Programm

Freuen Sie sich auch in 2018 auf ein spannendes und abwechslungsreiches Programm beim 35. Deutschen Heilpraktikertag (DHT) in Düsseldorf.

 

Zusätzliches Symposium im Rahmen des Deutschen Heilpraktikertages:

 

1 Programmübersicht 2018

Das Programm des 35. Deutschen Heilpraktikertages auf einen Blick!


Der onkologische Patient: Immer multimodal arbeiten

Sieben Vortragsreihen widmeten sich in der historischen Produktionshalle den wichtigen aktuellen Schwerpunkten der Heilpraktikerpraxis. So eröffnete HP Enrico Thiele die „HP-Sprechstunde: Der onkologische Patient“ mit einem tiefen Griff in das naturheilkundliche Diagnostik- und Therapierepertoire – von HRV-Messung bis Bioimpedanz-Analyse, von Staphisagria bis Mistel- und Enzymtherapie, von Selensubstitution bis Vitamin-C-Infusion.

Arzt und Onkologieexperte Dr. Nils Thoennissen erläuterte im Anschluss die moderne Hyperthermie. Bereits vor fast 100 Jahren behandelte der Wiener Arzt und Nobelpreisträger Julius Wagner-Jauregg Syphilispatienten erfolgreich mit aktivem Fieber durch inaktivierte Malariaerreger. Daraus entwickelten sich später die passive und aktive Ganzkörperhyperthermie und die isolierte Extremitätenperfusion – letztere mit verblüffenden Erfolgen bei lokal metastasierten Melanomen. Auch in die Chirurgie hält die Hyperthermie zunehmend Einzug. So haben sich hochspezifische Verfahren wie die HIPEC (Hyperthermie intraperitoneale Chemotherapie) und PIPAC (Pressurized intraperitoneal aerosol chemotherapy) unter anderem zur Behandlung von Unterleibstumoren bewährt. Hier werden erwärmte Chemotherapeutika intraperitoneal eingebracht. Die immunologische Forschung eröffnete in jüngster Zeit auch den ergänzenden Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren, die den Tumor immunologisch demaskieren. Hervorragend mit Hyperthermie kombinieren und in der Heilpraktikerpraxis anwenden lässt sich die subkutane Misteltherapie mit Urtinkturen. Thoenissens Botschaft: Nie mit Hyperthermie allein, sondern immer kombiniert und multimodal arbeiten.


Die richtige Mistel, aber auch die richtigen Worte finden

Dazu ergänzte Enrico Thiele im folgenden Vortrag zur Misteltherapie: „Die richtige Mistel, aber auch die richtigen Worte finden.“ Denn zu schnell gerät die seelische Situation ins Hintertreffen – in der Annahme, der Patient werde „schon irgendwie mit der Krankheit psychisch fertigwerden“. Tatsächlich erleben alle Betroffenen eine existenzielle Zäsur und Bedrängnis: „Sie brauchen einen Tumorpatienten nicht zu fragen, ob er mit seiner Diagnose zurechtkommt.“ Hingegen stellt sich die Frage: Welche Heilungsblockaden sabotieren die bisherige Therapie? Anamnese und Immunfunktionstest liefern dazu wichtige Hinweise. Der Lymphozytentransformationstest ermittelt das individuell geeignete Mistelpräparat, das im Anschluss subkutan appliziert wird. Vorübergehende Reaktionen wie Rötung, Schwellung und Schmerzen im Injektionsbereich sind dabei durchaus erwünscht, im Gegensatz zur Reaktionsstarre. Hier wäre ein Therapiewechsel angezeigt.

HP Carsten Jung erklärte im Folgevortrag den Zusammenhang von Mitochondrien und Krebs. Denn ein gestörter mitochondrialer Stoffwechsel vermindert Zellatmung und programmierten Zelltod – das Tumorrisiko steigt. Zu den Ursachen zählen Antibiotika, oxidativer und emotionaler Stress, Leaky-Gut-Syndrom, chronische Infektionen wie Eppstein-Barr, Toxine und Elektrosmog. Regelmäßiger Sport und Aufenthalte im Gebirge können ebenso zur Regeneration der Mitochondrien beitragen wie die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT): Sie simuliert durch einen rhythmischen Wechsel von sauerstoffärmerer und sauerstoffreicherer Luft ein Höhentraining. Auch eine im Intervall durchgeführte kalorien- und kohlenhydratreduzierte Ernährung unterstützt die Funktionstüchtigkeit der Mitochondrien, ergänzt durch entgiftende Maßnahmen der Phytotherapie und Homöopathie. Das therapeutische Ziel ist dabei die Wiederherstellung der mitochondrialen Apoptoseeinleitung.

