• Regionale Unterschiede bei Kaiserschnittraten - Hippokrates Verlag - Hebammenarbeit

    In Deutschland kommt es offenbar entscheidend darauf an, wo ein Kind geboren wird, zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Bildquelle: Fotolia

     

Kaiserschnitt oder nicht: in Deutschland entscheidet der Wohnort darüber

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung belegt, dass es große Unterschiede bei der individuellen Risikobewertung der Ärzte gibt.

In Deutschland wird jedes dritte Kind inzwischen per Kaiserschnitt geboren. Mit steigender Tendenz. Regional gibt es hier jedoch sehr deutliche Unterschiede: 17 Prozent in Dresden gegenüber 51 Prozent in Landau in der Pfalz, so das Ergebnis des Faktenchecks Gesundheit der Bertelsmann Stiftung.

Danach liegen die Gründe für diese regionalen Variationen vor allem in unterschiedlichen Risikobewertungen der Ärzte in den einzelnen Regionen. Das steigende Alter der Mütter oder der „Wunschkaiserschnitt“ scheinen dagegen nur eine untergeordnete Rolle zu spielen.

"Es gibt in Deutschland kein einheitliches Vorgehen bei der Entscheidung darüber, ob ein Kaiserschnitt notwendig ist oder nicht", sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. In Regionen von Rheinland-Pfalz, Bayern und Niedersachsen liegt die Sectio-Rate zum Teil weit über 40 Prozent, in zahlreichen Gebieten in den neuen Bundesländern hingegen unter 20 Prozent.

Die Ergebnisse basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes und der Versicherten-Daten der BARMER GEK aus den Jahren 2007 bis 2010 sowie einer zusätzlichen Versichertenbefragung. Auf diese Situation können die werdenden Eltern sich jetzt besser vorbereiten", so Stefan Etgeton. Eine Möglichkeit dazu bietet die zur Studie gehörige Website www.faktencheck-kaiserschnitt.de.

Quelle: Bertelsmann Stiftung

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