• Geburtsterminsbestimmung

Terminbestimmung als Ressource im Kreißsaal

Bei der Betreuung der schwangeren Frauen haben Hebammen häufig das Gefühl, dass der im Mutterpass eingetragene Geburtstermin nicht zu dem wahren Schwangerschaftsalter passt. Leider gibt es oft nur wenig Handlungsspielraum, um diese intuitiven Zweifel zu objektivieren, bevor die Geburt eingeleitet wird. Wenn das Kind nach der Einleitung dann keinerlei Zeichen einer Übertragung zeigt, ist das Erstaunen groß – trotzdem wird weiterhin unhinterfragt eingeleitet. Esther Goebel, freiberufliche Hebamme aus Bühlau, möchte mit dem folgenden Fallbeispiel zum Nachdenken anregen.

Fallbeispiel

Sandra kannte ich von der Wochenbettbetreuung beim ersten Kind. Fünf Jahre später saß sie in meinem Geburtsvorbereitungskurs. Vom Typ her ist sie mit ­einem „Schwedinnen-Becken” und mit ­einer guten Portion „dörflichem Selbstvertrauen” („Das wird schon. Ich habe auch knapp 5 kg gewogen.”) ausgestattet. Die Schwangerenvorsorge wollte sie bei ihrer Ärztin weiter laufen lassen und ihr Kind dann in unserer Hebammenpraxis gebären.

Ihr erstes Kind kam in der 38. SSW, mit 4100 g auf die Welt. Sie hat zwischen Übergabe und Schichtwechsel geboren, völlig hyperventiliert, mit einer ordentlichen Episiotomie und einem Gynäkologen, der ihr beim Pressen „von oben geholfen” hat. Die Wochenstation hatte Sandra dann nach 3 Tagen auf eigene Verantwortung verlassen. Sitzen konnte sie nach 5 Wochen wieder.

Mit Beginn der 37. SSW wurde Sandra unruhig. Sie konnte nachts nicht mehr schlafen, hatte immer wieder Vorwehen, ihr Mann befand sich in „Alarmbereitschaft”. Sie musste immer wieder über die erste Geburt nachdenken und war genervt.

In solchen Fällen bitte ich um die Erlaubnis für eine klärende vaginale Untersuchung. Befund: MM geschlossen, sakral, Portio erhalten. Für die nächsten Nächte verordnete ich Sandra jeweils 2 Dragees Sedselect® (ein pflanzliches Sedativum aus Hopfen, Malz, Melisse) und falls sie nicht schlafen kann, gegen 2 Uhr morgens noch einmal 2 Dragees. Nach drei Tagen konnte Sandra wieder schlafen.

Bei der Cranio-Sakraltherapie spürte ich viel Angst in ihr. Wir redeten und redeten ... Beruhigt hat sie die Ultraschall-Untersuchung unseres Gynäkologen im Geburtshaus in der 39. SSW, bei der er „3700g” sagte. (Er sagt zwar immer „plus/minus 1kg” dazu, aber es wird in der Regel ja nur das gehört, was frau braucht.)

Mit dem Erreichen des Termins setzte die Unruhe wieder ein. Sandra bekam Thermalbäder und Spaziergänge, Bauchanmalen und Schwangerschafts-Archivierung als Hausaufgabe auf...

Lesen Sie den gesamten Beitrag Terminbestimmung als Ressource im Kreißsaal – ein Fallbeispiel

Aus der Zeitschrift Die Hebamme 4/2009

Esther Goebel Referentin 10. Forum Hebammenarbeit Treffen Sie Esther Goebel

Esther Göbel ist Referentin beim 10. Forum Hebammenarbeit zum Thema Hebammenbegleitung in der Frühschwangerschaft.

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