• Traumatherapie

     

“Ich fühle, dass ich da bin“

Menschen mit Traumaerfahrungen fällt es zu Beginn einer Therapie oft schwer, sich bezüglich ihres Traumas zu öffnen, weshalb in der Therapie zunächst ein Vertrauensverhältnis geschaffen wird. Im Fall von Johanna B. haben Traumaerfahrungen aus ihrer Kindheit eine Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS) mit dissoziativen Symptomen und Angststörungen ausgelöst. In der Therapie mit Patienten mit Traumaerfahrungen können Körperspürübungen, individuell gemischte spagyrische Mittel und Gemmotherapeutika die traumatherapeutische Begleitung unterstützen.

Johanna B. (Name von der Redaktion geändert) meldet sich per E-Mail, um einen Termin zur Craniosacraltherapie in meiner Praxis zu vereinbaren. Sie schreibt, dass sie bereits eine Traumatherapie gemacht habe, die ihr auch sehr geholfen hatte. Dennoch gebe es Dinge in ihrem Leben, die sie gerne verändern würde, was ihr jedoch nicht gelinge. Dazu gehöre auch ihre Körperwahrnehmung. Sie habe vor vielen Dingen Angst. Außerdem formuliert sie, dass sie schon einige Versuche in Gruppen für beispielsweise Selbsterfahrung oder Entspannung unternommen habe, wobei das für sie katastrophal war, da sie dieser Art von Übungen nicht gewachsen sei. Das sei ihr immer zu viel, zu nah, zu bedrängend und zu intensiv gewesen.

Ich antworte Johanna B. per E-Mail, dass sie in meiner Praxis willkommen sei, und lade sie zu einem Erstgespräch ein, in dem sie mich und meine therapeutische Arbeit kennenlernen könne. Sie nimmt den vorgeschlagenen Termin per E-Mail an. So biete ich ihr einen niedrigschwelligen Kontaktbeginn. Für mich habe ich innerlich geprüft, ob ich mich auf die intensive Arbeit in dieser Traumabegleitung einlassen kann.

Die Art der ersten Kontaktaufnahme eines Patienten kann schon über das Geschriebene oder Gesagte hinaus Aufschluss über die Konflikte geben, die derjenige in sich trägt. Menschen mit Traumaerfahrungen fällt beispielsweise der E-Mail-Kontakt als Anfrage mit selbstgewählten Worten in der Regel leichter als eine Anfrage per Telefon. Denn Nachfragen am Telefon könnten irritieren oder sprachlos und hilflos machen. Von den traumatischen Erfahrungen selbst erzählen jedoch viele Patienten erst später mit zunehmendem Vertrauen oder auf Nachfrage. So auch Johanna B.

Erster Termin mit Johanna B.

Im Erstgespräch in meiner Praxis erfahre ich von Johanna B., dass sie Freude an ihrer Arbeit als Lehrerin hat, auch wenn diese sehr anstrengend für die 45-Jährige ist. Sie ist alleinstehend, hat zwei Freundinnen. Auf Fragen nach Beschwerden, Erkrankungen und Medikamenteneinnahme erzählt sie mit knappen Worten, dass sie Medikamente wegen einer chronischen Autoimmunerkrankung nehme. Sie kann auf meine Nachfrage benennen, dass sie traumatische Erfahrungen durch ihren Vater erlebt hat. Die ambulante Psychodynamische Imaginative Traumatherapie (PITT nach L. Reddemann, siehe S. 70) habe ihr vor fünf Jahren geholfen, sich durch innere Bilder besser zu beruhigen, wenn ihr Menschen zu nah kommen. Wir vereinbaren, dass wir mit Gesprächen und Selbsthilfeübungen alle 14 Tage beginnen – schrittweise, vertrauensbildend und in der therapeutischen Beziehung aufmerksam sowie Sicherheit gebend. Damit könne sie Erfahrungen mit Entspannung und Ruhe erleben.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier “Ich fühle, dass ich da bin“

Aus der Deutschen Heilpraktiker-Zeitschrift 04/2020

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