• Rosenblüten werden in der Medizin oft eingesetzt und enthalten ätherisches Öl, Gerbstoffe und Flavonoide.

     

„Die Rose berührt das Herz“

Im Mittelater erfreute sich das „Aqua Reginae Hungaricae“ großer Beliebtheit. Dabei handelte es sich um ein Gesichtswasser, das unter anderem Rosenwasser enthielt. Der Legende nach soll dieses Wässerchen die 72-jährige Königin von Ungarn so verjüngt und begehrenswert gemacht haben, dass der junge König aus Polen um ihre Hand anhielt. Eine Überlieferung, die sehr passend für die Rose ist. Denn die Blume mit den edlen, duftenden Blüten gilt seit jeher als Symbol der weiblichen Schönheit.

Bereits seit der griechischen Antike gilt die Rose als die Königin der Blumen. Sie wird als Zierpflanze gezüchtet und verzaubert mit ihrem Duft die Welt.

Öl und Blüten in der Medizin

Nicht nur im Garten und in der Schönheitspflege hat die Rose eine lange Tradition. Sie wurde hauptsächlich in der Klostermedizin verwendet. Hildegard von Bingen empfahl, Rosenblätter am frühen Morgen zu sammeln und sie auf die Augen zu legen, denn das ziehe das „Triefen“ heraus und mache die Augen klar. Außerdem verordnete sie Rosenblätter als Umschlag auf Geschwüre und gegen Jähzorn, Krämpfe und Lähmung. Den mittelalterlichen Heilkundigen war die zusammenziehende und kühlende Wirkung der Rosenblüten bekannt. Man nutzte sie bei Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Durchfällen, krampfartigen Magenbeschwerden, zur Kräftigung des Zahnfleischs und zur Wundversorgung.

Von Entzündungen bis Schlafstörungen

Rosenblüten enthalten ätherisches Öl (unter anderem mit Geraniol, Nerol, Linalool und Citronellol), Gerbstoffe und Flavonoide. Die Rosenblüten wirken entzündungshemmend, zusammenziehend, durchfallhemmend, wundheilend, hautklärend, blutreinigend, keimwidrig, beruhigend und aphrodisierend. Das ätherische Rosenöl hat antibakterielle, antivirale, antimykotische, entzündungshemmende, wundheilende, hautregenerierende, nerven- und herzstärkende, hormonmodulierende, beruhigende, stimmungsaufhellende, stressreduzierende und aphrodisierende Wirkungen.

Durchfall

Eine beliebte Anwendung in der Erfahrungsheilkunde, welche sich ebenfalls durch die austrocknende und dadurch stopfende Wirkung der Gerbstoffe erklären lässt, ist die Behandlung von Durchfall. Hier lassen sich die Rosenblüten gut mit anderen gerbstoffhaltigen Pflanzen aus der Familie der Rosengewächse kombinieren: beispielsweise mit Blutwurz (Wurzelstock), Brombeere (Blatt), Gänsefingerkraut (Kraut) und Frauenmantel (Kraut).

Aphrodisiakum bei sexueller Lustlosigkeit

Seit jeher wird die Rose mit den Liebesgöttinnen Aphrodite und Venus in Verbindung gebracht. Es heißt, der sinnliche Duft verleihe eine königlich anmutende weibliche Ausstrahlung und wirke aphrodisierend. Es gibt jede Menge Darreichungsformen, um die Rose zum Einsatz zu bringen, beispielsweise als Tee, in einem Massageöl, als Räucherung oder in einem Likör.

Wie bereits erwähnt, kann auch ein Rosenbad, beispielsweise Wildrosen Cremebad (Fa. Weleda), helfen, den Alltag abzustreifen, um ins Reich der Sinne einzutauchen. Alternativ einige Tropfen ätherisches Rosenöl in 100 g Sahne oder Kokosmilch emulgieren und dem Badewasser zugeben. Zusätzlich kann man Rosenblüten oder andere aphrodisierende ätherische Öle wie Sandelholz, Ylang-Ylang, Jasmin, Patchouli oder Zimt mit in die Sahne oder in die Kokosmilch geben.

Schwangerschaft

Selbst in der Schwangerschaft, in der viele Pflanzen nicht verwendet werden dürfen, kommt die Rose zum Einsatz. Sie findet Anwendung in der Hautpflege, beispielsweise um Dehnungsstreifen vorzubeugen. Zu empfehlen ist zum Beispiel ein Schwangerschaftsstreifenöl mit Ho-Holz, Lavendel, Linaloe, Neroli, Rose, Rosenholz, Mandel-, Nachtkerzen-, Sonnenblumen- und Weizenkeimöl (Bahnhof-Apotheke Kempten). Auch in Damm-Massageölen zur Dammvorbereitung, zum Dammschutz und zur Pflege des Damms nach der Geburt ist Rose enthalten, beispielsweise Damm-Massageöl mit Muskatellersalbei, Rose, Johanniskraut-Nachtkerzen- und Weizenkeimöl (Bahnhof-Apotheke Kempten) oder Damm-Massageöl mit Mandel- und Weizenkeimöl, Muskatellersalbei und Rose (Fa. Weleda). Aufgrund der beruhigenden und harmonisierenden Wirkung kann die Rose auch Bestandteil von Tee- und Ölmischungen zur Wehenhemmung sein.

Scheidentrockenheit, Scheidenentzündungen

Eine beliebte Anwendung in der Frauenheilkunde sind Vaginalzäpfchen, beispielsweise Rosenzäpfchen mit Frauenmantel für Schutz und Sinnlichkeit, Rosenzäpfchen mit Rotklee zur intensiven Pflege, Rosenzäpfchen mit Kapuzinerkresse zum Schutz vor Pilzen (jeweils Limes-Apotheke, Pohlheim). Hier lässt sich die Rose gut mit anderen Pflanzen kombinieren und eignet sich zur Pflege und Behandlung bei Scheidentrockenheit, Scheidenentzündungen sowie zur Nachbehandlung und zur Vorbeugung von Pilzerkrankungen.

 

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Aus der Zeitschrift Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift DHZ 06/2017

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