Freitag, 17.11.2017

Moderation: Ursula Jahn-Zöhrens

  • Frühkindliche Bindung im kulturellen Vergleich

    Freitag, 17.11.2017:  10:00 - 11:00 Uhr

    Referentin: Dr. Heidi Keller

    Die Entwicklung von bedeutsamen Bindungsbeziehungen ist eine der ersten Entwicklungsaufgaben, die Kinder in aller Welt zu bewältigen haben. Dazu sind wir mit einem Repertoire an kommunikativen Möglichkeiten ausgestattet, dass es erlaubt, sozialen Austausch vom ersten Lebenstag an zu pflegen und
    mitzugestalten.

    Die Bindungstheorie ist die am weitesten verbreitete Theorie der sozial emotionalen Entwicklung mit weitreichenden Implikationen für die Praxis in verschiedenen Bereichen (Familienbegleitung und -beratung, Erziehung und frühpädagogische Arbeit, Kindeswohl und Familienrecht usw.) Die Bindungstheorie ist jedoch in einem kulturellen Modell begründet, das nur für einen sehr kleinen Teil der Weltbevölkerung
    anschlussfähig ist.

    Im Vortrag werden die Annahmen der Bindungstheorie unter kulturspezifischen Aspekten diskutiert und Alternativen gezeigt, die für die Arbeit mit Familien von Bedeutung sind.

    Die Lebensumstände von Menschen unterscheiden sich weltweit gravierend. Wie sollte da ein einzelnes theoretisches Modell für alle Menschen gleichermaßen gut passend sein?

  • Frühkindliche Regulationsstörungen: untröstlich schreiende Säuglinge

    Freitag, 17.11.2017: 11:00 - 12:00 Uhr

    Referentin:  Dr. Christine Bark

    Untröstlich schreiende Säuglinge und überforderte Eltern gehören nicht selten zum Alltag der Hebammen in der Wochenbettbetreuung. Dieser Vortrag gibt eine Übersicht über die frühkindlichen Regulationsstörungen.

    Dabei wird das Zusammenspiel der kindlichen Entwicklungsaufgaben und der notwendigen co-regulatorischen Kompetenzen der Eltern dargestellt. Schon geringe Störungen in der Interaktion zwischen Säugling und Bezugsperson kann zu einem Kreislauf negativer Gegenseitigkeiten führen. Wodurch das sogenannte exzessive Schreien für Eltern und Kind zu einer großen Belastung werden kann.

    Mögliche Bedingungs-/ Einflussfaktoren werden aufgezeigt, sie umfassen organische Belastungsfaktoren, Geburtskomplikationen, Besonderheiten in familiären Strukturen und weitere psychosoziale Belastungen.

    Anhand einer Falldarstellung wird die Diagnostik eingeführt, eine diagnostische Klassifikation nach „zero to three“ vorgenommen und therapeutische Gesichtspunkte entwickelt. Hier ist die Begleitung der Familien durch Hebammen besonders wichtig. Sie können vor Ort den Ausdruck des Kindes verstehen helfen und unterstützen. Es werden Leitlinien für die Hebammenarbeit im Erkennen und Begleiten entwickelt.       

  • Die Zukunft der Hebammen – wohin geht die Reise? Impulsvortrag und Podiumsdiskussion: 10 Jahre Geburtshilfe neu denken

    Freitag, 17.11.2017: 13:30– 15:00 Uhr

    Referentin: Prof. Dr. Friederike zu Sayn-Wittgenstein

    Vor zehn Jahren haben zahlreiche Hebammen gemeinsam mit der Herausgeberin Prof. Dr. Friederike zu Sayn-Wittgenstein den Bericht zur Situation und Zukunft der Hebammen in Deutschland veröffentlicht: Geburtshilfe neu denken.

    Frau Prof. Dr. zu Sayn-Wittgenstein zeigt die spannende Entwicklung des Hebammenwesens seit Erscheinen dieses Buches auf anhand ausgewählter Aspekte.

    Zwei zentrale Forderungen waren damals die grundständige akademische Hebammenausbildung und die Entwicklung von Forschung. Die Akademisierung ist auf dem Vormarsch und zahlreiche kleine und einige große Forschungsprojekte sind inzwischen abgeschlossen.

    Hebammen stellen sich in diesem Zusammenhang viele Fragen:

    • Welchen Nutzen haben Hebammen und die Frauen mit ihren Familien von Forschung tatsächlich?
    • Was ist zu tun, damit sich die Forscherinnen mit den zentralen Fragen und den ernsten Problemen der Praxis beschäftigen?
    • Wie gelangen Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis und umgekehrt?
    • Was passiert im Zuge der Akademisierung mit den Hebammenschulen?
    • Mit welchen Hebammen dürfen wir in Zukunft rechnen?
    • Wie sieht die akademische Nachqualifi zierung bereits examinierter Hebammen aus?
    • Fördern wir womöglich mit der Verwissenschaftlichung den Hebammenmangel?

    Diskutieren Sie diese und weitere Fragen mit den Kolleginnen auf dem Podium.

