• Arzneipflanzen

     

Arzneipflanzen, Inhaltsstoffe und Anwendung: Status quo und Entwicklungsmöglichkeiten

Am 19. und 20. Februar 2019 fand wie auch in den vergangenen Jahren auf Einladung der Saluplanta e. V. in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt in Bernburg-Strenzfeld das Bernburger Winterseminar statt, an dem sich mehr als 250 Teilnehmer über neue Erkenntnisse aus dem Anbau, aus Züchtungs- und Inhaltsstoffforschung sowie zu Qualitätsanforderungen und Anwendungsmöglichkeiten von Arznei- und Gewürzpflanzen informierten und ihre Erfahrungen austauschten.

Nach der Begrüßung durch die Organisatoren der Veranstaltung Dr. Bernd Hoppe, Bernburg, und Dr. Wolfram Junghanns, Aschersleben, sowie den Grußworten des Staatssekretärs Dr. Ralf-Peter Weber, Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, gab Dr.-Ing. Andreas Schütte, Gülzow-Prüzen, einen Überblick über die von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) seit ihrer Gründung im Jahr 1993 geförderten 130 Forschungsvorhaben im Bereich der Arznei- und Gewürzpflanzen in einer Größenordnung von 26 Mio. Euro. Die Förderung umfasse Projekte aus z. B. Züchtung, Anbauoptimierung, Unkrautregulierung, Erntetechnologie und Trocknung, die u. a. Bestandteil des 2007 gestarteten Demonstrationsvorhaben mit den Beispielkulturen Kamille, Melisse und Baldrian mit 35 Teilprojekten und einer Fördersumme von 8,2 Mio. Euro seien, was einer Förderquote von 90 % entspreche.

Qualitätsanforderungen und rechtliche Einordnung

Prof. Dr. Bernd Honermeier, Gießen, beschrieb aus Sicht der Forschung Aspekte der Qualität und Produktion von Arznei- und Gewürzpflanzen, insbesondere Anforderungen an Böden, Saat- und Pflanzgut, Düngung, Pflanzenschutzmaßnahmen, Bewässerung, Ernte und Trocknung. Zur Optimierung der Qualität sei eine Erweiterung der Kenntnisse über wertgebende, aber auch toxische Inhaltsstoffe, Rückstände und Kontaminanten, Standorteignung und Anbaumanagement wichtig, ebenso zur Interaktion der Pflanze mit der Umwelt besonders unter dem Aspekt des Klimawandels und seiner Folgen. Er nannte als Beispiele die Ergebnisse von Forschungsarbeiten, die sich mit dem Screening der Ätherisch-Öl-Gehalte in Origanum-Arten oder Pfefferminze befassten. Untersuchungen zur vertikalen Verteilung des Hypericin-Vorkommens in Johanniskrautpflanzen gäben wertvolle Hinweise zur Festlegung der Breite der zu erntenden Blühhorizonte, ähnliche Phänomene seien bei Buchweizen oder beim Vorkommen der Kaffeoylchinasäure-Gehalte in Artischockenblättern zu beobachten. Auch die optimale Nährstoffversorgung sei eine zukunftsweisende Aufgabe, wie z. B. die Düngung mit lebenden Mikroben als „Biofertilizer“.

Welche Grenzwerte der Gesetzgeber im Sinne des Verbraucherschutzes und der Patientensicherheit für unerwünschte, potenziell gesundheitsschädliche Begleitstoffe in pflanzlichen Materialien festgelegt hat, stellte Dr. Barbara Steinhoff, Bonn, dar. Sie erläuterte die praktische Relevanz dieser Regelungen für Schwermetalle bzw. Elementverunreinigungen, Pflanzenschutzmittel, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Pyrrolizidinalkaloide (PA) sowie die große Bedeutung der Erhebung entsprechender Daten in der täglichen Praxis der pharmazeutischen Unternehmen im Rahmen eines firmenspezifischen / -übergreifenden Monitorings. Die Auswertung von Daten für die genannten Rückstände bzw. Kontaminanten biete einen umfassenden Überblick über die Belastungssituation und gebe den Unternehmen die Möglichkeit einer Risikoabschätzung, die auch eine Voraussetzung für die individuelle Gestaltung der Prüffrequenzen für die pflanzlichen Wirkstoffe bzw. Produkte sei. Letztendlich sei auch die auf Daten basierende Prüfung der Einhaltbarkeit von Grenzwerten eine wichtige Argumentationsgrundlage zur Diskussion mit den Behörden, wie auch die neuesten Entwicklungen am Beispiel PA gezeigt hätten.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Arzneipflanzen, Inhaltsstoffe und Anwendung: Status quo und Entwicklungsmöglichkeiten

Aus der Zeitschrift: Zeitschrift für Phytotherapie 02/2019

Call to Action Icon
Zeitschrift für Phytotherapie Jetzt abonnieren!

Newsletter Heilpraxis

Quelle

Zeitschrift für Phytotherapie
Zeitschrift für Phytotherapie

EUR [D] 54,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Mind-Maps Phytotherapie
Roman HuberMind-Maps Phytotherapie

EUR [D] 59,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Arzneimittellehre für Heilpraktiker
Eva Lang, Michael HerzogArzneimittellehre für Heilpraktiker

EUR [D] 39,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Gemmotherapie
Cornelia SternGemmotherapie

Grundlagen - Indikationen – Behandlung

EUR [D] 49,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.