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Wünsche und Bedürfnisse Schwangerer und Gebärender an den Geburtsort

Der Fokus der Untersuchungen des Geburtserlebnisses von Frauen richtete sich in der Vergangenheit immer mehr auf individuelles Erleben im Rahmen der Gegebenheiten. Um individuelles Erleben abzubilden, eignen sich besonders gut qualitative Erhebungsmethoden. Doch – wie in vielen Bereichen der Medizin – beschränken sich auch in der geburtshilflichen Forschung die Designs häufig auf die quantitativen Wege bzw. es ist ein deutlicher Mangel an Literatur festzustellen, die den Frauen eine eigene Stimme gibt, um ihre Erlebnisse zu berichten.

Daher ist ein großer Bedarf an Forschung zu vermerken, welche die individuelle Perspektive der Frau untersucht. Zwar ist vor allem durch die Hebammenforschung der Weg der qualitativen Forschung beliebter geworden und die Häufigkeit dieser Untersuchungen gestiegen, geschuldet dem aufwändigen Auswertungsverfahren beschränkt sich die Zahl der befragten Frauen aber häufig auf kleine Stichproben.

Untersuchung des Geburtsortes – nötige Perspektiven

Beim tatsächlichen Erleben der Rahmenbedingungen einer Geburt schließlich geht es selten ausschließlich um die Hebamme oder die (Klinik-)Umgebung – vielmehr sehen sich Frauen und ihre Begleitpersonen meist einer Vielzahl an Bedingungen gegenübergestellt, mit denen sie sich während der Geburt arrangieren müssen: Die Umgebung, das gesamte anwesende medizinische Personal, aber auch das eigene Erleben und nicht zuletzt die Gefühle von Freude und oft genug auch Sorge, eventuell sogar Angst. All diese Bedingungen (und sicher noch mehr) spielen in unterschiedlichen Ausprägungen in die individuelle Geburtserfahrung hinein. Und all diese Bedingungen werden in variierenden Anteilen dazu beitragen, ob die Geburt zu einem positiven Erlebnis wird.

Was also brauchen Frauen, um sich im Rahmen ihrer Geburt sicher zu fühlen? Welche Anforderungen haben sie an das Setting, das Personal, die gesamte Umgebung und womöglich auch an sich selbst? Dieser Frage wurde in den vergangenen Jahren vermehrt nachgegangen. Dabei wurde der Versuch, sie zu beantworten, häufig mit quantitativen Methoden (z.B. im Rahmen einer Fragebogenstudie), aber auch mit qualitativen Methoden (Interviews von Einzelpersonen) oder Mixed-Methods-Forschungsansätzen (Kombination qualitativer und quantitativer Verfahren) verfolgt.

Einige Beobachtungen und Erkenntnisse wiederholten sich: So waren die Themen der wahrgenommenen Kontrollierbarkeit der Situation, auch im Sinne von Informationen und Aufklärung, sowie Sicherheit und Vertrauen in Interventionen, die Unterstützung durch geburtshilfliches Personal und die Atmosphäre während der Geburt wichtig. Diese Faktoren ergaben sich als Extrakt aus einem Literaturüberblick über europäische und deutschsprachige Veröffentlichungen der vergangenen 10-15 Jahre, welcher die Wünsche und Bedürfnisse von Frauen im Rahmen ihrer Geburt betrachtet. Diese werden im Folgenden vorgestellt, sortiert in die drei gefundenen übergeordneten Dimensionen der Rahmenbedingungen, emotionalen Erfahrungen und erlebten peripartalen Betreuung.


Rahmenbedingungen

Zuerst sollen die äußeren Bedingungen des Geburtsortes betrachtet werden. Zu diesen zählen neben Faktoren der Erreichbarkeit und Infrastruktur – Tuschy et al. erwähnen beispielsweise die erwünschte postpartale Anwesenheit eines Pädiaters – auch Dienstleistungen verschiedenster Art. Hier zeigt sich, dass Sicherheit und Sorge um die Gesundheit von Mutter und Kind selbstverständlich ein wichtiger Faktor sind, gleichzeitig aber natürlich auch noch andere (vermeintlich profanere) Gegebenheiten der Umgebung in deren Beurteilung einfließen.

Ausstattung und Service

Stahl etwa fand heraus, dass die Erfüllung nicht-medizinischer Dienstleistungen ein häufiger Anlass zur Unzufriedenheit der befragten Frauen war, so wie beispielsweise bei der mangelhaften Vorbereitung auf die Klinikentlassung und beim Essen. Auch Ausstattung und räumliche Voraussetzungen, unter anderem Umgebung und Atmosphäre während der Geburt und die Zimmeratmosphäre erscheinen als wichtiger Bezugspunkt für eine positive Beurteilung des Geburtsortes. Hier wurde innerhalb Deutschlands in den vergangenen Jahren den Wünschen der Frauen bereits Rechnung getragen, indem aufwändige Kreißsaal-Sanierungen an vielen Stellen ausgeführt wurden. Trotzdem erstreckt sich der Begriff Atmosphäre über räumliche Gegebenheiten hinaus – der Duden erwähnt etwa neben der tatsächlichen Umgebung unter anderem noch Ausstrahlung und Stimmung als Bedeutung.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Wünsche und Bedürfnisse Schwangerer und Gebärender an den Geburtsort

Aus der Zeitschrift Die Hebamme 02/2018

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