Entzündung und Schmerzen

Raum 4

  • Entzündung und Schmerz

    10:00 - 10:45 Uhr

    Referent:
    Dr. Johannes Wilkens, Bad Steben

    Die Entzündung wird heute von der modernen Medizin als ein biologischer Prozess verstanden, um ein als fremd erkanntes Antigen aus dem Organismus zu beseitigen. Die Erklärungen werden mehr biochemisch auf der Ebene der Zellen gehalten und die Prozesse bis ins Einzelne dargestellt (Zytokine, Interleukin-1 beta (IL-1β), Interleukin 6 (IL-6) und Tumor-Nekrosefaktor alpha (TNF-α).

    Der Schmerz selber wird mechanisch reduziert auf die Wahrnehmung einer Störung im Körper ähnlich eine Sirene, die im Brandfall aufheult. Hingegen werden das Wesen der Entzündung und des Schmerzes erst über das anthroposophische Menschbild wirklich lebendig verständlich.

    Seit der Antike wird die Entzündung mit den vier Grundbegriffen Calor (Fieber, Überwärmung), Dolor (Schmerz), Tumor (Ödembildung) und Rubor (Hyperämie) beschrieben. Diese Gliederung entspricht exakt der Viergliederung von Ich-Organisation, AL, ÄL und ph. L und drückt eine Wesensverschiebung der Kräfte aus. Im Vortrag werde ich auf diese Grundgliederung eingehen und dann mich um die Therapie bemühen. Wie lassen sich von Seiten der anthroposophischen Medizin die unterschiedlichen Schmerz- (hell, dumpf usw.) und Entzündungsformen (akut/chronisch) verstehen und behandeln.

  • Moderne Pflanzenheilkunde in der Behandlung der Arthrose / Arthritis

    11:00 - 11:45 Uhr

    Referentin:
    Stephanie Meurer, Viechtach

    Die Humoralpathologie sah die Entstehung von Entzündungen und Schmerzen am Bewegungsapparat im Ungleichgewicht der Säfte. Deshalb beschränkte sich die Behandlung nicht nur auf die Schmerzen und Entzündung, es wurde auch immer auf der Ebene des Stoffwechsels regulierend gearbeitet. Die Therapieansätze aus der Pflanzenheilkunde und den aus- und ableitenden Verfahren sind heute noch wirksam. Im Vortrag lernen Sie die alten Rezepturen in der modernen Therapie eingesetzt kennen.

  • Multiple Sklerose – Behandlung mit isopathischen Arzneimitteln

    12:00 - 12:45 Uhr

    Referent:
    Dr. Dieter Sonntag, Hoya

    Häufig erkranken bereits Menschen in jüngeren Jahren bis hin zum mittleren Erwachsenenalter an Multipler Sklerose. Im Alter von über 50 Jahren entwickelt sie sich seltener, wird aber oftmals nicht als solche diagnostiziert, da auftretende Symptome anderen, altersbedingten Krankheiten zugeordnet werden.
    Ein Netzwerk aus chronischen Entzündungen, Infektionen und einer Dysbiose der Darmflora begleitet von einem Leaky gut-Syndrom wird als eine Ursache zur Entstehung der Multiplen Sklerose und anderer Autoimmunerkrankungen diskutiert (1,2). In diesem Zusammenhang kommt der Darmflora eine besondere Bedeutung zu; so ist sie in ihrer Vielfalt und Zusammensetzung für ein intaktes, nicht fehlgesteuertes, Immunsystem verantwortlich. Auf der Grundlage dieser Überlegungen lassen sich Konzepte für eine immunmodulatorische Therapie entwickeln, die letztlich als „Stellschraube“ regulatorisch auf das o.g. genannte Netzwerk einwirkt und die Selbstheilungskräfte stärken soll. Der Einsatz von isopathisch-homöopatischen Bakterien-Extrakten zur Immunmodulation ist hierbei eine Option. Welche Möglichkeiten bieten entsprechende Bakterien-Präparate bei der Behandlung des Leaky gut-Syndroms und der Multiplen Sklerose? Hierzu werden sowohl in vitro-Studien zum möglichen Wirkmechanismus dieser Arzneimittel als auch neue Therapieoptionen aus der Praxis bei Multipler Sklerose vorgestellt und diskutiert.

