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Abwehr außer Rand und Band

Die erworbene Fähigkeit des Immunsystems, harmlose Substanzen wie Pollen oder Nahrungsmittel zu tolerieren, nennt man orale Toleranz. Damit sie sich entwickeln kann, ist unter anderem eine physiologische frühkindliche Darmmikrobiota wichtig. Verschiedenste Faktoren, zum Beispiel Kaiserschnitt oder fehlendes Stillen, können die physiologische Darmbesiedlung beim Säugling stören. Als negative Folge für das Immunsystem können sich unter anderem Allergien entwickeln.

Präventive Maßnahmen wie ausreichendes Stillen und der Verzicht auf exzessive Hygiene unterstützen die kindliche Abwehrkraft. Für eine ursächliche probiotische Allergietherapie empfiehlt sich zunächst ein Stuhlbefund. 

Welche Rolle spielen Störungen der kindlichen Darmmikrobiota bei Allergien?

Die Zahlen sind alarmierend: Über 22 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden an Asthma, Heuschnupfen und / oder Neurodermitis. Das zeigt die aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Und vermutlich wird die Zahl der Betroffenen in Zukunft noch steigen. Was ist der Hintergrund dieser Entwicklung? Welche Auslöser spielen eine Rolle? Und: Welche präventiven und kurativen Gegenstrategien gibt es?

Heuschnupfen zählt zu den häufigsten allergischen Erkrankungen. Auch Asthma und Neurodermitis gehören zum allergischen Formenkreis. Hinter Allergien verbirgt sich eine komplexe, multifaktorielle Genese. Basis ist eine genetische Prädisposition. Hat mindestens eines der beiden Elternteile eine Allergie, steigt auch das entsprechende Risiko für die Nachkommen. Doch das alleine reicht nicht aus. Hinzu kommen insbesondere Umwelteinflüsse, beispielsweise Nikotinabusus der Eltern sowie mikrobielle Faktoren. Prägend sind offensichtlich vor allem die ersten Lebensmonate.

Häufige Ursache: Störungen der frühkindlichen Darmbesiedlung

Für die Entwicklung der kindlichen Immunabwehr ist die Darmmikrobiota entscheidend. Doch nicht immer verläuft die frühkindliche Darmbesiedlung selbst in geordneten Bahnen. Potenzielle Störfaktoren sind:

  • Störungen der mütterlichen Vaginalflora
  • Kaiserschnitt
  • Flaschen- statt Muttermilch
  • Antibiotika
  • Infektionen
  • exzessive Hygiene

Gestörte Vaginalflora fördert kindliches Asthma

Etwa ein Drittel der Schwangeren leidet an Vaginalmykosen, ca. 20 % haben eine bakterielle Vaginose. Gerade letztere bleibt allerdings in der Hälfte der Fälle klinisch unauffällig. Als Grundlage für die Mikrobiota des Neugeborenen sind solche Zustände nicht ideal. So konnte man beispielsweise einen Zusammenhang aufzeigen zwischen einer gestörten mütterlichen Vaginalflora während der Schwangerschaft und dem vermehrten Auftreten asthmatischer Beschwerden bei Kindern.

Kaiserschnittkinder sind öfter krank

Mittlerweile erfolgt ein Drittel der Geburten in Deutschland per Kaiserschnitt. Auch dies ist kein guter Start für die Entwicklung der kindlichen Darmmikrobiota. Denn sie wird in dem Fall mehr durch die Umgebung als durch die Mutter bestimmt. Entsprechend unterscheidet sich auch die frühe Darmmikrobiota der Kaiserschnittkinder von der natürlich geborener Kinder. Dies ist vermutlich mit ein Grund für das erhöhte Risiko der Kaiserschnittkinder, an Asthma, Heuschnupfen oder Zöliakie zu erkranken.

Prävention durch Stillen fehlt

Stillen hilft offensichtlich, Allergien beim Kind vorzubeugen. Das hat sicherlich unterschiedliche Gründe. So enthält die Muttermilch viele protektive Substanzen, etwa sekretorisches Immunglobulin A, Lactoferrin, PMN-Elastase und Lysozym. Auch fördert sie die Entwicklung der frühkindlichen Darmmikrobiota durch den hohen Gehalt an Oligosacchariden, sogenannten „Bifidusfaktoren“. Damit unterstützt Stillen letztlich auch den Aufbau einer gesunden Darmbarriere sowie eines effektiven Immunsystems. Füttert man Säuglinge mit Flaschenmilch statt Muttermilch, fehlt dieser präventive Effekt.

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Aus der Zeitschrift: DHZ - Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift 08/2016

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