    Podiumsdiskussion mit:

    • Renate Nielsen
      (Praxisanleiterin, Erfahrung mit Forschung in der Praxis)
    • Prof. Dr. Claudia Hellmers
      (Verbund Hebammenforschung Hochschule Osnabrück)
    • Yvonne Bovermann
      (Beirätin für den Bildungsbereich des DHV)
    • Prof. Dr. Babette Müller-Rockstroh
      (DGHWi Sektion Hochschulbildung)
    • Barbara Stocker-Kalberer
      (Präsidentin Schweizerischer Hebammenverband)
  • Umgang mit der kulturellen Vielfalt

    Freitag, 17.11.2017: 15:00 – 16:00 Uhr

    Referent: Charlotte Trippen

    In der Hebammenarbeit ist die Betreuung von Frauen und Familien aus vielen verschiedenen Herkunftsländern inzwischen ein berufliches Selbstverständnis. Trotzdem belegen Umfragen und Studien
    immer wieder, dass Migrantinnen die Angebote von Hebammen deutlich seltener in Anspruch nehmen als deutsche Frauen.

    Damit wird die Frage aufgeworfen, welche Bedarfe alle Beteiligten haben und wie diese Bedarfe gedeckt werden können?

    Im Vortrag werden die besonderen Anforderungen an die berufliche Praxis der Hebammen thematisiert und Implikationen für eine bedarfsgerechte Unterstützung der Klientinnen mit geburtshilflichen Präventions- und Versorgungsangeboten abgeleitet.

    Sehr wichtig sind hierbei die Reflexion der eigenen Haltung, Kenntnisse der Lebenswelten der Frauen und ihrer Familien, der Abbau von Kommunikationsbarrieren sowie die strukturelle Öffnung in den jeweiligen Einrichtungen.

     

  • Terminüberschreitung und (frustrane) Einleitung

    Freitag, 17.11.2017: 16:30 – 17:30 Uhr

    Referent: Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Louwen

    Im Jahr 2015 wurden 22 % aller Geburten in Deutschland eingeleitet. Der häufigste Grund für Geburtseinleitungen ist die Terminüberschreitung.

    Reicht es, geduldig abwarten oder doch einleiten?
    Hebammen und Geburtshelfer werden in der Praxis ständig mit diesem Thema konfrontiert. Unklarheit besteht nicht nur über den optimalen Zeitpunkt der Geburtseinleitung, sondern auch bezüglich der Ursache kontinuierlich zunehmender Terminüberschreitungen und einer zunehmenden Zahl an frustranen
    Einleitungen.

    Prof. Dr. Dr. h.c. Louwen gibt einen Überblick über dieses brisante Thema.

  • Atmen und Tönen in der Geburtshilfe

    Freitag, 17.11.2017: 17:30 – 17:45 Uhr

    Referentin: Jutta Haag

    Geführtes Atmen und Tönen sind Möglichkeiten des aktiven Umgangs mit Schmerz während der Geburt und ermöglichen es Frauen, sich zu öff nen. Das Gefühl, Opfer des Schmerzes und der Angst zu sein, nimmt ab, je mehr die Gebärende den Geburtsvorgang gestaltet, Mut, Zuversicht und eine aktivere Haltung können
    entstehen. Selbst schwierige Geburtssituationen lassen sich durch Atmen und Tönen grundlegend verändern.

    Eine kurze Einführung und praktische Übungen sollen die Möglichkeiten des Atmens und Tönens in verschiedenen Geburtssituationen vorstellen und erfahrbar machen.

  • Neugeborenen-Reanimation durchgeführt durch die Euregio-med Notfallmanagement GbR

    Freitag, 17.11.2017

    Kurs 1: 09:00 – 10:30 Uhr
    Kurs 2: 11:00 – 12:30 Uhr
    Kurs 3: 13:00 – 14:30 Uhr
    Kurs 4: 15:00 – 16:30 Uhr
    Kurs 5: 17:00 – 18:30 Uhr

    In diesem Workshop werden Sie an die notfallmedizinische Versorgung eines Neugeborenen mit Herz-Kreislaufstillstand herangeführt. In einem Kurzvortrag wird Ihnen die Leitliniengerechte Versorgung des European Resuscitation Councils (ERC®) erklärt.

    In zwei Kleingruppen werden praktische Übungen demonstriert zur kardio-pulmonalen Wiederbelebung (Reanimation) von Neugeborenen, zu einem essentiellen Atemwegsmanagement und zu einem strukturierten Untersuchungsalgorithmus (ABCDEApproach) und durchgeführt werden. Ebenfalls werden die Säuglingsreamination und der Plötzliche Kindstod (SIDS) thematisiert.

    Jede Teilnehmerin erhält ein Handout mit den wichtigsten Fakten sowie den Algorithmen des European Resuscitation Councils.

    Erwerben Sie entscheidende Handlungskompetenzen für die ersten Minuten des Lebens.

Kontakt

Hotline - Forum Hebammenarbeit Für Ihre Fragen, Wünsche und Anregungen. Tel.:+49 (0) 711/8931-104 Fax:+49 (0) 711/8931-370 E-Mail Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!