  • Behandlungsmöglichkeiten bei Schmerzen

    14:15 - 15:00 Uhr

    Referentin:
    Kerstin Holdt, Köln

    Die Kombination von Neuraltherapie, PRP und unvernetzter Hyaluronsäure zur Behandlung von Schmerzen durch Arthrose, Sportverletzungen und Überlastungsschäden haben in der regenerativen, minimalinvasiven Medizin großartige Erfolge bei geringem Risiko vorzuweisen.

    Untersuchungen haben gezeigt, dass die im menschlichen Blut enthaltenden Wundheilungs- und Wachstumsfaktoren verschiedene Heilungsvorgänge positiv beeinflussen können. Diese Erkenntnisse werden bei der Anwendung dieser Eigenbluttherapie genutzt, um eine Verbesserung hinsichtlich Schmerzverlauf und Beweglichkeit zu erreichen. Mittlerweile konnte bewiesen werden, dass das PRP-Verfahren sowohl die Dichte der Blutplättchen (=Thrombozyten) als auch die Konzentration der Wachstumsfaktoren im Vergleich zum Vollblut erhöht. In den letzten Jahren wurde über dieses Thema in renommierten Fachzeitschriften intensiv berichtet.

    Verletzungen an Muskeln, Sehnen, Bändern und knöchernen Strukturen sowie Arthrose können mit Hilfe der sogenannten extrazellulären Matrix, einer Kombination aus PRP und unvernetzter Hyaluronsäure, effektiv therapiert werden.

    Steigerungen erhalten diese Therapieformen noch durch klug eingesetzte Neuraltherapie, indem zugehörige Segmente mit Procain gequaddelt werden.

  • Koreanische Handtherapie in der Schmerzbehandlung

    15:15 - 16:00 Uhr

    Referentin:
    Renate Leonidov, Mainz

    Die Koreanischen Handtherapie ist eine relativ einfach zu erlernende und gleichzeitig sehr effektive Therapiemethode. Die Hände stellen die „Behandlungsflächen“ dar und werden als Abbild des gesamten Körpers betrachtet. Die entsprechenden Organzonen werden auf Projektionssystemen dargestellt. Es existieren mehrere Hand-Projektionssysteme. Ähnlich wie in der Körperakupunktur verlaufen auch auf den Händen Meridiane (Kimeks) bzw. liegen Akupunkturpunkte. Wertvoll ist die Koreanische Handtherapie besonders wegen ihrer Alltagstauglichkeit. Gerade in der Schmerztherapie kann durch die therapieunterstützende Zusammenarbeit von Therapeut und Patient relativ schnell eine Schmerzlinderung erreicht werden. Dabei stehen für die Therapie verschiedene Techniken zur Verfügung – von Akupunktur (Nadeln/Laser), über Akupressur bis zur Moxibustion. Durch diese vielseitigen Möglichkeiten können auch ängstliche Patienten bzw. Kinder, die eine Akupunktur ablehnen, erfolgreich behandelt werden. Die Anwendung der Koreanischen Handtherapie lässt sich den Patienten verständlich und anschaulich übermitteln. Das erhöht die Akzeptanz der zu behandelnden Personen gegenüber der Anwendung. So lässt sich die Koreanische Handtherapie später leicht vom Patienten anwenden und in den Alltag integrieren. Dadurch wird die Zeit zwischen den Behandlungsterminen aktiv genutzt und macht die Therapie effektiver.
    Neben einem Überblick der Koreanischen Handtherapie in Ihrer Funktionsweise sowie der Arbeit mit verschiedenen Projektionssystemen wird auch auf Beispiele ihrer Anwendung bei verschiedenen Indikationen und Altersgruppen eingegangen.

     

  • Chronische Entzündungen und Myofasciales Schmerzsyndrom neuraltherapeutisch mit Ozon-/Sauerstoff behandeln

    16:30 - 17:15 Uhr

    Referent:
    Dr. Siddhartha Popat, Königswinter

    Die Behandlung von Schmerzpatienten erfordert häufig eine multimodale Therapiestrategie. In der Schmerzentwicklung und vor allem in der Chronifizierung von Schmerzen spielen aktivierte Stressachsen und erhöhte Interleukine eine große Rolle. Die Ursache dieser chronischen Entzündungen sind häufig chronische Infekte. Borrelien, Babesien und viele andere Keime überleben häufig im Bereich des Biofilms, welcher auch die Gelenkhäute auskleidet.

    Mit den Möglichkeiten der Ozonbehandlung lokal und vor allem in Kombination mit Procain können diese pathophysiologischen Aspekte ideal beantwortet werden. Die Behandlung der myofaszialen Triggerpunkte ist ebenfalls Inhalt dieses Vortrags.

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