Freitag, 12. Mai 2017

Programm

  • Neugeborenen-Reanimation durchgeführt durch die Euregio-med Notfallmanagement GbR

    In diesem Workshop werden Sie an die notfallmedizinische Versorgung eines Neugeborenen mit Herz-Kreislaufstillstand herangeführt. In einem Kurzvortrag wird Ihnen die Leitliniengerechte Versorgung des European Resuscitation Councils (ERC®) erklärt.

    In zwei Kleingruppen werden praktische Übungen demonstriert zur kardio-pulmonalen Wiederbelebung (Reanimation) von Neugeborenen, zu einem essentiellen Atemwegsmanagement und zu einem strukturiertern Untersuchungsalgorithmus (ABCDEApproach) und durchgeführt werden. Ebenfalls werden die Säuglingsreamination und der Plötzliche Kindstod (SIDS) thematisiert. Jede Teilnehmerin erhält ein Handout mit den wichtigsten Fakten sowie den Algorithmen des European Resuscitation Councils.

    Erwerben Sie entscheidende Handlungskompentenz für die ersten Minuten des Lebens.

    5 Kurse zu je 2 UE à 20 Teilnehmerinnen durchgehend von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr

  • Wenn Bindung und Berührung fehlen – Über das Fundament seelischer Gesundheit

    Freitag, 12.05.2017: 10:00 - 11:15 Uhr

    Referent: Dr. Volker Busch

    Der Vortrag beschreibt eine besondere Form der Gefühlsblindheit, die sich durch biographische Aspekte von frühkindlicher Stresserfahrung und Vernachlässigung bei Kindern entwickeln kann und im Erwachsenenalter klinisch häufig durch psychosomatische Beschwerden in Erscheinung tritt.

    Eine kurzweilige und spannende Reise durch unser Gehirn erläutert die Entwicklung einer solchen Gefühlsblindheit und späterer gesundheitlicher Beschwerden. Anhand einiger Filmausschnitte aus einer bekannten Fernsehserie werden Beispiele vorgestellt. Es werden Möglichkeiten einer Behandlung aufgezeigt
    und Praxistipps zur präventiven Vermeidung einer solchen Entwicklung durch Herstellen frühkindlicher Bindung und Berührung gegeben.

  • Traumatisierung von Fachkäften in der Geburtshilfe

    Freitag, 12.05.2017: 11:15 - 12:15 Uhr

    Referentin: Martina Kruse

    Hebammen haben auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Trauma zu tun: Noch ist es fast ein Tabu, dass schwierige Geburten bei Fachkräften zu Traumafolgen führen können. Sie arbeiten mit Menschen, die durch frühere Erlebnisse traumatisiert wurden. Neben den Folgen für die Betroffenen kann es passieren, dass Hebammen sich ‚anstecken‘. Hebammen können ebenso wie die betreuten Frauen durch Gewalt oder sonstige Erlebnisse an Traumafolgen leiden, diese Erinnerungen können während der Arbeit reaktiviert werden. Diese Aspekte werden im Vortrag beleuchtet.

    Um Frauen angemessen betreuen zu können, ist es wichtig, sich eigener Verletzungen bewusst zu werden. Martina Kruse zeigt, wie Hebammen für sich und für ihre Angestellten sorgen können, um langfristig die Gesundheit zu schützen.

    Take home messages:

    • Sekundäre Traumatisierung ist kein Zeichen von unprofessionellem Arbeiten, sondern kann als Berufsrisiko bezeichnet werden!
    • Die Verantwortung für die Gesundheit der professionellen Fachkräfte liegt bei uns selbst und bei Arbeitgeberinnen!
    • Die angemessene Versorgung der Patientinnen in der Geburtshilfe kann nur gewährleistet werden, wenn wir das Risiko der sekundären Traumatisierung sehen und entsprechend handeln!
  • Die Uterusruptur und andere „hausgemachte“ Notfälle

    Freitag, 12.05.2017: 13:45 - 14:45 Uhr

    Referent: Prof. Dr. Sven Hildebrandt

    Nur ein kleiner Teil der geburtshilflichen Notfallsituationen tritt schicksalhaft ein. Diesen Komplikationen müssen wir mit Professionalität und möglichst gelassen begegnen.

