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Mit kaltem Wasser gegen Alterungsprozesse – „Anti-Aging“ mit Hydrotherapie nach Kneipp

„Wasser thut’s freilich“, betitelte der Pionier der deutschen Hydrotherapie Theodor Hahn bereits 1776 sein Buch. Das Buch, das Sebastian Kneipp etwa 50 Jahre später half, sich selbst von seiner damals als unheilbar geltenden Lungentuberkulose zu heilen. Doch hydrotherapeutische Anwendungen regen nicht nur die Selbstheilungskräfte kranker Personen an, sie wirken auch in besonderem Maße präventiv.

Durch ihre Reizwirkung und die darauf folgenden Regulationen unterstützen und stimulieren sie auch die Regenerationsmechanismen der physiologischen Alterungsprozesse. Damit stellen sie ein wertvolles Instrument dar, Alterserscheinungen, wie sie sich durch Kreislauf- und Durchblutungsstörungen, Gelenkbeschwerden, nachlassende Gedächtnis- und Sinnesfunktionen sowie Leistungseinbußen und Erschöpfungszustände bemerkbar machen, spürbar entgegenzuwirken.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte Sebastian Kneipp, dass viele Krankheiten Folgen des „modernen Lebensstils“ waren. Gleichzeitig verstand er es, die Wasserheilkunde in ein System mit einfacher, gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung, seelischem Ausgleich (Ordnungstherapie) und Behandlung mit Heilkräutern einzubinden. Ein System, dass wir heute „klassische Naturheilverfahren“ nennen.

Dabei ist die Hydrotherapie ein regulationsmedizinisches Verfahren par excellence. Ihr Wirkungsfeld ist das vegetative Nervensystem. Richtig angewandt verbessert sie Mikro- und Makrozirkulation, regt den Zellstoffwechsel an, verbessert den Gas- und Nährstoffaustausch, moduliert das Immunsystem und schafft einen Ausgleich zwischen Sympathikus und Parasympathikus.

Ein Patientenbeispiel: Vor einigen Jahren kam ein evangelischer Theologe in meine Praxis und bat mich – in meiner Funktion als Badearzt – um die Verordnung von Kuranwendungen. Anamnestisch berichtete mir der damals 78-jährige Mann, dass er Anfang der 1940er-Jahre in den Krieg eingezogen werden sollte, aber aufgrund seines schon zu dieser Zeit schwachen Herzens ausgemustert wurde. Als Kind hatte er eine schwere Scharlachinfektion durchgemacht und als Folge wohl eine Endokarditis erlitten. Seitdem war er körperlich kaum belastbar. Um dennoch sein angestrebtes Studium und seinen zukünftigen Beruf bewältigen zu können, begann er, regelmäßige zügige Spaziergänge und – nach der Lektüre von Kneipp – auch regelmäßige Wasseranwendungen zu machen. Seit seinem 50. Lebensjahr absolvierte er zudem alle paar Jahre eine Kneippkur. Das habe ihm geholfen, seinen Beruf bis ins hohe Alter auszuüben und halte ihn fit und gesund. Deswegen sei er nun auch in unser Kneippheilbad gekommen. Auf die Frage nach Einnahme von Medikamenten sagte er, dass er das von den Internisten verordnete Zeug nicht nehme. Er wolle sich ja nicht vergiften. Er nehme lediglich 2 × pro Tag Weißdorn, das tue ihm gut.

Bei der körperlichen Untersuchung fiel mir ein 4/6 Systolikum auf, das über allen Ostien auskultierbar war. Sein Blutdruck lag bei 125/80 mmHg, der BMI bei 23 kg/m2 und der Puls bei regelmäßig 64/min. Er wirkte nicht nur geistig frisch, er war auch sehr beweglich und zeigte keinerlei Schwäche- oder Insuffizienzzeichen. Hätte ich sein Geburtsdatum nicht auf der Karteikarte gelesen, hätte ich ihn mindestens 10 Jahre jünger geschätzt.

Ich verordnete ihm die ortsüblichen hydrotherapeutischen Anwendungen mit Güssen, Teilbädern, kalten Abwaschungen, Wickeln und Lehmpackungen und bestellte ihn in der Folgewoche zur Kontrolluntersuchung ein. Bei der Wiedervorstellung berichtete er mir, dass er alle Anwendungen gut vertragen habe und in den letzten Tagen schon dreimal hoch zur Kreuzkapelle (einem Aussichtspunkt, der etwa 300 Höhenmeter oberhalb unserer Kurstadt liegt) gelaufen sei. Bei der Abschlussuntersuchung nach drei Wochen wiederholte und bekräftigte er diese Aussagen. Da es ihm bei uns gut gefallen hatte, kam er in den Folgejahren im Abstand von 2–3 Jahren noch einige Male. Als er im Alter von 92 Jahren – immer noch recht fit und rüstig – schließlich das letzte Mal bei uns zur Kur war, verabschiedete er sich mit den Worten: „Meine Kinder meinen, ich wäre jetzt zu alt, um zu vereisen. Sie machen sich Sorgen um mich und ich will sie nicht unnötig beunruhigen.“

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Mit kaltem Wasser gegen Alterungsprozesse – „Anti-Aging“ mit Hydrotherapie nach Kneipp

Aus der Zeitschrift Erfahrungsheilkunde 01/2019

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