• Balance – Grundgesetz und Vollendung der Bewegung - Heilpraxis - Thieme Verlag

     

Balance – Grundgesetz und Vollendung der Bewegung

Der Mensch lebt, d. h. bewegt sich multidimensional und adaptiert sich ständig an Einwirkungen unterschiedlichster Kräfte. Balance ist der Schlüssel zur Analyse und Ausführung von Bewegung 1. Ordnung und höherer Ordnungen.

Das Balance-Konzept bietet erweiterte Möglichkeiten für Diagnostik (Analyse von Bewegungsmustern, Balance-Test) und Behandlung. Dysfunktionen, d. h. Hyper- und Hypoaktivität, können reguliert und auf eine individuelle Norm, die Balance, kalibriert werden.

Prinzip der Balance

Bei allen geglückten Bewegungen kann man das Prinzip der Balance erkennen. Geglückt sind äußere wie innere „Bewegungen“, ob sie nun bewusst oder unbewusst ablaufen, wenn sie zu Frieden und Wohlgefühl führen, was Gesundheit bedeutet. Professionelles Vorgehen verlangt die Analyse und das Verständnis dieses essenziellen Prinzips.

Das Balance-Konzept vereinfacht und erweitert zugleich das diagnostische und therapeutische Potenzial und beschreibt das Grundgesetz der Bewegung. Es vereinfacht und strukturiert die Analyse von Bewegung mit ihren grundlegenden Parametern: Kraft und Richtung (Vektor). Die Vereinfachung eröffnet ein Verständnis und Erleben der eigenen Handlungen mit der Möglichkeit einer tiefgreifenden Kalibrierung auf ein „Normal-Null“, sodass in komplexen Abläufen ungewollte Bewegungen entdeckt und beseitigt werden können.

Bewegungen werden in ihrer Aktion nach Kraft und Richtung analysiert, wobei die Art des komplexen Zusammenspiels aller Bewegungen über Funktion oder Dysfunktion entscheidet. Balance stellt dabei den wesentlichen Schlüssel zur Analyse und zur präzise ausgeführten Aktion dar. Balance ist das Grundgesetz der Bewegung. In diesem Zusammenhang sind alle funktionellen Prozesse des Menschen als Bewegung zu verstehen. Menschliche Bewegung drückt sich nicht nur als funktioneller Prozess in der Biomechanik, sondern auch in metabolisch-biochemischen Prozessen, biophysikalischen Abläufen, immunitären Vorgängen, psycho-mentalen Prozessen sowie unzähligen zellulären Dynamiken aus .

Balance bei gesunden und krankhaften Bewegungsmustern

Alle diese Bewegungen in den verschiedenen Dimensionen stehen in wechselseitiger Beziehung und stellen als Prozess eine multidimensionale Bewegung dar. Ist diese in balancierter Dynamik, bedeutet dies Gesundheit.

Sind die Systeme der verschiedenen Dimensionen in Dysbalance, bedeutet dies Krankheit. Doch stellt die dysfunktionale Aktivität auch einen Kompensationsversuch des wechselwirkenden komplexen Systems dar (z. B. Fieber bei bakteriellem Infekt, um die Reaktionsgeschwindigkeit des Körpers gegenüber den Bakterien zu verbessern, oder der Randzackenanbau an einem arthrotisch veränderten Gelenk, um Druck pro Fläche zu reduzieren). Die Ausbildung des Musters ist ein Versuch, die Integrität des Menschen zu erhalten. Daher ist auch das dysfunktionale Muster einer Krankheit Bestandteil einer globalen Balance des Menschen – Balance ist immer Voraussetzung des Lebens.

Messung der Dysbalance

Die komplexen Wechselwirkungen erfordern eine global und lokal orientierte Analyse systemischer Ordnung, um Dysbalancen ausmachen zu können und den richtigen Ansatz für die Behandlung zu finden. Wie in allen medizinischen Fachrichtungen braucht man dazu Wissen, d. h. Kenntnis des Normalen und dessen Abweichungen. Doch reicht dies für komplexe Systeme nicht aus, da es immer Lücken in der Kenntnis menschlicher Systeme gibt. Es braucht weiterhin eine integrative Ergänzung durch emphatische Wahrnehmung des Gesamten. Eine rationale Lösung für diese besondere Aufgabe bietet das Balance-Konzept. Es bezieht das eigene wahrnehmende Erleben mit ein und nutzt die eigene Person als Messinstrument, wodurch eine außergewöhnliche Kongruenz von Logik und Perzeption hergestellt wird. Stete Übung ist nötig, damit der Osteopath nicht eigene Dysbalancen auf den Patienten überträgt, sondern eine balancierte Verbindung eingehen kann. Je tiefer man die eigene Balance frei herstellen kann, desto besser können auch kleinste Dysfunktionen einen in Bewegung versetzen und in der eigenen Perzeption erscheinen.


Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Balance – Grundgesetz und Vollendung der Bewegung

Aus der Zeitschrift Deutsche Zeitschrift für Osteopathie 03/2017

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