• Wie sicher sind Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit? Bild: Norman Chan. Fotolia

    Eine norwegische Studie mit über 68.000 Frauen zeigt, dass die Einnahme von Ingwer während der Schwangerschaft kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen, ein zu niedriges Geburtsgewicht, Tot- oder Frühgeburt oder für andere Faktoren bedeutet. Foto: Fotolia

     

Wie sicher sind Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit?

Ingwer erwiesenermaßen unbedenklich für Schwangere.

Das Schreckensbild des Contergan-Skandals im Kopf, nehmen unsichere Mütter in spe lieber keine Arzneimittel als ihren werdenden Sprössling zu gefährden. In Kauf genommen werden dann häufig unangenehme Begleitumstände der Schwangerschaft wie z.B. die typische Übelkeit in den ersten Monaten, unter der zahlreiche Schwangere zu leiden haben.

Das populärste pflanzliche Mittel bei diesen Beschwerden stellt Ingwer dar. Zur Pharmakovigilanz (Arzneimittelüberwachung hinsichtlich seiner Sicherheit nach Marktzulassung) von Ingwer-Präparaten für Schwangerschaftsübelkeit gibt es aber bisher nur unzureichende Erkenntnisse.

Eine norwegische Kohortenstudie mit einer Gesamtstudienpopulation aus über 68.000 Frauen konnte nun zeigen, dass die Einnahme von Ingwer während der Schwangerschaft kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen, ein zu niedriges Geburtsgewicht, Tot- oder Frühgeburt oder für andere Faktoren wie einen niedrigen Apgar-Score bedeutet.

Die Daten wurden auf der Basis einer Teilpopulation von 1020 Frauen erhoben. Damit räumt die norwegische Forschergruppe mit der bislang noch bestehenden Unsicherheit hinsichtlich der Sicherheit von Ingwer-Präparaten auf und gibt Hebammen und anderem mit schwangeren Frauen konfrontierten Personal im Gesundheitswesen eine Entscheidungshilfe hinsichtlich der Therapie der Schwangerschaftsübelkeit an die Hand.

Einschätzung
Die hohe Probandenzahl und die sorgfältig geplante Analyse dieser Studie vermitteln eine hohe Aussagekraft.

Gleichwohl für das Neugeborene keine Gefahr durch die Einnahme von Ingwerpräparaten durch die Mutter besteht, bleibt ein Restrisiko für die Mutter, vaginale Blutungen zu erleiden. Dieses, so betonen die Wissenschaftler, ist aber gegenüber Schwangeren, die keine Ingwerpräparate einnehmen, nur minimal erhöht.

Ein Manko der prospektiven Studie bildet die Tatsache, dass über die Dosierung und Art der Einnahme keine Informationen vorliegen – diesen Aspekt gilt es in zukünftigen Studien zu berücksichtigen.

Quelle: Carstens Stiftung

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