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Querschnittgelähmt: Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

Die Betreuung von schwangeren Frauen mit Querschnittlähmung erfordert die fachübergreifende Zusammenarbeit von Ärzten und Hebammen. Darin liegt auch eine große Chance. Denn trotz bestehender Risiken, sollte es immer darum gehen, den Frauen ein positives Erleben von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zu ermöglichen.

Die Lebenserwartung und die Lebensqualität von rückenmarkgeschädigten Menschen konnte durch die verbesserte medizinische Versorgung in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht bzw. verbessert werden. Familienplanung und Kinderwunsch gehören daher heute ganz selbstverständlich zum Lebensentwurf von Frauen mit einer Querschnittlähmung (QSL). Internationale Studien zeigen Schwangerschaftsraten von 14–18%, wobei sich die meisten Studien nur auf kleine Stichproben beziehen. Grundlegende epidemiologische Informationen über Schwangerschaftsraten bei querschnittgelähmten Frauen sind für Deutschland bisher nicht verfügbar. Bekannt ist, dass neben sozialen Faktoren wie Familienstand, Schulbildung und Beruf insbesondere der Zeitpunkt des Lähmungseintritts Einfluss auf eine Mutterschaft mit QSL hat.

Aufgrund der allgemein begrenzten Datenlage und bei häufig nur geringem persönlichen Erfahrungsschatz herrscht insgesamt eine große Unsicherheit bei behandelnden Fachärzten sowie Hebammen in der geburtshilflichen Versorgung betroffener Frauen. Die kürzlich publizierte S2k-Leitlinie mit dem Titel „Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bei Frauen mit Querschnittlähmung“ versucht, eine Hilfestellung bei der Etablierung interdisziplinärer Standards zu geben. Der folgende Beitrag fasst einige wichtige praxisrelevante Aspekte dieser Leitlinie zusammen und ergänzt sie um Aspekte, die insbesondere für die Hebammenversorgung bedeutsam sind.

Präkonzeptionelle Beratung

Einer präkonzeptionellen Beratung betroffener Frauen kommt eine große Bedeutung zu. Sie hat zum Ziel, den Gesundheitszustand vor einer Schwangerschaft zu optimieren und damit eine Primärprävention sowohl im medizinischen als auch im sozialen Bereich zu erzielen. Diese präkonzeptionelle Planung sollte durch einen Gynäkologen / Geburtshelfer in enger Abstimmung mit dem behandelnden Paraplegiologen bzw. Neuro-Urologen koordiniert werden. Die Beratung beinhaltet u. a. das Harnblasenmanagement, Darmmanagement und den Umgang mit möglichen Implantaten.

In einem präkonzeptionellen Gespräch sollten die neurologische, orthopädische und urologische Stabilität der Frau evaluiert, die bestehende Medikation überprüft, umgestellt und ggf. pausiert werden. Diese eventuell erforderliche Umstellung einer bestehenden Medikation sollte in jedem Fall in enger Absprache mit dem betreuenden Paraplegiologen Neuro-Urologen erfolgen. Es kann weiterhin eine unabhängige Beratung durch das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie (Embryotox) der Charité – Universitätsmedizin Berlin geleistet werden.

Insbesondere bei Frauen mit Spina bifida oder Neuralrohrdefekten sollte eine erhöhte Folsäure-Gabe von 4mg pro Tag, möglichst 2–3 Monate präkonzeptionell erfolgen. Bei allen anderen querschnittgelähmten Frauen sollte die zumeist übliche Dosis von 0,4mg pro Tag ergänzt werden.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bei Frauen mit Querschnittlähmung

Aus der Zeitschrift: Die Hebamme 01/2020

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