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Risiken und Interventionen bei Adipositas

Adipositas und starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft haben zu einer Zunahme von Komplikationen während der Gravidität geführt, die mütterliches und kindliches Outcome beeinträchtigen. Doch welche Risiken und deren Prävention und Behandlung sind evidenzbasiert?

Adipositas ist inzwischen ein globales gesundheitliches Problem. In Deutschland hat man bisher nicht adäquat auf diese Entwicklung reagiert – es gibt weder klinische Richtlinien für die Schwangerschaft, noch konzertierte Aktionen von Hebammen, Geburtsmedizinern, Gesundheitsberatern, Politik und Medien. Untersuchungsprojekte über effektive Interventionen fehlen. Dies alles wäre jedoch erforderlich, um die gesundheitlichen Risiken für Frauen und Kinder sowie die damit verbundenen Kosten für das Gesundheitssystem und letztlich für unsere Gesellschaft einzuschränken.

Übergewicht und Adipositas sind in Industrie- und selbst in Schwellen- und Entwicklungsländern epidemisch geworden.

Mütterliche Morbidität und Mortalität

Übergewicht und Adipositas erhöhen die Rate mütterlicher Komplikationen bis hin zur maternalen Mortalität. Bereits zwischen 2003 und 2005 waren > 50 % aller peripartual verstorbenen Mütter in Großbritannien übergewichtig oder adipös. Ursachen und Charakteristika mütterlicher Mortalität werden in Deutschland leider nicht analysiert, doch ist der Trend auch hier alarmierend.

Frauen mit hohem BMI haben langfristig ein erhöhtes Risiko für ein metabolisches Syndrom, Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Spätfolgen.

Fehlbildungen und Totgeburten

Präkonzeptionelle Adipositas ist mit einer erhöhten Rate von angeborenen Fehlbildungen assoziiert, unabhängig von der Zahl schwerer erkennbarer und (zu) spät diagnostizierter Fehlbildungen. Nach einer britischen Kohortenstudie an 287 213 Schwangerschaften steigt das Risiko für eine Totgeburt von 4/1000 bei normalem BMI auf 6,9/1000 bei einem BMI > 30 selbst nach Korrektur mit Diabetes, Präeklampsie, Alter der Mütter, Parität oder Nikotinabusus. In einer Metaanalyse wurde das Risiko bereits als doppelt so hoch beurteilt.

Wachstumsretardierung

Ein dramatischer Anstieg pränataler Sterblichkeit wird bei der Kombination von fetaler Wachstumsretardierung und mütterlichem BMI > 25 gesehen mit einer „odds ratio“ (OR) von 75 und einem „95 % confidence interval“ (CI) von 14–350. Außerdem steigen (iatrogene) Frühgeburtsrate, bei Makrosomie das Risiko von neonatalen Geburtsverletzungen und neonataler Hypoglykämie.

Lebensqualität und Mortalität der Kinder

Anhand von über 30 000 Datensätzen von Müttern und Kindern ab 1950 wurde gezeigt, dass Nachkommen von Müttern mit einem BMI > 30 selbst nach Korrektur von Alter, sozioökonomischem Status, Geschlecht, Geburtsgewicht und Frühgeburtlichkeit signifikant früher sterben und bereits in der Jugend an Lebensqualität einbüßen. Analog wurde jetzt erstmals bei überfütterten Tieren eine vermehrte Adipogenesis und „Programmierung einer verkürzten Lebensdauer“ festgestellt.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Risiken und Interventionen bei Adipositas

Aus der Zeitschrift Die Hebamme 1/2016

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