    Die meisten Notfälle stehen jedoch im unmittelbaren Zusammenhang mit unserem Handeln bzw. Nicht-Handeln und sind somit vermeidbar. Zu den bedeutsamsten Vertretern dieser Gruppe gehört die Uterusruptur, mit der wir in den letzten Jahren immer häufiger konfrontiert werden.

    Am Beispiel der Uterus-Ruptur lassen sich besonders gut die Prinzipien einer umsichtigen, Risiken-vermeidenden Geburtshilfe erklären:

    • Strenge Indikationsstellung zum Kaiserschnitt: Die Sectio ist der wichtigste Risikofaktor der Uterusruptur. Eine Vermeidung von Kaiserschnitten z.B. bei Beckenendlage, „großem Kind“ oder bei Gemini-Geburten ist zugleich Prävention der Uterusruptur.
    • Strenge Indikationsstellung zur Geburtseinleitung: Einleitung nur bei Nachweis einer Plazenta-Insuffizienz – das gilt für alle Schwangerschaften, insbesondere aber bei Zustand nach Sectio.
    • Vermeidung jedes Eingriffs in die Selbstregulation der Gebärmutteraktivität, insbesondere während der Latenzphase und während der Übergangsphase. Konkret meine ich damit eine absolut strenge Indikationsstellung für die Gabe von Oxytocin.
  • Fütterstörung bei Frühgeborenen

    Freitag, 12.05.2017: 14:45 - 15:45 Uhr

    Referent: Dr. Markus Wilken

    Frühgeborene sind häufig von frühkindlichen Fütterstörungen betroffen. Um den Säuglingen ein Verbesserung des Essverhaltens zu ermöglich, ist es sinnvoll die Sichtweise des Säuglings einzunehmen. Welche Stressfaktoren erlebt der Säugling in der Füttersituation, auf welchen Ebenen zeigen sich die Störungen im Erleben und Verhalten? Ausgehend vom Erleben des Säuglings, werden Interventionen vorgestellt werden, die das Sicherheitsgefühl des Säuglings erhöhen, seinen Bedürfnissen entsprechen und die Affektabstimmung mit den Eltern verbessern. Auf dieser Basis ist die Voraussetzung für eine Veränderung des Essverhaltens geschaffen.

    Take home messages:

    • Frühgeborene haben ein hohes Risiko für Fütterstörung.
    • Die Veränderung des Essverhaltens beginnt mit dem Sicherheitsgefühl des Säuglings.
    • Minimale Intervention durch die Hebamme kann die Füttersituation verbessern.
  • Update 2017: Schultergeburt und Schulterdystokie

    Freitag, 12.05.2017: 16:30 – 17:45 Uhr

    Referentin: Ulrike Harder

    Die physiologische Schultergeburt erfolgt meist mit der nächsten Wehe nach der Geburt des Kopfes und benötigt, wenn die äußere Kopfdrehung abgewartet wird, kein oder nur ein leichtes Management. Die oft übliche aktive Schulterentwicklung „erst die vordere, dann die hintere Schulter“ ist dabei nicht unbedingt hilfreich, weil in Vierfüßlerposition, Seitenlage, auf dem Hocker und im Wasser oft die hintere Schulter zuerst geboren wird.

    Gestaltet sich die Schultergeburt zögerlich oder gibt es klare Anzeichen für einen hohen Schultergeradstand ist besonnenes Handeln dringend geboten. Für den seltenen Ernstfall müssen sich Hebammen und Ärztinnen/Ärzte regelmäßig mit allen notwendigen Manövern zur Beckenmobilisation und den praktikablen äußeren und inneren Handgriffen zur Schulterlösung vertraut machen. Jede geburtshilfliche Abteilung sollte einen Notfall-Standard und gute Kenntnisse zur Dokumentation und Forensik besitzen.

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