• Kaiserschnitt

     

Aktuelle US-amerikanische Leitlinie zur Senkung der Kaiserschnittrate

Die neue Leitlinie der US-amerikanischen Geburtshelfer zur Senkung der Kaiserschnittrate hat das Potenzial, die geburtshilfliche Welt zu verändern. Man kann es kaum glauben: als im März 2014 die US-amerikanischen Geburtshelfer ihr Konsensuspapier zur Senkung der Kaiserschnittrate veröffentlichten, war es das erste Mal seit vielen Jahren, dass von diesem Gremium selbstkritische Überlegungen zur medikalisierten Geburtshilfe der vergangenen 20 Jahre laut wurden. Wir machen zu viele Kaiserschnitte und wir retten damit weder Mütter noch Kinder, so der Tenor.

Vorausgegangen war 2013 ein Editorial des Präsidenten der FIGO, Professor C. N. Purandare, der die Frage stellte, ob die aktuelle Geburtshilfe auf dem richtigen Weg sei. Der steile Anstieg der Sectioraten in vielen Industrieländern werde begünstigt durch

  • die einfacher werdende Operationstechnik (Misgav-Ladach-Methode),
  • die Ausweitung von „weichen“ Indikationen (suspektes/pathologisches CTG, protrahierte Geburt/Geburtsstillstand),
  • finanzielle Fehlanreize,
  • forensischen Druck und
  • demografischen (Alter, Übergewicht) sowie sozialen (Wunschsectio) Veränderungen.
Die WHO stelle seit Jahren immer wieder fest, dass eine Sectio-Rate von über 15 % nicht medizinisch gerechtfertigt sei und dass höhere Sectio-Raten nicht zu besseren perinatalen Ergebnissen führe. Außerdem führen häufige primäre Sectiones zwangsläufig zu mehr Re-Sectiones.

Ursachen und Auswirkungen unnötiger Sectiones

Hierauf sattelt die US-amerikanische Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (American College of Obstetricians and Gynecologists, ACOG) auf und veröffentlicht gemeinsam mit der Fachgesellschaft für Feto-Maternale Medizin (Society for Maternal-Fetal Medicine, SMFM) eine Stellungnahme mit Empfehlungen für die klinische Praxis, um unnötige Kaiserschnitte zu vermeiden.

Die Autoren stellen fest, dass der Kaiserschnitt in einigen Fällen eine sinnvolle Operation ist. Dazu gehören die Placenta praevia und die Uterusruptur. In anderen Situationen jedoch müssen die Vor- und Nachteile gut gegeneinander abgewogen werden. Für die weitaus meisten Geburten gilt, dass die Sectio im Vergleich zur vaginalen Geburt mit einem höheren Krankheits- und Sterberisiko für die Mutter verbunden ist.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Dem Wahnsinn Einhalt gebieten? – Die aktuelle US-amerikanische Leitlinie zur Senkung der Kaiserschnittrate

Aus der Zeitschrift Die Hebamme 2/2014

 

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