Kompaktes Wissen zur antikarzinogenen Wirkung von Pflanzen, ätherischen Ölen und Pilzen lieferte HP Ralph Kress. Sein Aufruf: Ziel einer integrativen Krebstherapie muss nicht nur die Neoplasiebeseitigung, sondern auch eine Homöostase auf allen Ebenen sein. In diesem Rahmen liefern Pflanzen und Pilze einen hervorragenden Beitrag. So eignen sich für die antikarzinogene, immunologische, antioxidative und entgiftende Therapie Mittel wie Gelbwurz, Mistel, Sonnenhut, Kakao, Lavendel-, Sandelholz- und Weihrauchöl sowie Sonnenpilz, Schmetterlingsporling und Glänzender Lackporling. Doch nichts ohne gründliche Diagnostik und Therapieplanung. Denn die besten Maßnahmen helfen nicht weiter, wenn sie beliebig kombiniert und nach dem Gießkannenprinzip umgesetzt werden: „Das Richtige zum richtigen Zeitpunkt tun“, mahnte Kress deshalb.


4 Fachleute – 4 Behandlungsstrategien: Kopfschmerz

„Keine Therapie ohne gründliche Differenzialdiagnostik“, appellierte auch HP Benno Stüve im Forum DHZ „4 Fachleute – 4 Behandlungsstrategien: Kopfschmerz“. Meist handelt es sich bei Kopfschmerz zwar um eine harmlose und gut behandelbare Stressfolge. Doch wenn Epilepsie, Tumormetastasen, Apoplex, Entzündungen, Hypertensive Krisen, Hyper- oder Hypoglykämie beteiligt sind? Stüve beschrieb anschaulich alle wichtigen Alarmzeichen.
HP Gudrun Nebel erläuterte am Nachmittag anhand von Kasuistiken, wie eng Spannungskopfschmerzen mit der Ernährung zusammenhängen, insbesondere mit Auslösern wie Weizen, Milch und Histaminlieferanten. Mikronährstoffe, Triggerkarenz und ätherische Öle zählen zu den bewährten Therapiesäulen.
Außerdem führte HP Magdalena Nicotra die Besucher durch die Dorn-Breuss-Therapie bei Nackenverspannungen. HP Karoline Dichtl beschrieb die Anwendung von Schüßler-Salzen bei Kopfschmerzen und Migräne, und HP Ralf Blume erklärte die Möglichkeiten der klassischen Homöopathie gegen akute und chronische Migräne.


Entzündung und Schmerzen: Die Matrix muss frei sein

In der Vortragsreihe „Entzündung und Schmerzen“ berichtete HP Stephanie Meurer vor voll besetztem Auditorium über phytotherapeutische Anwendungen – vorwiegend Essenzen in Verbindung mit Homöopathika – bei Arthrose und Arthritis. Auch auf die Behandlung von Magen, Darm, Leber und Pankreas richtete sie ihr Augenmerk, nach dem Motto: „Die Matrix muss frei sein.“ In diesem Zuge sollten auch mikrobiotische Störungen diagnostisch erfasst und behandelt werden.
Anschließend führte HP Renate Leonidov in die koreanische Handtherapie (per Fingerdruck) ein. Neben der Handtopografie lässt sich der Körper auch auf einem einzelnen Finger abbilden, befunden und behandeln. Diagnostisch sind unter anderem Färbung, Hautfeuchtigkeit, Schuppung, Narben, Tonus, Elastizität und Druckdolenz ausschlaggebend. Der Vorteil: Die koreanische Handtherapie ist leicht zu erlernen und lässt sich unmittelbar anwenden – nach Einweisung in eine spezielle Technik auch vom Patienten selbst.


Körper und Psyche: Kann Müdigkeit im Darm entstehen?

