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4 Fachleute – 4 Behandlungsstrategien: HWS-Syndrom

Beim HWS-Syndrom handelt es sich um ein unspezifisches Beschwerdebild. Symptome können Schmerzen, Missempfindungen oder Funktionsstörungen in der Nacken-Schulter-Armregion sein. Vier Experten stellen Ihnen verschiedene Behandlungskonzepte vor.

HWS-Syndrom aus chiropraktischer Sicht


In der chiropraktischen Behandlung stehen evtl. vorhandene Blockaden der Wirbel- und Kopfgelenke im Fokus.

Oszillierender Bewegungstest und HVLA-Technik

Nach Abklärung und Ausschluss aller Kontraindikationen (z. B. Tumor, Osteoporose) kann man über einen oszillierenden Bewegungstest am sitzenden Patienten die Höhe der Bewegungsrestriktion eingrenzen. Dabei werden HWS und Schultergürtel des Patienten beidseitig passiv in Seitneigung gebracht, die Bewegungsresktriktion wird palpatorisch ermittelt.

Mit einer HVLA-Technik (high velocity low amplitude) kann man das entsprechende Segment deblockieren. Dabei ist zu beachten, dass Seitneigung und Flexion/Extension nicht zu stark eingestellt werden, um eine unnötige Belastung der entsprechende Gefäße (A. carotis int./ext. und besonders A. vertebralis) zu vermeiden. Dieses Verfahren wird vornehmlich bei Beschwerden der mittleren HWS angewandt, d. h. C 3–C 6.

Eine besondere Stellung nehmen die Gelenke C 0/C 1 und C 1/C 2 ein. Blockaden in diesem Bereich können schlechter durch Nachbarsegmente kompensiert werden als in der mittleren HWS. Eine fachgerechte Reposition ist hier sehr wichtig, kann aber aufgrund der Komplexität nicht genauer beschrieben werden.

Zervikothorakaler Übergang und BWS

Es ist wichtig, in die chiropraktische HWS-Behandlung auch den zervikothorakalen Übergang einzubeziehen. Der Bereich Th 1– Th 4 zählt zwar nominell zur BWS, muss aber biomechanisch zur HWS gerechnet werden. Eine Restriktion in diesem Bereich führt zu Verspannungszuständen in der Schulter-/Nackenregion. Die ersten Rippen als auch die zugehörigen Wirbel sollten uneingeschränkt funktionieren. Eine Manipulation der ersten beiden Rippen kann hier oftmals der Schlüssel zum Abbau der Problemkette sein.

An dieser Stelle sei auch noch auf die möglichen Einschränkungen durch Bänder und besonders durch Faszien im intrathorakalen Bereich bis hin zum Bauchraum und Beckenboden hingewiesen (z. B. beim sog. Witwenbuckel als Ausdruck der Schwächung des Beckenbodens).


HP Christian Blumbach
Sterkrader Str. 10
47166 Duisburg
E-Mail: info@blumbach.de

Pulsierende Wellen und Quaddelung

Bei einem chronischen HWS-Syndrom, und insbesondere, wenn keine Indikation für eine chiropraktische Behandlung besteht bzw. sogar eine Kontraindikation vorliegt, empfiehlt sich eine Quaddelbehandlung in Verbindung mit einer Magnetfeldtherapie. Sinusförmige pulsierende elektromagnetische Felder beschleunigen die Differenzierung junger Zellen (Fibroblasten und Osteoblasten) zu gewebespezifischen, ausdifferenzierten Funktionszellen, verbessern die Durchblutung und damit die Sauerstoffaufnahme und erhöhen die Stoffwechselleistung. Dies führt einerseits zu einer Aktivierung im Sinne der Regulation und andererseits zur Entspannung der verkrampften Muskulatur. Es ist wichtig, ein Therapiegerät zu verwenden, für das die Kanzerogenität nachweislich ausgeschlossen wurde.

Behandlung

Zunächst quaddle ich mit 2 ml Hewedolor-Procain 2 % (Fa. Hevert) und anschließend mit 2 ml Chiroplexan H Inj. (Fa. Pflüger) i.c. den schmerzhaften Bereich. Anschließend kommt für 30 min das Magnetfeldgerät (Magnetodyn– System) zum Einsatz mit einer Einstellung von 5,0 A/8 Hz. Der Patient liegt dabei entspannt auf dem Rücken, nicht selten schläft er während der Behandlung ein. Dies fördert zusätzlich die Entspannung der Muskulatur um die HWS. Mit einem einfachen Permanentmagneten überprüfe ich direkt am Patienten, ob in der Therapiespule, dem sog. Feldapplikator, das pulsierende Magnetfeld auch aktiv ist (was durch eine Bewegung des Magneten deutlich sichtbar ist). Die Spule platziere ich so um den Brustkorb, dass das Magnetfeld bis zum Kiefergelenk messbar ist.

Für einen guten Therapieerfolg sind i. d. R. 10–20 Behandlungen erforderlich, ich behandle 2-mal pro Woche.

Nicht angewandt werden darf die Magnetfeldbehandlung bei Schwangerschaft, starken Blutungen, schweren Herz-Kreislauferkrankungen, Herzschrittmacher, Defibrillatoren und anderen aktiven medizinischen Implantaten.


HP Siegfried Kämper
Am Stadtgarten 2
45883 Gelsenkirchen
E-Mail: siegfried.kaemper@t-online.de

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Aus der Deutschen Heilpraktiker Zeitschrift 5/2015


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