Uterus, etwa nach postpartal abgelöster Plazenta und unzureichendem Uterustonus, innerhalb weniger Minuten 1–2 l Blut verloren gehen.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Peri- und postpartale Blutungen

Aus der Zeitschrift Frauenheilkunde up2date 01/2017

Call to Action Icon
Frauenheilkunde up2date Jetzt kostenlos testen

Newsletter für Hebammen

  • Hippokrates Newsletter für Hebammen

    Jetzt kostenlos anmelden

    Mit brandaktuellen News und Neuerscheinungen, Schnäppchen und tollen Gewinnspielen sind Sie up to date und immer einen Schritt voraus.

Quelle

Frauenheilkunde up2date
Frauenheilkunde up2date

EUR [D] 173,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Geburtshilfliche Notfälle
Sven Hildebrandt, Esther GöbelGeburtshilfliche Notfälle

vermeiden - erkennen - behandeln

EUR [D] 49,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Hebammenkunde
Andrea StiefelHebammenkunde

Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf

EUR [D] 99,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Schwangerenvorsorge durch Hebammen
Hebammengemeinschaftshilfe e.VSchwangerenvorsorge durch Hebammen

EUR [D] 49,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.