Berufsbild

Heilpraktiker werden

Heilpraktiker gehören zu der einzigen Berufsgruppe in Deutschland, die ohne ärztliche Approbation Heilkunde ausüben darf – und zwar eigenverantwortlich in Diagnostik und Therapie. Wobei es jedoch einige Ausnahmen gibt: Die Behandlung von Infektionskrankheiten oder Zahnerkrankungen ist Heilpraktikern z.B. generell untersagt. Die Berufsbezeichnung „Heilpraktiker“ ist geschützt. Seit 1939 bilden das deutsche Heilpraktikergesetz sowie die Durchführungsverordnung hierfür die rechtliche Grundlage. Als Berufsbild ist der Heilpraktiker ausschließlich in Deutschland zu finden. In der Schweiz gibt es vergleichbar den Naturarzt. In Österreich liegt die Naturheilkunde in den Händen der Ärzte, Ausnahmen gibt es nur für einige Verfahren, die von den sog. „Energetikern“ angewendet werden.

Zum einen gibt es den Heilpraktiker mit Vollzulassung. (Inoffiziell auch als „Großer Heilpraktiker“ bezeichnet.) Dieser darf sowohl körperliche als auch psychische Leiden diagnostizieren und selbstständig therapieren. Daneben gibt es aber auch seit 1993 den Heilpraktiker für Psychotherapie, der nur psychotherapeutisch wirken und keine Medikamente verordnen oder körperliche Beschwerden therapieren darf. Schließlich gibt es auch noch den Tierheilpraktiker, wobei diese Berufsbezeichnung nicht geschützt ist.

Heilpraktiker ist selten der Erstberuf: Über 80% sind Umschüler oder Quereinsteiger, häufig Frauen. Da es keine zentrale Stelle gibt, an denen Heilpraktiker registriert werden, lässt sich ihre Zahl nur schätzen. Man geht von ca. 22.000 ausgebildeten Heilpraktikern und ca. 2.000 neuen Schülern pro Jahr aus.

Die Ausbildungsmöglichkeiten sind vielfältig. Es gibt hierfür weder eine einheitliche Regelung noch ein Curriculum. Das Angebot reicht von einer mehrjährigen Schule, über ein berufsbegleitendes Studium (z.B. am Wochenende) in mehreren Monaten, Fernkursen bis hin zu Online-Angeboten und Mischungen aus diesen Möglichkeiten. Theoretisch ist es sogar möglich, ganz in Eigenregie zu lernen und sich ohne vorbereitenden Unterricht zur Prüfung anzumelden, z.B. wenn man bereits einschlägige Fachkenntnisse besitzt und aus einem medizinischen Beruf kommt. Alle seriösen Anbieter plädieren zusammen mit den Berufsverbänden jedoch für eine mehrjährige und intensive Ausbildung.

In der Ausbildung selbst liegt der Fokus auf der Schulmedizin. Naturheilverfahren werden eher sekundär behandelt und der Unterricht hierhin zielt darauf, dass ein HPA, d.h. ein Heilpraktiker-Anwärter, einen ersten Eindruck der Vielfalt und Möglichkeiten erhält. Die eigentlichen Ausbildungen im Bereich der Naturheilverfahren sind entweder schon zuvor erfolgt (und man braucht die Prüfung zum Heilpraktiker, um damit arbeiten zu können) oder erfolgen nach der Ausbildung, häufig bei anderen Instituten. Da die Menge des Lehrstoffs sehr groß ist, hat sich dieses Vorgehen bewährt.

 

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