Kann man Demenz überhaupt naturheilkundlich behandeln? Mit dieser Frage befasste sich HP Edel Hock in der Vortragsreihe „Körper und Psyche“. Zunächst kommt der Prävention eine zentrale Rolle zu. Denn viele vermeidbare Faktoren wie Nährstoffmangel, Alkohol, Arteriosklerose, Depression und Psychopharmaka gehen der Erkrankung häufig voraus. Ist der sogenannte „Point of no return“ noch nicht erreicht, sind naturheilkundliche Ansätze von (Ozon-)Sauerstoff-Therapie, Orthomolekulare Medizin, Ginkgo oder Mikrobiologische Therapie erfolgversprechend.
Warum sind wir nach dem Essen oft antriebslos, und kann chronische Müdigkeit im Darm entstehen? Die Zuhörer hörten gespannt den Ausführungen von HP Sophie Müller-Quick zu. Sie erklärte unter anderem, wie sich Ammoniak im Darm ganz einfach binden lässt und Senföle, resistente Stärken und Lebervitamine das Darmmilieu entscheidend verbessern.
Schließlich beschrieb HP Aurelia von Linden die zentrale Bedeutung des Tripeptids Glutathion für Entgiftung, antioxidative Prozesse, Immunreaktion und Energiestoffwechsel. So ist ein Glutathionmangel mit den meisten chronischen Krankheiten und fast allen Immunerkrankungen assoziiert. Die Gründe für den Mangel reichen von der Ernährung über Umwelteinflüsse bis zu Medikamenten, Infekten und Alter. Allerdings ist Glutathion nur in der aktiven, reduzierten Form und nur intrazellulär wirksam. Die Teilnehmer erfuhren, wie es sich therapeutisch am besten einsetzen lässt.


Allergien und Immunsystem: Erst probieren, was die Natur zu geben hat

„Allergien sind keine Befindlichkeitsstörungen, sie verursachen jährlich europaweit mehr als hundert Millionen Fehltage in Schule und Beruf und münden zu 40 % im Lauf des Lebens in Asthma“, erinnerte HP Maren Schmidt in der Reihe Allergien und Immunsystem. Als bewährte therapeutische Instrumente beschrieb sie unter anderem homöopathische Akutmittel, Antihomotoxische Therapie, Eigenbluttherapie, Symbioselenkung und das Bioregulatorische Injektionskonzept, in dem sich Ansätze der Akupunktur, Homöopathie und Neuraltherapie wiederfinden.
„Das, was die Natur zu geben hat, ist das Erste, was wir versuchen sollen“, so HP Markus Opalka über den mukonutritiven Regelkreis im Darm. Er berichtete über essenzielle kurzkettige Fettsäuren, mit denen Darmbakterien die Schleimhaut ernähren, und wertvolle hochverzweigte Polysaccharide in Nahrung und Therapeutika, die auch die terminalen Dickdarmabschnitte erreichen. Sein Fazit: Der Erfolg mikrobiotischer Therapien steht und fällt mit dem Wissen und Verständnis um diese funktionellen Zusammenhänge.


Intensivtraining für Prüfung und Praxis

Notfallexperte Denis Handke führte die Teilnehmer in drei Blocks durch die praktische Notfallmedizin und stellte dabei sein schauspielerisches Talent als Notfallpatient unter Beweis. Erlerntes Prüfungswissen ohne Praxiserfahrung half hier nur begrenzt weiter. Denn im Notfall muss sofort entschieden werden: Handelt es sich um einen Notfall? Wie mit dem Patienten sprechen, wie lagern, wann den Rettungsdienst rufen? Hier lernten auch erfahrene Praktiker noch etwas dazu.
Heilpraktikeranwärter konnten an einem ganztägigen Training zur Prüfungsvorbereitung teilnehmen und ihr diagnostisches Wissen schulen. Niemand wäre besser dazu geeignet als die beiden Experten Michael Herzog und Jürgen Sengebusch, die zu den bekanntesten Autoren aus diesem Bereich zählen.


Fazit: Prima für die Praxis

Neben den erwähnten fanden noch weitere Vorträge statt. Somit verließ kein Besucher den Kongress ohne Anregungen und Begegnungen – und nützliches Rüstzeug für die naturheilkundliche Praxis. Viele haben sich den 4.5.2019 für den nächsten Heilpraktikertag bereits vorgemerkt.


Text: Christian Zehenter
Fotos: Werner Krüper

 

  • CAM, Deutscher Heilpraktikertag

     
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